Donnersbergkreis Viermal Aluminium
«WINNWEILER.» Trotz einer starken zweiten Halbzeit mit vier Lattentreffern musste sich Verbandsligist ASV Winnweiler im Heimspiel gegen den FC Speyer mit 0:3 (0:1) geschlagen geben. Weil auch die Konkurrenz nicht gepunktet hat, konnte der ASV den sicheren zwölften Tabellenplatz aber halten.
Mit einem Sieg gegen den auf Platz vier stehenden Neuling, der allerdings keine Chance mehr hatte, ins Aufstiegsrennen einzugreifen, sollte der Klassenerhalt endgültig unter Dach und Fach gebracht werden. Und die Leistung vom Vorsonntag beim 4:0 gegen Zeiskam machte Mut. Doch schon nach 45 Sekunden waren die guten Vorsätze über den Haufen geworfen. Ein präziser Pass aus dem Mittelfeld hebelte die Abwehrreihe aus, Ahmet Pinarbasi hatte freie Bahn und schob überlegt zum 0:1 ein. Der Treffer zeigte Wirkung. Die spielstarken Gäste nahmen das Zepter in die Hand und erspielten sich nach dem gleichen Strickmuster weitere Chancen. Kurzpasspassagen im Mittelfeld und dann der präzise Pass in die Spitze brachten die ASV-Deckung ein ums andere Mal in Verlegenheit. „In der ersten Halbzeit waren wir zu fahrig, sind immer einen Tick zu spät gekommen. Da hatten wir auch Glück“, sagte ASV-Trainer Jürgen Giehl später. Nicht nur Glück, sondern auch wieder einen guten Torhüter hatte der ASV. Robin Assel konnte gegen die freien Pinarbasi und Marvin Sprengling klären. Ein Weitschuss von Sprengling verfehlte nur knapp sein Ziel. Die Hausherren kamen nur schwer ins Spiel, hatte nach einer halben Stunde einige gute Ansätze, meist über Fabian Schmitt, der über die rechte Seite kam, die aber nicht zum Abschluss kamen. Kurz vor dem Halbzeitpfiff startete Schmitt einen Alleingang aus der eigenen Hälfte, traf mit seinem Schuss den Außenpfosten des FC-Gehäuses. Ein erstes Ausrufezeichen. Die ersten Aktionen nach dem Seitenwechsel gehörten aber wieder Speyer. Zunächst schob Christoph Gass knapp vorbei, dann startete Sprendling ein Solo, bediente Rosario Vinciguerra, der zielte mit seinem Heber aber zu hoch und handelte sich damit ordentlich Kollegenschelte ein. Jetzt begann die beste Zeit des ASV. Nach einer Freistoßflanke von Waldemar Schneider brannte es erstmals so richtig vor dem FC-Gehäuse, doch Jakob Siebecker und Schmitt wurden geblockt. Wenig später schoss Schneider knapp vorbei, und Schmitt scheiterte an Gästekeeper Rausch. Dann wurde es dramatisch. Siebecker köpfte eine Flanke an die Latte, den abspringenden Ball beförderte dann Schneider noch einmal ans Gebälk. Doch damit nicht genug. Schmitt nahm ein Zuspiel mit dem Rücken zum Tor an, traf aus der Drehung erneut Aluminium. Der Ausgleich lag in der Luft, wollte aber einfach nicht fallen. Siebecker machte den Alutest komplett, traf mit einem satten Schuss noch einmal die Querstange. Ungläubiges Kopfschütteln im ASV-Lager. Und dann die Ernüchterung: Konter in der 90. Minute, Isa Esen hatte freie Bahn und jagte die Kugel humorlos in die kurze Ecke zum 0:2. In der Nachspielzeit traf Vinciguerra noch zum 0:3-Endstand. Giehl: „Auf Grund der zweiten Halbzeit wäre ein Punkt verdient gewesen. Da haben wir uns ins Spiel gebissen und die Kontrolle übernommen. Insgesamt war das Spiel ein wenig symptomatisch für die bisherige Saison.“ Gästetrainer Ralf Gimmy kreidet seinem Team mangelnde Chancenverwertung an: „Unser Problem war, dass wir nur mit 1:0 in die Halbzeit gegangen sind. Wir wussten, dass Winnweiler noch einmal kommt und haben zu viele Standards zugelassen. Trotzdem denke ich, dass der Sieg verdient war.“ Sport So spielten sie ASV Winnweiler: Assel - Steigerwaldt, Scharfenberger (34. Siebecker), Dreger, Geißler - Giehl (75. Orschiedt), Matinski, Hertel - Schneider - Schmitt, Schwab (56. Steer).