Donnersbergkreis Von Schneckentempo zu Überschall

2486 Haushalte und 62 Gewerbebetriebe im Landkreis kämpfen mit langsamem Internet. Nun werden diese „weißen Flecken“ zu Vorreitern: Der gestern im Kreisausschuss vergebene Breitbandausbau bringt den meisten von ihnen Glasfaserkabel ans Haus. Die Kosten liegen bei 13 Millionen, die Zuschüsse bei 90 Prozent.
In Lauterecken, Medard, Odenbach, Adenbach, Lohnweiler, Wiesweiler, Hausweiler und Langweiler übernimmt als bester Bieter Pfalzconnect den Ausbau. Dort sollen 64 Prozent der „weißen Flecken“ Glasfaser bis ans Haus erhalten (im Fachjargon FTTB/FTTH) und damit auf Internetgeschwindigkeiten bis zu 100 Mbit pro Sekunde kommen können. Für alle anderen anzuschließenden Adressen ist nach dem einstimmigen Beschluss von gestern Inexio zuständig. Der Anbieter wird beim Ausbau vollständig auf Glasfaser bis ans Haus setzen. Damit sollen kreisweit 91,5 Prozent der „weißen Flecken“ auf bis zu 100 Mbit pro Sekunde schnelle Anschlüsse zugreifen können. Die Kosten summieren sich auf rund 13 Millionen Euro, 30 Prozent gibt das Land, 60 Prozent der Bund. Kalkuliert worden war mit rund 14,5 Millionen Euro und Eigenanteilen von 616.000 Euro auf dem Gebiet der Verbandsgemeinde (VG) Lauterecken-Wolfstein, 410.000 Euro in Kusel-Altenglan und 429.000 Euro in der VG Oberes Glantal. Diese Anteile sinken nun entsprechend. Der Breitbandausbau greift, wenn Haushalte, öffentliche Gebäude oder Gewerbebetriebe mit Internetgeschwindigkeiten von weniger als 30 Mbit pro Sekunde auskommen müssen. In 58 Orten gibt es solche „weißen Flecken“. Zusätzlich erhalten 23 Schulen Glasfaser bis ans Gebäude. Stichtag für die Gebote war der 9. November. Der Kreis war dafür in vier Lose aufgeteilt worden: zwei in der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein, je eins in den Verbandsgemeinden Kusel-Altenglan und Oberes Glantal. Andreas Spiegel, Geschäftsführer der den Landkreis beratenden und begleitenden Düsseldorfer Agentur Micus, sprach von einer „sehr, sehr schönen Entwicklung: günstiger bei deutlich besserem Netz“. Nach seiner Einschätzung erhielten die „weißen Flecken“ die bestmögliche Infrastruktur auf 40 Jahre. Als „weiße Flecken“ wurden nur Adressen erfasst, die die Anbieter nicht ohnehin bis Mitte 2020 auf mindestens 30 Mbit pro Sekunde aufrüsten wollen.