Fussball
Vor der Saison: Wer in der B-Klasse Nord welches Ziel verfolgt
Die vergangene Fußballsaison wurde bei den Amateuren nach nur sieben Spieltagen ohne Wertung abgebrochen. Damit das nicht wieder passiert, entschloss man sich beim SWFV erneut für eine Einteilung in Staffeln, bestehend aus acht bis zehn Mannschaften.
Viktor Braun, Spielertrainer des TuS Dannenfels befürchtet, dass durch diesen Modus die Gefahr, in die Abstiegszone zu rutschen, höher sein könnte als im ursprünglichen System: „Wenn man ein paar Spiele nicht gewinnt, rutscht man schnell auf einen unteren Tabellenplatz und muss am Ende vielleicht gegen den Abstieg spielen, das wollen wir natürlich vermeiden.“ Braun war darüber hinaus mit der Vorbereitung seiner Mannschaft nicht ganz zufrieden. Die Tests gegen Kirchheimbolanden, Göllheim und Gundersweiler gingen teils deutlich verloren. Ihm sei wichtig, schnell wieder als Mannschaft zusammenzuwachsen. Ganz oben auf der Liste der Titelkandidaten stehen für Braun der TuS Steinbach II und der TuS Stetten.
Lars Igel, der erfahrene Coach des TuS Stetten, tut sich schwer damit, Favoriten auszumachen. „Mit Mannschaften wie der TSG Zellertal, dem TuS Steinbach und der jungen Mannschaft des SV Imsbach kann dieses Jahr jeder jeden schlagen. Unser Ziel ist es, die Aufstiegsrunde zu erreichen, um so früh wie möglich nichts mehr mit dem Abstieg zu tun zu haben.“ Den Spaß am Fußball wieder zu finden, bezeichnet Igel als oberstes Ziel für die nächsten Wochen. Dabei muss er auf seinen bisherigen Co-Trainer Martin Rode verzichten, der kommende Saison in der Futsal-Bundesliga für die TSG Bretzenheim auflaufen wird. Für ihn übernimmt Sebastian Schrod.
Einen recht starken Aderlass hat auch die Reserve des TuS Steinbach zu verzeichnen. So ist Markus Buhl-Bohlander der einzige Verantwortliche, der seine Mannschaft nicht als Meisterschaftsfavoriten bezeichnen will: „Unser Kader ist dünner als im vergangenen Jahr, wir müssen schauen, wie gut wir besetzt sein werden.“ Seit vergangenem Jahr gebe es ohnehin keine klare Aufteilung in erste und zweite Garde mehr. Buhl-Bohlander erhofft sich ebenfalls das Erreichen der Aufstiegsrunde.
Eine weitere, immer zum Kreis der Favoriten zählende Mannschaft, ist die TSG Zellertal. Deren Trainer Roland Eifler, der dort in seine fünfte Spielzeit geht, hofft auf ein funktionierendes Kollektiv: „Wenn das der Fall ist, machen wir gute Spiele. Läuft es bei der Mannschaft nicht, haben wir keine Individualisten, die das Ruder rumreißen können.“ Dabei dürfte er auf den Abgang des Ur-Zellertalers Rico Sprenger (SV Kirchheimbolanden) anspielen. Durch die lange Pause sei es „sehr schwer einzuschätzen, welche Mannschaft den besten Kader besitzt“. Dennoch verfolgt der Coach, der auch schon in Albisheim, Biedesheim und Göllheim aktiv war, das Ziel, die Aufstiegsrunde zu erreichen.
Von mehreren Übungsleitern als junge, hungrige Truppe wird der SV Imsbach bezeichnet. Für die sportliche Entwicklung ist Marcel Mehler verantwortlich, der seit Jahren auch selbst Leistungsträger der Mannschaft ist. „Wir werden dieses Jahr wieder einen der jüngsten Kader der Liga stellen“, erzählt er. Dass die Jungs aus dem Bergmannsdorf in der abgebrochenen Vorsaison bis zuletzt um die Tabellenspitze kämpfen konnten, führt Mehler auf „den perfekten Teamgeist auf und neben dem Platz“ zurück. Der Verlust des bisherigen Abwehrchefs Niklas Baumgärtner dürfte schmerzen, dennoch will Imsbach mit einem breiteren Kader an die guten Leistungen anknüpfen. Dass man in Imsbach „zufrieden mit einem Platz unter den ersten Fünf“ wäre, zeigt das Selbstvertrauen der Truppe.
Gehad Said, Trainer des TuS Ramsen II, wird seine Ambitionen zumindest in den ersten Saisonspielen etwas zurückschrauben müssen: „Durch Verletzungen bei der ersten Mannschaft müssen wir aktuell regelmäßig Spieler abgeben. Eigentlich war geplant, dass Spieler, die in der A-Klasse nicht zum Zug kommen, bei uns aushelfen.“ Dazu kommt, dass mit Leonardo Jukic und Sven Bläse zwei Spieler den Verein verlassen haben, „die in der vergangenen Saison den Unterschied gemacht haben“.
Eine konkurrenzfähige Mannschaft will auch die TSG Albisheim, geführt von Eugen Kautz, auf den Platz bringen. „Wir haben zwar einige Abgänge, konnten uns aber vor allem in der Defensive auch verstärken“, erzählt er. Trotz des jungen Kaders und der Unerfahrenheit vieler seiner Spieler, sehe er das Potenzial, um die vorderen Tabellenplätze mitzuspielen. Kautz, der neben seinem Bruder Viktor auch mit seinem Sohn Paul zusammen auf dem Platz steht, klingt zuversichtlich, eine gute Rolle zu spielen. „Trotzdem sehe ich Steinbach als haushohen Favoriten auf den Staffelsieg.“ Mit Sascha Oberländer steht der TSG zusätzlich zur stabilen Defensive ein „echter Neuner“ zur Verfügung, der zuletzt acht Tore in sieben Spielen erzielen konnte.
Matthias Kehrt, der Coach des Teams der SG Rockenhausen/ Dörnbach II, kann der bestehenden SG nur Positives abgewinnen. Die Situation in einer zweiten Mannschaft sei nicht einfach, denn „wenn in der Ersten ein paar Spieler ausfallen, dann müssen wir natürlich unsere Besten abgeben“. Trotz dieser Ungewissheit vor jedem Spieltag wolle man sich frühzeitig den Klassenerhalt sichern. Die Vorbereitungsergebnisse zeigen, dass in der Offensive einiges möglich ist, aber in der Defensive Verbesserungsbedarf herrscht. Bisher konnte in keinem Spiel „die Null“ gehalten werden.
Als Abstiegskandidat dürfte das Team des SSV Dreisen gelten. Nachdem vorige Saison lediglich ein Spiel gewonnen werden konnte, kam der Abbruch gerade recht. Es setzte sieben Niederlagen, teilweise zweistellig. Schwer vorstellbar, dass das von Marcus Roncoroni betreute Team sich so sehr verstärken konnte, um diese Schwächen vollständig behoben zu haben. Die Generalprobe jedenfalls ging mächtig schief, gegen den ambitionierten C-Ligisten TSG Kerzenheim schied der SSV aus dem Kreispokal aus (1:4). Mit der TSG Zellertal, dem TuS Steinbach II und dem SV Imsbach kommt auf die Dreisener zudem ein knüppelhartes Auftaktprogramm zu.
Der Spieltag
TSG Albisheim - TuS Steinbach II (Sa, 17 Uhr), SSV Dreisen - TSG Zellertal, TuS Dannenfels - SG Rockenhausen/Dörnbach II, TuS Stetten - TuS Ramsen II (alle So, 15 Uhr).