KIRCHHEIMBOLANDEN Ukrainehilfe: Rotarier schicken zwei 40-Tonner auf die Reise
„Das geht jetzt durch die Decke“, freut sich Martin Braun, zur Zeit Präsident des Rotary Clubs Kirchheimbolanden, über die enorme Resonanz seines Videoaufrufs, den er am Samstag bei Facebook gepostet hat. Im Gespräch ist die fieberhafte Aktivität unüberhörbar, mit der diese Aktion inzwischen vorangetrieben wird. Viele Unterstützer und Großspender sind im Boot. Die ganze Rotary-Familie – also auch die Frauen von Inner Wheel und der Rotarct Club – packen mit an, der Lions Club Donnersberg hat sich seinerseits mit 5000 Euro beteiligt, wie Martin Braun wissen lässt. Es geht mittlerweile um nichts weniger als zwei 40-Tonner, die sich von Kirchheimbolanden aus auf den Weg ins ukrainische Lemberg machen sollen.
Lebensnotwendiges im Fokus
Möglich wird diese Aktion laut Braun vor allem durch den Transport-Unternehmer Christoph Günther, der mit seinem Logistik-Unternehmen Magna Auriga auf Schwertransporte spezialisiert ist und dem Rotary Club angehört. Er hat über Kundenkontakte in die Ukraine einen Korridor für einen solchen Transport öffnen können. Zunächst, so Martin Braun, sollte es nur ein Laster sein, inzwischen können sogar zwei gefüllt werden. Er hofft, sie möglichst am Montag schon auf den Weg bringen zu können, solange dieser Korridor noch offen ist, vielleicht wird der zweite Lkw auch etwas später starten. „Spätestens am Mittwoch sollte auch der unterwegs sein“, hofft der Kirchheimbolander Hotelier.
Bislang sind rund 15.000 Euro an Geldspenden zusammengekommen. Braun hofft, dass es vielleicht noch 20.000 werden. Für dieses Geld stellt der Kirchheimbolander Edeka-Markt Schmitt die benötigten Güter zum Einkaufspreis zur Verfügung, berichtet Braun dankbar und anerkennend. Allein das werde einen Lkw füllen. Der Zusammenstellung liegt eine Bedarfsliste zugrunde, die man von den Partnern in der Ukraine erhalten hat. „Da geht es um Dinge, die lebensnotwendig sind“, betont Braun, dass als Spenden nicht etwa Möbel oder Kinderspielzeug abgegeben werden sollten. Dringend gebraucht würden Lebensmittelkonserven, haltbares Brot, Milchpulver, Batterien, Kerzen, Frauenhygieneartikel, Windeln, Zahnbürsten, Stückseife, Trockenhefe. Das sind auch die Dinge, die nach wie vor als Sachspenden willkommen sind. Anderes wie Nudeln oder Mehl werde palettenweise bestellt, Mehl etwa werde von der Kupfermühle Bindewald bereitgestellt. Abgenommen würden die Lieferungen am Zielort vom Roten Kreuz.
Auch Schulen bringen sich ein
Abgeben kann man seine Sachspenden am Freitag zwischen 16 und 18 Uhr beim Donnersberger Energie und Gewerbepark (DEG) im Industriegebiet an der Morschheimer Straße. Man kann die Aktion aber auch anders unterstützen. Die Kirchheimbolander Rotaracter – Rotaract ist die Rotary-Nachwuchsorganisation – werden am Freitag von 14 bis 18 Uhr und am Samstag von 10 bis 14 Uhr am Edeka-Markt mit ihrer „Kauf-eins-mehr“-Aktion bereitstehen und Kunden bitten, bei ihrem Einkauf einige der benötigten Sachen für die Ukraine einzukaufen und danach bei den Clubmitgliedern abzugeben. Auch NPG, Neumayer-Schule und Weierhof-Gymnasium beteiligen sich und verbinden ihre angekündigte Friedensaktion am Freitag mit einem Aufruf, Spenden für die Rotary-Initiative in der Schule abzugeben.
Das große Plus der Rotary-Hilfsaktion ist der offene Korridor bis Lemberg, ohne den der Transport an der polnisch-ukrainischen Grenze enden und entladen werden müsste. Martin Braun bietet anderen Hilfsinitiativen an, wenn sie keine solche Durchfahrtsmöglichkeit bis nach Lemberg hätten, die Transportkapazität dieser Aktion zu nutzen und sich zu melden.
Info
Geldspenden zum Kauf von Großgebinden an lebensnotwendigen Produkten können überwiesen werden an den Rotary-Club Kirchheimbolanden, IBAN DE65 5509 1200 0010 1987 12, Kennwort: Ukrainehilfe.