Donnersbergkreis „Viele werden sich wiedererkennen“
Ruppertsecken. Er war ein Teil der Wochenshow bei Sat1, gewann mehrmals den Deutschen Comedypreis, hatte seine eigene Unterhaltungssendung und verlieh „Mr. In-credible“ im Erfolgsfilm „Die Unglaublichen“ seine Stimme: Die Rede ist von Markus Maria Profitlich. Mit seinem aktuellen Programm „Schwer im Stress!“ kommt einer der bekanntesten deutschen Komiker am Sonntag, 26. März, ins höchstgelegene Dorf der Pfalz. Für ihn eine Premiere – vom Donnersbergkreis hat er bislang noch nichts gehört. Sebastian Stollhof hat sich vorab mit Profitlich über Ruppertsecken, seine ungewöhnliche Karriere und Stress unterhalten.
Ehrlich? Nein. Hörte sich für mich aber so interessant an, dass ich gesagt habe: „Ja, da müssen wir spielen!“ Und vom Donnersbergkreis? Nee, leider auch noch nicht. Das ist wirklich noch ein Fleckchen unberührtes Deutschland, was ich noch nicht bespielt habe. Bad Kreuznach ist ja nicht so weit weg. Da habe ich mich tätowieren lassen. Also in der Nähe war ich zumindest schon mal. Sie leben in Königswinter: Da soll es ja fast so schön wie am Donnersberg sein… Das werde ich ja sehen, wenn ich dann da bin in Ruppertsecken – ob es da fast so schön ist wie in Königswinter (lacht). Königswinter liegt direkt am Rhein. Wir sind vor einem guten Jahr dorthin gezogen. Für mich ist das zurück zu den Wurzeln, weil ich in der Nähe im Siebengebirge aufgewachsen bin. Ich bin gespannt, wie schön es am Donnersberg ist. Ich habe gelesen, Sie waren früher als „Bofrost-Mann“ unterwegs und hatten eine Schreiner-Lehre absolviert. Wie kamen Sie zur Comedy? Das ist aus einem Hobby entstanden. Ich bin früher mit zwei Freunden auf Geburtstagen, Hochzeiten, Firmenfeiern und so weiter aufgetreten. Das war so einmal im Monat. Nachher war dann jedes Wochenende voll. Die Schreinerlehre habe ich zwischendurch gemacht, zwischen den ganzen Auftritten. Dann hatte ich schon einen festen Job, habe abends in einem Musical in Köln gespielt, wo ich Gott sei Dank auch meine Frau kennengelernt habe. Dann bekam ich noch ein Angebot vom Fernsehen. Da musste ich mich dann entscheiden, was ich machen will. Ich habe den Sprung gewagt und bin bis heute immer noch extrem zufrieden. Im Fernsehen waren Sie in verschiedenen Rollen zu sehen: Als Mitglied der „Wochenshow“, mit Ihrer eigenen Sendung „Mensch Markus“, aber Sie sind auch Synchronsprecher. So haben Sie beispielsweise „Mr. Incredible“ im Erfolgsfilm „Die Unglaublichen“ Ihre Stimme geliehen. Was von dieser Zeit bleibt am meisten hängen? Die Zeit bei der „Wochenshow“ war natürlich der Durchbruch für mich im Fernsehen. „Mensch Markus“ dann hinterher war noch das Sahnehäubchen obendrauf. Es ist schon extrem, sagen zu können, ich habe meine eigene Sendung im Fernsehen. Ich konnte viele, viele Sachen machen, ausprobieren. Es waren zum Schluss dann doch 2000 Sketche. Dann habe ich gesagt: „Nein, das reicht. Ich möchte mal was anderes machen.“ Ich habe auch ein paar andere Sachen selbst produziert in meiner Firma. Aber dann bin ich längere Zeit krank geworden, anderthalb Jahre, und bin dann zurück in meinen Job, zurück zu den Wurzeln, also wieder auf die Bühne. Da habe ich wieder gespürt, wie toll das ist, auf der Bühne unterwegs zu sein. Dass man nicht auf den nächsten Tag warten muss, wie die Quoten aussehen. Man sieht sofort, ob’s funktioniert oder nicht. Bis jetzt kann ich mit Fug und Recht behaupten: Es funktioniert immer, was ich da mache auf der Bühne. Die Leute können sich einfach auf zwei Stunden entspanntes Lachen einstellen. Comedians gibt es mittlerweile viele in Deutschland, da den Überblick zu behalten ist fast unmöglich. Was halten Sie von dieser Welle? Auch schon zu Zeiten der Wochenshow gab es viele, die versucht haben durchzukommen. Aber da trennt sich schnell die Spreu vom Weizen. Damals war das zumindest so. Heutzutage kann ja jeder, der meint, er wär ein witziges Kerlchen, sich bei Youtube oder sonst irgendwo verwirklichen – was manchmal echt extrem peinlich ist. Die Vielfalt wird immer größer, aber von einer Comedy-Welle zu sprechen? Wir haben auch immer mehr Nachrichtensendungen. Haben wir jetzt eine Nachrichtensendungs-Welle? Ich glaube nicht. Der Titel Ihres aktuellen Programms lautet „Schwer im Stress“. Sind Sie oft gestresst? Durch die Reiserei während einer Tournee auf den Autobahnen kommt es schon mal zu Erlebnissen, wo man die Faust in der Tasche macht. Aber sonst versuche ich den Stress erst gar nicht an mich dran zu lassen. Wie vermeiden Sie das? Mein Vater war auch eher die ruhige Abteilung. Auch die trockene Abteilung, was seinen Humor angeht. Von ihm habe ich einiges mitbekommen (lacht). Der hatte einen Wahlspruch: „Et hät noch immer jot jejange“. Auf deutsch: „Es ist immer noch ganz gut gelaufen.“ Also: Nicht so groß aufregen über Sachen. Das zieht einen noch mehr runter. Bloß nicht so nahe an sich rankommen lassen. Was dürfen die Besucher in Ruppertsecken von Ihrer Show erwarten? Ich beleuchte so einige Sachen zum Thema Stress. Was alles so passieren kann, wo Stress auftauchen kann. Ob das jetzt am Leergutautomaten im Supermarkt ist oder beim Aussuchen des Urlaubsortes mit der Familie. Ich bin verheiratet, habe zwei Töchter. Wenn dann die Damen vor mir sitzen und sagen: „Mmmhh, irgendwo hin, wo es schön warm und trocken ist.“ Da würde mir schon der Heizungskeller mit einer Kiste Bier reichen. Alle möglichen Seiten des Stresses werden lustig dargestellt. Ich stehe nicht auf der Bühne mit erhobenen Zeigefinger und sage: „So und so und so geht es! So und so und so müsst ihr das machen!“ Nein. Ich denke, es werden sich viele Leute wiedererkennen. In Ruppertsecken werden Sie in einem kleinen Saal auftreten, sind nah dran am Publikum. Was reizt Sie daran? Genau das. Nah am Publikum zu sein. Wo soll ich sonst sein (lacht). Info Markus Maria Profitlich kommt mit seinem Programm „Schwer im Stress“ am Sonntag, 26. März, 20 Uhr, ins Bürgerhaus nach Ruppertsecken. Karten gibt es im Vorverkauf beim RHEINPFALZ-Ticket-Service, in allen RHEINPFALZ-Geschäftsstellen und vielen Servicepunkten wie der Bücherhütte in Rockenhausen, unter der Hotline 0631 3701-6618, bei allen Reservix-Verkaufsstellen wie Fahrrad Dietz, VG-Verwaltung und Mork-Team in Rockenhausen oder Officestar Enders in Kibo sowie unter www.reservix.de.