Alsenz RHEINPFALZ Plus Artikel Verstärkung für Hausarztpraxis

Hausarzt Johannes Blank (links) und Ortsbürgermeisterin Karin Wänke freuen sich, dass der Mediziner Nikola Bakracheski künftig i
Hausarzt Johannes Blank (links) und Ortsbürgermeisterin Karin Wänke freuen sich, dass der Mediziner Nikola Bakracheski künftig in der Alsenzer Gemeinschaftspraxis einsteigen wird.

Gute Nachrichten für alle Patienten in und um Alsenz: In der Gemeinschaftspraxis Blank/Fiegel wird ab April ein weiterer Kollege bei der Patientenversorgung helfen. Die frohe Botschaft lautet jetzt: Es werden ab sofort wieder Neupatienten aufgenommen.

Die Freude ist nicht zu übersehen. Ohne viel Aufsehens, fast schon in aller Heimlichkeit, haben Hausarzt Johannes Blank und Ortsbürgermeisterin Karin Wänke im Hintergrund alle Fäden gezogen und einen Mediziner als Verstärkung für die bestehende Gemeinschaftspraxis im Uferweg gewinnen können. Nikola Bakracheski ist 39 Jahre alt und hat zwei Leidenschaften, die ihn an die Region binden: Seine Frau, die als Ärztin in einer Klinik in Bad Kreuznach arbeitet, und sein erstes Kind, das die beiden im März erwarten.

Suche geht noch weiter

„Wir nehmen ab sofort wieder Patienten auf“, verkündet Johannes Blank denn auch freudig. Zwar müssen noch einige Woche überbrückt werden, bis Bakracheski ab April bei der Patientenversorgung einsteigt, „aber das schaffen wir, es ist ja eine Verbesserung absehbar“.

Nikola Bakracheski stammt aus Nordmazedonien und war von 2008 an als Arzt in seinem Heimatland tätig, bevor er 2017 mit seiner Frau nach Deutschland kam. Zuletzt praktizierte er in einem großen hausärztlichen MVZ in Simmern und Rheinböllen. Der 39-jährige Mediziner spricht neben Deutsch und Englisch auch Mazedonisch, Bulgarisch und Serbisch.

„In den nächsten Monaten“, so Blank, „werden wir die Sprechstundenzeiten kontinuierlich erweitern, um unserem Patientenzuwachs besser gerecht zu werden“. Zwar sei man dem Ziel, die hausärztliche Versorgung zukunftsfähig zu machen, jetzt ein ganzes Stück näher gekommen. Gleichzeitig wolle man sich damit nicht zufriedengeben. „Wir suchen weiter“, kündigt Bank an. Er könne sich auch gut vorstellen, dass beispielsweise eine junge Ärztin oder ein junger Arzt in der Familienphase stundenweise und in einem Anstellungsverhältnis einsteigen. „Man kann über alles reden, wir sind da völlig flexibel“. Mit wir meint er sich und seine langjährige Kollegin Cathrine Fiegel, die allerdings altersbedingt in absehbarer Zeit ein wenig kürzer treten möchte.

3000 Patienten auf Hausarztsuche

Das Vertrauensverhältnis zwischen Patient und Arzt ist es, was Blank in der Gemeinschaftspraxis unbedingt bewahren möchte. „Wir sind für die Menschen in ganz vielen Bereichen der erste Ansprechpartner, Vertrauen gehört unbedingt dazu.“ Am meisten aber freut es ihn und seine Kollegen, dass sie von nun an wieder Kapazitäten für Neupatienten haben werden. „Gerade in der jüngsten Zeit hatten wir viele Anfragen und mussten etliche Patienten abweisen. Das ist für Patienten, aber auch für uns Ärzte natürlich sehr unbefriedigend“, so Blank.

Der Mediziner bezieht sich dabei auf den hausärztlichen Versorgungsengpass, der sich im Gebiet um Alsenz und Obermoschel. im vergangenen Jahr entwickelte. Er entstand, weil der Obermoscheler Arzt Uwe Mannweiler und die Schiersfelder Ärztin Beate Heinzen ihre Praxen jeweils Ende Juni aufgegeben wollten, jedoch keinen Nachfolger finden konnten. Hinzu kam, dass der Gaugrehweilerer Hausarzt Thomas Seel fast zeitgleich krankheitsbedingt ausfiel und wohl dauerhaft ausfallen wird. „Plötzlich waren rund 3000 Patienten auf der Suche nach einem neuen Hausarzt, das konnten wir natürlich nicht auffangen“, so Blank.

Auch in Obermoschel geht es weiter

Im November wurde dann bekannt, dass Heinz Peter Dilly, Facharzt für Innere und Allgemeinmedizin, die Praxis von Mannweiler übernimmt und mittelfristig in Obermoschel ein Versorgungszentrum installieren will. Dilly betreibt in Hargesheim und Waldböckelheim im Landkreis Bad Kreuznach bereits ein großes MVZ. Unter diesen Voraussetzungen erklärten sich Mannweiler und Heinzen bereit, unter der Leitung von Dilly an vier Tagen pro Woche (jeweils halbtags) vorerst weiterhin ihre medizinischen Dienste anzubieten. In absehbarer Zeit soll nun ein Neubau für das MVZ in Obermoschel entstehen und durch weitere Hausärzte betrieben werden.

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