Donnersbergkreis Viel Lob – und Kritik an Homepage

Unter der Führung von Ortschef Ralph Molter (rechts) marschierte die Kommission Richtung Kirche. Auch VG-Chef Antweiler (vorn li
Unter der Führung von Ortschef Ralph Molter (rechts) marschierte die Kommission Richtung Kirche. Auch VG-Chef Antweiler (vorn links) und Landrat Guth (hinten Mitte) waren mit von der Partie.

Die Landeskommission des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ ist derzeit im Donnersbergkreis unterwegs, um die drei Ortschaften Dreisen, Marienthal und Morschheim, die es in den Landeswettbewerb geschafft haben, zu bewerten. Gestern Vormittag war Dreisen die erste Station. Die Gemeinde tritt zum ersten Mal auf Landesebene an.

Am Ende fasste Ortschef Ralph Molter zusammen, was wahrscheinlich alle dachten: „Zwei Stunden sind einfach zu kurz. Wir hätten noch so viel zu zeigen gehabt!“ Gereicht hat es aber auf jeden Fall, um die sechsköpfige Delegation unter der Leitung von Franz Kattler, Referatsleiter Dorferneuerung beim Land, zu beeindrucken. Stationen des Rundgangs, der in weiten Teilen eine Rundfahrt war, waren das Rathaus mit dem katholischen Betsaal, die Bücherei, die Kirche, wo Pfarrer Michael Mai schon wartete, und als erster Höhepunkt die Gemeindehalle. Hier präsentierte Molter mit sichtlichem Stolz das Ergebnis einer umfangreichen Sanierung, bei der die Dreiser in zwei Jahren rund 25.000 freiwillige Arbeitsstunden abgeleistet haben und die eine der schönsten Aussichten im ganzen Kreis aufweist. Trotz aller Hürden, die zu überwinden waren, wurde, wie Molter betont, der Kostenrahmen von insgesamt 1,2 Millionen Euro nicht überschritten. Es folgte ein kurzer Blick Richtung geplantes Neubaugebiet, und via Friedhof ging es zur Kita mit dem benachbartem Feuerwehrhaus. Kurzzeitig trennte sich die Kommission, um separat private Anwesen und die Außenbegrünung in Augenschein zu nehmen. Letzte Stationen waren der Spielplatz und das Bahnhofsgelände. In der Mühlstube der Bäckerei Schmidt gaben die Jurymitglieder dann einzeln erste Kurzbeurteilungen ab. So lobte Franz Kattler die gute Verkehrsanbindung und Infrastruktur. Lob gab es auch für die Zusammenarbeit mit Göllheim, vor allem mit Blick auf das geplante Gewerbegebiet, aber auch die innerörtliche Zusammenarbeit von Vereinen und Ortsgemeinde. Unverblümt kritisiert wurde die Homepage der Gemeinde. Die sei „wirklich sehr schlecht“. In Sachen Breitband riet die Jury der Gemeinde, sich nicht auf den Lorbeeren auszuruhen. Einen positiven Eindruck haben die bürgerschaftlichen Aktivitäten im Ort hinterlassen. Anregungen gab es zur geplanten Spielplatzgestaltung, außerdem wurde eine Bitte der Bevölkerung nach einem Fahrradweg zu den Nachbargemeinden aufgegriffen: „Verfolgen Sie das unbedingt weiter!“ Luft nach oben sah die Jury beim Thema betreutes Wohnen im Ort. Das könne auch mit Ideen für die Neuverwendung von leerstehenden Nebengebäuden größerer Anwesen verbunden werden. So seien anderswo Konzepte umgesetzt worden, wo Familien solche Nebengebäude, beispielsweise Scheunen, umgebaut hätten und gleichzeitig eine im Haupthaus wohnende ältere Person mitbetreuten. Molter wies darauf hin, dass es bereits Pläne für die Einrichtung eines Seniorenbegegnungstreffs gebe. Ihre Verwirklichung sei bisher an fehlenden Räumlichkeiten gescheitert, hier sei aber etwas in der Entwicklung. In Sachen innerörtliche Grüngestaltung gab es von Werner Ollig, dem Leiter der Landesgartenakademie, ganz großes Lob für den Friedhof mit seinem „sensationellen Baumbestand“, den Spielplatz und den Park am Bahnhof. Als großes Plus wertete er auch die Aktivitäten der Gruppe „Team grüner Daumen“. Mit ihrem Engagement seien die Mitstreiter „ein wirkliches Highlight für den Ort“, fand er.

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