Donnersbergkreis Von der Vielseitigkeit der Liebe
Unter dem vielversprechenden Titel „Love is in the ear“ hat Diva Canto, der Mädchenchor des Gesangsvereins Hochstein, am Samstagabend die zahlreichen Besucher im vollbesetzten Festhaus von Winnweiler begeisterte. Dabei bewegten nicht nur die romantischen Stücke die Herzen des Publikums, auch schwungvolle Lieder luden zum Mitschnipsen ein. Nach dem Konzert hatten alle Besucher die Möglichkeit, mit den „Hochsteiner Diven“ das 15. Chorjubiläum gebührend zu feiern.
. Draußen ist es bereits seit einigen Stunden dunkel. Auch die Lichter im Festhaus von Winnweiler sind fast erloschen, als der Mädchenchor des Gesangvereins 1883 Hochstein um 19.30 Uhr die Bühne betritt. Lediglich ein paar Kerzen und Lichterketten tauchen den vollbesetzten Raum in eine wohlige, beinahe intime Atmosphäre. Alle Frauen sind schwarz gekleidet, hellgrüne Accessoires komplettieren die Outfits. Und obwohl sie auf den ersten Blick eine Einheit bilden, kann man doch die Individualität jeder Einzelnen erkennen. „Love is in the ear“ lautet der Titel des Jubiläumskonzerts zum 15-jährigen Bestehens des Chors. Eröffnet wird es mit „Ich wollte nie erwachsen sein“ aus Peter Maffays Kindermusical „Tabaluga“. Die 200 Jahre alte Schildkröte Nessaja besingt darin, wie wichtig es ist, sich kindliche Träume zu bewahren. Begleitet werden die Sängerinnen dabei von Jutta Schitter am Klavier, ihr Ehemann Peter Schitter spielt den Kontrabass, und Dennis Kolter unterstützt das Ensemble am Cajon. Dass Vernunft und Verstand in der Liebe keine Rolle spielen, wird bei „Can’t help falling in love“ besonders deutlich. Die 20 Frauen im Alter von 14 bis 32 Jahren bewegen dabei mit ihren hellen, klaren Stimmen. Elisa Esmaeli, die bei Diva Canto die Sopranstimme mitsingt, führt das Publikum eloquent durch den Abend. Immer wieder gibt sie Erläuterungen zu Liedern. Bei „All meine Gedanken“ geht es um das Vermissen und die Sehnsucht einer Liebenden, die von ihrem Partner getrennt wurde. „Gabriellas Sang“ hingegen sei aus einem schwedischen Kinofilm, in dem es um Selbstbefreiung und Hoffnung ginge. Mit „Angels“ folgt einer der größten Hits von Robbie Williams. Von den Sportfreunden Stiller folgt „Ein Kompliment“, bevor der Chor „You’ll be in my heart“ aus dem Disneyfilm Tarzan singt. Musik und Text stammen aus der Feder von Phill Collins. Zum leidenschaftlichen Abschluss der ersten Hälfte wird „Mein hungriges Herz“ von Mia performt. Dafür übernimmt Dominik Keller, seit 16 Monaten Chorleiter von Diva Canto, das Klavier. „Wir proben einmal in der Woche eine Stunde“, erklärt Altsängerin Julia Schöneberger während der Pause: „Für unser Jubiläumskonzert hatten wir allerdings intensive Vorbereitungen. Wir haben uns an mehreren Samstagen getroffen und viele Stunden geübt!“ Die Treffen haben sich in jedem Fall in ihren Liedern ausgezahlt. Nach der Pause starten Siska Müller an der Querflöte und Constanze Schmidt am Cello mit einer Sonate in D-Moll von Benedetto Marcello. Darauf begeistern die Diven mit „Suchen und fragen“, einem älteren Stück von Heinz Martin Lonquich und „You raise me up“. Manch einer im Publikum kann es sich nicht verkneifen, leise mitzusingen. „Ohne dich schlaf ich heut Nacht nicht ein“ handelt von dem sehnsüchtigen Wunsch: „Das, was ich will, bist du!“ Nach „All I have to do is dream“ und „Lena’s Song“ schnipst das Publikum bei „Goodnight Sweetheart“ schwungvoll mit. Eine musikalische Reise ins Jahr 1966 zu The Mamas and the Papas wird durch „California dreaming“ möglich. Dass Liebe nicht nur schön ist, sondern auch schmerzvolle Seiten haben kann, wird bei „Broken Strings“ deutlich: Auf den kaputten Saiten einer Gitarre kann nicht mehr gespielt werden, genau wie man das Herz nicht dazu zwingen kann, etwas für einen Menschen zu empfinden. Mit „Ich will keine Schokolade“ klingt da Konzert gutgelaunt aus. Hervorragend gelingt es Diva Canto, in dem zweistündigen Konzert, die Vielseitigkeit der Liebe und ihr besonderes Talent unter Beweis zu stellen. Das sieht auch das Publikum so. Nach enthusiastischen Zugabe-Rufen nehmen die 20 Sängerinnen den Choralltag auf die Schippe und leiten die große Party zum 15. Geburtstag ein. Sie bitten um „Ein Likörchen für das Frauenchörchen“ – und prompt wird ihnen dieser Wunsch erfüllt.