Donnersbergkreis „Unzählige Heldentaten“

Brigitte Mannert, Präsidentin der Handwerkskammer der Pfalz, zeichnete auch Handwerker aus dem Donnersbergkreis mit dem Goldenen
Brigitte Mannert, Präsidentin der Handwerkskammer der Pfalz, zeichnete auch Handwerker aus dem Donnersbergkreis mit dem Goldenen Meisterbrief aus (von links): Otto Götz, Rolf Braun und Günther Engels.

Es sei ein gutes Gefühl, wenn man nach vielen Mühen endlich ein Ziel erreiche, stellte die Präsidentin der Handwerkskammer Pfalz, Brigitte Mannert, fest. Dieses gute Gefühl hätten vor 50 Jahren die Menschen gehabt, die gestern im Bürgerhaus Schuhfabrik in Waldfischbach-Burgalben von der Handwerkskammer mit dem Goldenen Meisterbrief geehrt wurden. 96 erfahrene Meister waren es – darunter auch fünf aus dem Donnersbergkreis.

50 Jahre ist es her, dass Zimmerer Rolf Braun (Dannenfels), Bäcker Günther Engels (Imsbach), Mechaniker Roland Hlavac (Kirchheimbolanden) sowie die Maschinenbauer Otto Götz (Winnweiler) und Johann Weber (Kirchheimbolanden) ihre Meisterprüfung bestanden. Damals sei ihnen als Lohn für ihre Mühe und Arbeit der Meisterbrief verliehen worden, erinnerte Mannert. Die Verleihung des Goldenen Meisterbriefs sei Ausdruck der Wertschätzung, die den Meistern für ihre Lebensleistung entgegengebracht werde. 1967 sei ein rebellisches Jahr gewesen, erinnerte sie an die Zeiten der Studentenbewegung. Und sie erinnerte an das Kultauto von Citroën, an die „Ente“, sowie an das Farbfernsehen, das in deutsche Wohnzimmer einzog. Die Mehrwertsteuer stieg und verteuerte für die Kunden die Leistungen, die die damals etwa 600.000 Handwerksbetriebe in Deutschland anboten. 1967 sei nach Jahren des stetigen Aufschwungs und Wirtschaftswachstums das erste Jahr gewesen, in dem sich die Konjunktur eintrübte. Das Bruttosozialprodukt ging zurück, es gab Entlassungen. Das Handwerk sei zwar weniger anfällig für die Krise gewesen, aber im Baugewerbe habe es beispielsweise einen Umsatzrückgang von über acht Prozent gegeben. Von 808 Kandidaten im Bereich der Handwerkskammer Pfalz, die trotz bewegter Zeiten Meister werden wollten, bestanden 626 die Prüfung, erinnerte die Präsidentin. Sie freue sich, 96 von ihnen nun den Goldenen Meisterbrief in einer feierlichen Stunde persönlich überreichen zu können. 1967 seien die jungen Meister nicht offiziell geehrt worden. Die Handwerkskammer hatte damals ihre Feierstunde verlegt und war beim Feiern vom Herbst 1966 ins Frühjahr 1968 gesprungen. Mannert blickte auf die aktuelle Lage im Handwerk. Der Handwerker erbringe „täglich unzählige Heldentaten“, sagte sie und nannte als Beispiele den reparierten Wasserhahn und die wieder funktionierende Heizung. Es herrsche gerade eine „ambivalente Stimmung“ im Handwerk. Auf der einen Seite Euphorie, weil sich viele vor Aufträgen kaum retten könnten. Auf der anderen Seite Resignation, weil nicht mehr genügend Fachkräfte vorhanden seien, um die anfallenden Arbeiten erledigen zu können. Und dazwischen das Gefühl, dass der aktuelle Boom einmal zu Ende gehen werde.

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