Donnersbergkreis
Verkehrschaos: Schwimmbadbesucher verstopfen Landstraße
Wer am Mittwoch die Straße am Freibad entlangfahren wollte, stieß dabei unweigerlich auf ein Problem. Denn wie ein Leser schildert, gab es dort fast kein Durchkommen. Das heiße Wetter hatte die Wasserfans scharenweise nach Winnweiler gelockt, viele von ihnen per Auto. Und das wurde vor allem denen zum Verhängnis, die die L390 nach Höringen entlangfahren mussten: An beiden Straßenseiten reihten sich die geparkten Autos Stoßstange an Stoßstange, und das auf der ganzen Länge des Freibads. Durchfahren konnte man dort nur noch einzeln. Manche Autos hätten mitten auf der Straße anhalten und gut 200 Meter zurücksetzen müssen, schildert er weiter. Denn nach vorne ging manchmal gar nichts mehr.
Dass das nicht so bleiben kann, ist klar. Auch den Behörden. Nicht nur, weil der Wetterbericht noch bis zum Wochenende Schwimmbadwetter voraussagt und Autofahrer tagelang genervt werden könnten. Die Straße war auch als Rettungsweg dicht. Bei einem Notfall im Bad oder den umliegenden Dörfern hätten die Helfer festgesteckt. Rudolf Jacob, der Verbandsbürgermeister von Winnweiler, hat noch am Dienstagabend von dem Parkchaos erfahren. Die Schwimmbadmitarbeiter hätten ihn kontaktiert, sagt er. „Zu diesem Zeitpunkt waren bereits Mitarbeiter des Ordnungsamtes und der Polizei vor Ort.“ Und die sollen ab jetzt auch schon früher an der Straße kontrollieren, um das massenhafte falsche Parken zu verhindern. Auch über ihre Social-Media Kanäle und einen Aushang am Schwimmbadeingang informiert die VG darüber, dass diese Art des Parkens natürlich nicht geht.
Bürgermeister sieht Besucher in Verantwortung
Die Waschmühle bei Kaiserslautern öffnet erst am Samstag. Vielleicht also sind einige der Besucher nach Winnweiler ausgewichen. Doch es sei nicht das erste Mal, dass es zu einer solchen Situation gekommen sei, sagt Jacob. Auch im letzten Jahr hätten Wildwest-Parker schon den Verkehr behindert. Gibt es also zu wenige Parkplätze am Schwimmbad? Der Bürgermeister verneint das vehement. „Wir halten am Schwimmbad mehr als doppelt so viele Parkplätze vor, wie baurechtlich notwendig.“ 112 statt der vorgeschriebenen 47. Mehr zu bauen sei nicht sinnvoll. Schließlich handele es sich nur um einige Tage im Jahr, an denen überhaupt so viele Besucher das Bad stürmten. „Es ist kostenmäßig und auch in puncto Flächenverbrauch nicht möglich und vertretbar.“
Vielmehr sieht Jacob die Verantwortung bei den Besuchern. Das Parken an der Straße sei außerhalb der markierten Stellen verboten und eine Ordnungswidrigkeit. Dennoch sei sogar dann schon dort geparkt worden, wenn es noch freie Stellplätze am Schwimmbad gegeben habe. „Vielleicht sollte sich der ein oder andere Schwimmbadnutzer überlegen, ob man nicht auch zu Fuß oder mit dem Fahrrad das Schwimmbad erreichen kann“, findet der Bürgermeister. Denn in einer Entfernung von nicht mehr als zehn Gehminuten gebe es viele Parkmöglichkeiten. Die seien weder am Dienstag noch während vergleichbarer Situationen voll belegt gewesen.
Gegen Falschparker soll vorgegangen werden
Reagiert wird jedenfalls prompt. „Ich habe meine Mitarbeiter des Ordnungsamtes angewiesen, Verstöße konsequent mit Bußgeldern zu ahnden und gegebenenfalls auch abschleppen zu lassen“, sagt Jacob. Im vergangenen Jahr habe das Ordnungsamt die Lage wieder in den Griff bekommen.Und auch dieses Jahr soll das Chaos mit diesem Vorgehen ein einmaliges Ereignis bleiben.