Donnersberger Echo
Von Winterschläfern und Aufgeweckten
Molche im Schlossgarten
Molche im Schlossgartenteich – was für eine schöne Nachricht. Mal abgesehen davon, dass man im Grunde schon über fast jede Mitteilung froh ist, die nicht mit einem C beginnt, machen diese kleinen Kerlchen auch deshalb Spaß, weil sie mittlerweile so selten in freier Natur zu sehen sind. Zu sehen gibt es zwar auch jetzt noch nichts, denn die Molche haben es sich zum Winterschlaf hinter einer nicht einsehbaren Betonwand bequem gemacht. Doch das Wissen um ihre Existenz macht in dieser trüben Zeit schon ein wenig Vorfreude auf den Frühling, wo die Molche dann im Schlossgarten zunächst in ein anderes Gewässer umziehen, und sich dann hoffentlich fröhlich vermehren werden. Im Sommer – nach der Elternzeit – lassen sich die kleinen Läufer aus der Salamanderfamilie dann auf warmen Steinen von der Sonne verwöhnen. Dann können die Menschen wieder im Park spazieren, ohne Maske und fröhlich bei einem Plausch stehen bleiben und sich dabei – eben wird’s verwegen – vielleicht sogar schonmal wieder am Ärmel packen oder freundschaftlich auf die Schulter klopfen. Bis dahin, so würde man sich wünschen, wäre es schön, man könnte es diesen Molchen gleichtun: Einfach mal auf ein geheimes Fleckchen verziehen und Winterschlaf halten – bis die Zeiten wieder wärmer und angenehmer sind.
Neujahrsempfänge: Keine prickelnden Ereignisse
Die Neujahrsempfänge fallen aus – kann ja nicht anders sein. Der erste gesellschaftliche Event des Jahres, meist hat man um diese Zeit auch dann wieder Lust, nach einer konzentrierten Familienphase wieder ein bisschen die Luft der mehr oder weniger großen weiten Welt zu schnuppern und einfach mal zu hören, was so los ist im Ort. Zudem eine gute Gelegenheit für die Ortsbürgermeister, sich und ihre Ziele vorzustellen oder in Erinnerung zu rufen. Oftmals auch, um frühzeitig freiwillige Helfer ins Boot zu holen. „Bestochen“ werden die dann mit einem Gläschen Sekt, einer Brezel oder ein paar Häppchen. Für uns Zeitungsleute außerdem eine spannende Zeit, denn dabei erfahren auch wir jedes Jahr so manches, was sich in den Ortsgemeinden so tut. Zwar wollten sich einige von den Coronaverboten nicht unterkriegen lassen und haben – nachdem klar war, dass auch mit Abstand und Mund-Nase-Bedeckung ein Treffen dieser Größenordnung nicht mehr stattfinden darf – einen digitalen Neujahrsempfang angeboten. Als Zeichen des guten Willens und als Versuch, auch jetzt den Kontakt zu halten, ohne Zweifel lobenswert und gut. Mit dem Sektgläschen in den Hand allerdings alleine vor dem Bildschirm zu sitzen und auf kleine Bewegtbilder von Menschen zu starren, von denen man oft ja nur wenige Fußminuten entfernt wohnt – das ist mit Sicherheit alles andere als ein prickelndes Vergnügen.
Mit dem Rad im Kreis unterwegs
Es klingt toll, was sich die drei Klimamanager des Kreises mit ihrem Chef Reiner Bauer vorgenommen haben. Zig Kilometer Radwege, verteilt über das ganze Kreisgebiet sollen ertüchtigt werden. Es sei eine große Lust an diesem Thema zu spüren, hieß es da, der E-Bike-Boom hat den Donnersberg erreicht. Dabei soll es nicht nur um die Radwege, sondern auch um Bildungsangebote zum Thema Umwelt, Mobilität, Heimat gehen – da wird nun nicht gekleckert, sondern geklotzt. Dass offenbar alle mitziehen, macht die Sache umso besser. Wobei viele Ortschaften einen eindeutigen Startvorteil haben, denn in der VG Kirchheimbolanden wurde das Radwegenetz bereits seit etlichen Jahren kontinuierlich ausgebaut, mit GPS- Standorten gekennzeichnet, und sukzessive wurden die rechtlichen Voraussetzungen wie die Anpassung von Feld- und Waldwegen durchgesetzt. Er freue sich, so dann auch Verbandsbürgermeister Axel Haas zu dem Eifer, der in dieser Angelegenheit mittlerweile VG-übergreifend an den Tag gelegt werde. Denn die Vorarbeiten in der VG Kirchheimbolanden fanden lange Zeit nur wenig Beachtung. Heute ist man in Sachen Radwegenetz so etwas wie ein Pionier. Und die „länderübergreifende“ Zusammenarbeit mit Rheinhessen, die ebenfalls bereits angestoßen wurde, ist für den ganzen Kreis ein Gewinn.