Donnersbergkreis Wahrzeichen von Kirchheimbolanden zieren Fasnachter-Orden
Große Ehre für die Kleine Residenz: Die Silhouette der Stadtmauer, verschiedene Türme und natürlich auch die „Kerchemer Wutz“ sind auf dem Jahresorden der Vereinigung Badisch-Pfälzischer Karnevalvereine zu sehen. Dieser wurde am Donnerstagabend im Westflügel der Orangerie in Kirchheimbolanden vorgestellt. Die „Kibo“-Karnevalisten ließen dabei keinen Zweifel daran, dass die Entscheidung für das Ordensmotiv die absolut richtige war.
Es war mächtig was los am Donnerstagabend im Westflügel der Orangerie. Von den Räumlichkeiten, vor allen Dingen aber vom Programm, das sich die „Kibo“-Fasnachter ausgedacht hatten, zeigte sich Jürgen Lesmeister, der Präsident der Vereinigung Badisch-Pfälzischer Karnevalvereine, denn auch schwer beeindruckt: „Wirklich ein wunderschöner Abend.“ Einstimmig sei der Beschluss des Präsidiums auf Kirchheimbolanden als Motiv für den 2017er Orden der Vereinigung gefallen. Die Präsidiumsmitglieder waren am Donnerstagabend auch fast alle nach Kirchheimbolanden gekommen – zum Teil sogar aus Karlsruhe, wie Torsten Vogel, der Vizepräsident Baden. Zahlreiche Fasnachter, Politiker und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens werden den Orden erhalten, wie Lesmeister erzählte. Der 2017er ist auch gleichzeitig der 30. Verbandsorden. „Ein begehrtes Sammlerobjekt“, wie der Ramsteiner berichtete. Im Wechsel werden auf dem Jahresorden historische Gebäude, Schlösser, Brunnen und Standbilder aus den vier Bezirken der Vereinigung – Nordbaden, Mittelbaden, Vorderpfalz und Westpfalz – dargestellt. So zierten das gute Stück in den vergangenen Jahren unter anderem der Mannheimer Wasserturm, das Schloss Karlsruhe oder das Historische Rathaus in Grünstadt. Auf dem neuen Jahresorden sind nun gleich mehrere Wahrzeichen der Kleinen Residenz zu sehen. Im Mittelpunkt ist die mittelalterliche Stadtmauer, wie Lesmeister erläuterte. Grauer und Roter Turm sowie Vorstadtturm, Apothekerturm oder der Turm der Peterskirche sind ebenfalls darauf zu sehen, dazu eine Schlossgarten-Vase. „Diese Vasen dienten früher der Gartenbeleuchtung, indem man sie mit Öl füllte und ansteckte“, erklärte Lesmeister. Und nicht fehlen darf natürlich auch die „Kerchemer Wutz“. „Alle Motive prägen das Stadtbild von Kirchheimbolanden und nun 2017 auch den Orden“, sagte der Präsident – und fügte hinzu: „Ein schönes, ausdrucksstarkes Motiv.“ Dafür war mit Rainer Conrad der Vize-Präsident der „Kibo“-Karnevalsgesellschaft verantwortlich. Vier Abende hatte dieser daran gesessen, wie er der RHEINPFALZ sagte. „Wir wollten nicht nur ein spezielles Objekt, sondern eine Silhouette abbilden“, erzählte Conrad, der selbst Grafiker ist. Lob bekam er dafür auch noch von anderen Seiten: So zeigte sich Stadtbeigeordneter Peter Stumpfhäuser „stolz und dankbar über diesen wunderbaren Orden“. Stumpfhäuser bekam ihn genauso verliehen wie Conrad, Karlheinz Bieck, den Präsidenten der Kirchheimbolander Fasnachter, Prinzessin Nora I. und Verbandspräsident Lesmeister. Conrad, der gekonnt und unterhaltsam durch den Abend führte, kündigte zu Beginn auch ein kleines Potpourri an. Genau das brachte richtig Stimmung in den Westflügel – und gab einen herrlichen Einblick in die Kiboer Fasnacht. So zeigten Sabine Metzger sowie Emma und Anna Ferrara von der Ballettschule Flex & Point ihr tänzerisches Können. Eine Überraschung hatte Conrad zusammen mit Mitgliedern der Hausband „Riwwer niwwer“ parat: ein Lied über Kirchheimbolanden. Darin besang Conrad, dass er „en Kerchemer Buh“ ist, bezeichnete seine Heimat als „Perle der Nordpfalz“ und die Bewohner als „offen und freundlich“. Das Publikum tobte. Und Jürgen Lesmeister war begeistert: „Das gibt der Hit für die Fasnacht, das wird das Lied werden von Kirchheimbolanden.“ Ein Hit, das war auch der Auftritt von Tim Willig. Was das Büttenredentalent ablieferte, war großes Kino. Apropos Kino: Das war auch Thema seines Vortrags. Köstlich, wie er die Suche nach einem Taschentuch bei seiner Freundin während eines Kinobesuchs besang. Über ein solches Talent schätzen sich die Kirchheimbolander Karnevalisten völlig zu recht glücklich. Das gilt aber generell für den Fasnachter-Nachwuchs in der Kleinen Residenz, wie Karlheinz Bieck betonte. Er warb für die Kinder- und Jugendsitzung. In der Vereinigung Badisch-Pfälzischer Karnevalvereine gebe es nur wenige Vereine, die neben einem Elferrat noch einen Jungelferrat ihr Eigen nennen dürften. „Kibo kann auf 70 Jahre Fasnacht zurückblicken. Eine Fasnacht, die stets sauber war und stets sauber und fair sein wird“, sagte Bieck, der in wenigen Tagen nach 18 Jahren das Präsidentenamt abgeben wird. Dass Kirchheimbolanden den Jahresorden der Vereinigung zieren darf, sei eine große Ehre für die Fasnachter in der Kreisstadt, aber auch generell für die Kleine Residenz. Über deren Geschichte berichtete Stadtbeigeordneter Peter Stumpfhäuser – und warb für einen Besuch in Kirchheimbolanden. Froh, einen Verein in seinem Bezirk zu haben, der so rührig wie die „Kibo“-Fasnachter ist, zeigte sich Peter Schwiewager, der Bezirksvorsitzender Westpfalz. Er konnte unter anderem mit Andreas Knecht auch den Sitzungspräsidenten der Fernsehsitzung der Vereinigung unter den vielen Gästen begrüßen. „Die Wahl auf Kirchheimbolanden war genau die richtige“, betonte Schwiewager mit Blick auf das Ordensmotiv. Keine Frage: Die „Kibo“-Karnevalisten hatten sich für die Präsentation auch mächtig ins Zeug gelegt. |ssl