Leichtathletik RHEINPFALZ Plus Artikel VTR-Talent David Owei lässt aufhorchen

Der elfjährige David Owei von der VT Rockenhausen trainiert im Stadion Obermühle Starts.
Der elfjährige David Owei von der VT Rockenhausen trainiert im Stadion Obermühle Starts.

Erst ist gerade mal elf Jahre alt Pfalzmeister im Weitsprung und im Sprint. David Owei von der VT Rockenhausen hat sich direkt in die deutsche Nachwuchsspitze gehievt.

Die Pfalzmeisterschaften Ende Mai im Schulzentrum Süd Kaiserslautern öffneten David Owei die Tür. Durch seine zwei Titel in den Disziplinen Weitsprung und 75-Meter-Lauf sind die Blicke fortan auch auf ihn gerichtet – und das bundesweit. Denn bei kühlem, wechselhaftem Wetter setzte Owei seinen ersten Sprung unter Wettkampfbedingungen überraschend auf 4,93 Meter. Ohne spezielles Training im Vorfeld deklassierte der Newcomer seine Kontrahenten. Mit dieser Weite zählt der Elfjährige zu den besten Springern seiner Altersklasse in ganz Deutschland. Nur vier Nachwuchsathleten in den anderen 19 Landesverbänden des Deutschen Leichtathletik Verbandes sind in dieser Saison noch weiter gesprungen (bis 5,05 Meter). VTR-Kollege Lucas Kluge belegte mit 4,25 Metern und persönlicher Bestleistung Rang sechs der Pfalzmeisterschaften.

Bei dem darauffolgenden 75-Meter-Sprint war Owei dann als klarer Favorit an den Start gegangen – und wurde seiner Rolle gerecht. Der Schüler des Winnweilerer Wilhelm-Erb-Gymnasiums peilte als neue persönliche Bestleistung eine Zeit unter zehn Sekunden an. Nach einem eher mittelmäßigen Start setzte sich der Rockenhausener mit nigerianischen Wurzeln souverän durch. Die Zeitmessung blieb bei 9,98 Sekunden stehen, wurde allerdings auf exakt 10,0 Sekunden korrigiert. Deutschlandweit ist das die zweitschnellste Zeit in seiner Altersklasse. Im späteren Finale setzte sich Owei dann in 10,19 Sekunden, allerdings mit Gegenwind, durch und wurde somit zum zweifachen Pfalzmeister gekürt.

Pfalzrekord im Blick

David Owei, dessen Vorbild kein geringerer als der achtmalige olympische Goldmedaillengewinner Usain Bolt ist, zeigt sich hoch motiviert den aktuellen und ewigen Pfalzrekord von 9,70 Sekunden zu knacken. „Das ist ein ambitioniertes, aber nicht unmögliches Ziel“ freut sich auch VTR-Coach Ingo Pregernig auf diese Herausforderung. In den nächsten Wochen gelte es gezielt an den „Schwächen“ – dem Start und den ersten zehn Metern – zu arbeiten, um dann bei einem Wettkampf in Baden- Württemberg Mitte Juli eine neue Bestzeit zu erzielen. „Es ist nun die Aufgabe von uns als Trainerteam, dieses Ausnahmetalent in den nächsten Jahren behutsam und breit aufgestellt mit Hürdenlauf, Sprung, Wurf und Mittelstrecke auszubilden und weiter zu entwickeln. Bei aller Euphorie darf David sich auf keinen Fall zu früh auf eine Disziplin spezialisieren“, betont der Pregernig. Seinen anderen Hobbys wie Klavier spielen oder das Selbstverteidigungssystem Krav Maga, sowie der Schule solle Owei weiterhin ausreichend Zeit und Raum geben.

Persönliche Bestleistungen

Auch insgesamt konnte die VTR bei den Pfalzmeisterschaften ein starkes Team mit neun Athletinnen und Athleten (15 Starts) stellen. Bei optimalen Voraussetzungen für einen 800-Meter-Lauf musste sich die zwölfjährige Sophia Graefen nur knapp der Siegerin Emilia Becker geschlagen geben. In 2:35,96 Minuten bot Graefen eine solide Leistung. Bei der weiblichen U20 war Chiara Tussing in persönlichen Bestzeiten über 100 Meter (13,55 Sekunden/4. Platz) und 200 Meter (27,88 Sekunden/3. Platz) nur knapp an einem noch besseren Ergebnis vorbeigeschrammt. Lina Sander ging trotz Erkältung über 100 Meter (14,58 Sekunden) und im Weitsprung (4,13 Meter) der W14 ins Rennen, musste allerdings die Erfahrung machen, dass nur ein gesunder Körper in der Lage ist Spitzenleistungen zu erreichen. Hope und Joy Williams starteten bei der W12 über 75 Meter (12,45 und 12,48 Sekunden) und im Weitsprung (3,07 und 3,58 Meter).

Bereits einen Tag zuvor gingen Daniel Gries bei der U18 über 100 Meter (12,68 Sekunden, persönliche Bestzeit) und Dennis Grün bei den Männern über 800 Meter (2:15,12 Minuten, ebenfalls persönliche Bestzeit) im Schulzentrum in Kaiserslautern an den Start. Gries verpasste das Finale trotz ordentlicher Leistung knapp, Grün wurde am Ende Fünfter.

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