Donnersbergkreis
Verbandsgemeinde Göllheim: Entgelte werden wohl 2021 erhöht
Beim Wasserwerk stehen im Jahr 2020 den Erträgen von 1,9 Millionen Euro Aufwendungen von rund zwei Millionen Euro gegenüber. Der Verlust beträgt 124.700 Euro. Im kommenden Jahr rechnet man trotz leicht steigender Einnahmen mit einem Verlust von fast 140.000 Euro. „Angesichts der Ertragslage ist eine Erhöhung der Entgelte 2021 zwingend zu erwarten“, fasst Bürgermeister Steffen Antweiler die Wirtschaftslage des Wasserwerks zusammen.
Die letzte Gebührenerhöhung habe es zum 1. Januar 2017 gegeben. Seitdem seien die Ausgaben für Energie, Fremdleistungen und Material sowie die Personalkosten so weit gestiegen, dass sie mit den alten Gebührensätzen nicht mehr ausgeglichen werden könnten, betont Antweiler.
Der Vermögensplan hat ein Volumen von knapp 5,2 Millionen Euro. Neben Leitungssanierungen und der Erschließung von Neubaugebieten ist die geplante Erweiterung des Werkhofgebäudes samt der energetischen Sanierung des Bestandes mit 820.000 Euro der größte Einzelposten. 2021 sind dafür weitere 520.000 Euro eingeplant. Mit der Erweiterung sollen die baulichen Voraussetzungen für die geplante AöR „Betriebsgemeinschaft Wasserversorgung Göllheim und Eisenberg“ geschaffen werden (wir berichteten).
Wohl Provisorium
Sie soll abweichend von der ursprünglichen Planung schon zum 1. August 2020 gegründet werden. Zum 1. Januar 2021 wird sie den Betrieb aufnehmen. Der gesamte technische Bereich der Wasserversorgung der beiden Verbandsgemeinden wird mit der AöR am Werkhof Göllheim zusammengefasst. Erforderlich ist die räumliche Trennung der Bereiche Wasser und Kanal. In Blick auf den Stand der Planung und die Kürze der Zeit für die bauliche Anpassung macht Antweiler deutlich, dass man wohl nicht umhin kommen werde, bei der Unterbringung der drei Mitarbeiter des Kanalwerks auf ein Provisorium auszuweichen. Etwa einen Container. Zudem macht Antweiler darauf aufmerksam, dass mit der Betriebsaufnahme der AöR eine Neustrukturierung des Wirtschaftsplanes für 2021 erforderlich werde. Auch wenn keine wesentlichen Veränderungen der Wirtschaftslage zu erwarten seien.
Ausreißer bei Kanalwerk
Das Kanalwerk rechnet für 2020 mit Erträgen von rund 2,91 Millionen Euro und Aufwendungen von 3,13 Millionen Euro. Der Verlust beträgt 219.000 Euro. 2021 wird ein Gewinn von knapp 18.000 Euro geplant. Das entspricht in der Größenordnung den Planzahlen für das vergangene Jahr.
Der Ausreißer in diesem Jahr, erläutert Antweiler, gehe auf die einmalige Erhöhung der Betriebsumlage des AMP gegenüber dem Vorjahr um rund 300.000 Euro zurück. Verursacht werde dieser Anstieg durch die wesentlich höheren Betriebskosten infolge der laufenden Sanierungsmaßnahmen an der Kläranlage Monsheim. Der Mehraufwand ergebe sich daraus, dass man die Kläranlage für die Sanierungsarbeiten nicht stilllegen könne, sondern ihren Betrieb aufrechterhalten müsse. In den Vermögensplänen sind für 2020 rund zehn Millionen Euro und 2021 11,1 Millionen Euro veranschlagt. Die jeweils größten Posten entfallen auf die Erschließung von Neubaugebieten. Die Investitionen beim AMP schlagen 2020 mit 1,5 Millionen Euro und 2021 mit 760.000 Euro zu Buche. Hinzukommen 2021 410.000 Euro für Investitionen bei der Kläranlage Eistal-West (Abwasserbeseitigung Lautersheim). Zudem soll in Kanalsanierungen investiert werden.
Kostenaufwendige Sanierung
Zur kostenaufwendigen Sanierung der Kläranlage Monsheim verweist Antweiler auf die gestiegenen Möglichkeiten und Anforderungen beim Reinigungsgrad. Damit werde der Einsatz neuer Technik erforderlich. Mit der Aufrüstung gehe aber auch eine Kapazitätserweiterung der Kläranlage Hand in Hand, so dass alle aktuell geplanten und angemeldeten Neubau- und Gewerbegebiete angeschlossen werden könnten. Aber man erreiche die Kapazitätsgrenze der Kläranlage, und eine Erweiterung stehe im Raum.
Im Übrigen, so Antweiler, habe die Sanierung der Kläranlage zu einer Abweichung von der Regel des turnusmäßigen Wechsels in der Vorstandschaft des AMP geführt. Axel Haas bleibe bis zu seinem Ausscheiden aus dem Amt des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden Verbandsvorsteher des AMP und werde so die Sanierungsmaßnahmen kontinuierlich weiter begleiten. Erster Stellvertreter ist Antweiler. Ralph Bothe, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Monsheim, ist zweiter Stellvertreter.