Würzweiler RHEINPFALZ Plus Artikel Würzweiler: Kommende Woche beginnt die Fremdverwaltung

Uwe Pfeiffer legt sein Amt nach 15 Jahren nieder.
Uwe Pfeiffer legt sein Amt nach 15 Jahren nieder.

Nachdem der Rat der kleinen Gemeinde erneut weder Bürgermeister noch Beigeordnete wählen konnte, übernimmt nun Hans Feld, Büroleiter der Verbandsgemeinde, das Ruder. Ein Novum im Donnersbergkreis.

Uwe Pfeiffer hatte es bereits angekündigt, nun hat er endgültig Taten folgen lassen. Zum 1. Oktober wird der Ortsbürgermeister der Gemeinde Würzweiler sein Amt niederlegen. Und da der Gemeinderat einmal mehr keinen Nachfolger bestimmen konnte, wird ab dann mit Hans Feld ein Vertreter der Verbandsgemeinde Nordpfälzer Land die kleine Ortsgemeinde verwalten. Ein Novum im Donnersbergkreis.

Was in Würzweiler nun passiert ist, hatte sich angedeutet. Uwe Pfeiffer ist sogar noch überrascht, dass es nicht noch viel mehr Gemeinden trifft wie „seine“. „Ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass es öfter passieren würde, dass sich keine Ortsbürgermeister mehr finden“, meint er. Aktuell gibt es einzig noch in Rittersheim, in der Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden, einen ähnlichen Fall im Landkreis. Auch dort droht nach der nächsten Ratssitzung eine Fremdverwaltung. Für Würzweiler bedeutet das nun, dass Büroleiter Hans Feld die Geschicke des Ortes und auch die kommenden Ratssitzungen leiten wird. Die Wahl eines Bürgermeisters und Beigeordneten wird dann wieder auf der Tagesordnung stehen, auch wenn sich keiner finden würde.

Aufgabenbereiche für Ratsmitglieder

Pfeiffer geht indes davon aus, dass Hans Feld einzelne Aufgaben aber abtreten wird. „Es könnte kleine Geschäftsbereiche geben, etwa den Friedhof, das Bürgerhaus oder den Jugendraum“, vermutet er. So könnten Teilbereiche des Bürgermeisteramtes ausgegliedert werden, gegebenenfalls auch für ein kleines Honorar. Uwe Pfeiffer ist selbst nicht glücklich mit der Entwicklung, betont aber, dass es in einer Gemeinde mit gerade einmal knapp 220 Einwohner – inklusive Kinder – eben auch schwieriger sei, einen Willigen zu finden für dieses Amt. „Die Zukunft wird sein, dass es größere Verwaltungseinheiten geben wird. Sowas klingt ja immer mal wieder an, auch seitens der Landesregierung“, sagt Pfeiffer. Entwicklungen, wie sie nun in Rittersheim und Würzweiler zu beobachten sind, stützen diese These natürlich. Er selbst habe das Amt immer gerne ausgefüllt. „Der Ärger hielt sich in Grenzen“, so Pfeiffer. Nach 30 Jahren im Gemeinderat und 15 Jahren als Ortschef war für ihn nun aber der Zeitpunkt für einen Schlussstrich gekommen. Dem Ehrenamt bleibt er dennoch treu, ist Koordinator des neu ins Leben gerufenen Bürgerbusses der VG Nordpfälzer Land.

In Rittersheim übernimmt noch der Beigeordnete

In Würzweiler greift die Fremdverwaltung im Übrigen deshalb schneller als in Rittersheim, weil es Würzweiler auch an einem Beigeordneten mangelt, der kommissarisch die Aufgaben übernehmen könnte. Damit ist die Gemeinde mit dem Austritt Pfeiffers zum 1. Oktober führungslos und wird direkt von der Verbandsgemeinde übernommen. In Rittersheim ist der Erste Beigeordnete Archibald Bernhard aktuell übergangsweise im Amt, schon nach der nächsten Ratssitzung könnte dann aber die Kommunalaufsicht aktiv werden und ebenfalls einen Beauftragten bestellen – dann vermutlich Tristan Werner, den Büroleiter der VG Kirchheimbolanden.

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