Spiel der Woche RHEINPFALZ Plus Artikel TuS Steinbach und VfR Kaiserslautern trennen sich unentschieden

Am Boden: Cornelius Carstensen (VfR, links) und rechts Armen Hayrapetyan vom TuS Steinbach.
Am Boden: Cornelius Carstensen (VfR, links) und rechts Armen Hayrapetyan vom TuS Steinbach.

Kein Sieger im Spitzenspiel der Fußball-Landesliga West: In einem kampfbetonten Duell der beiden Tabellennachbarn konnte sich keine Mannschaft durchsetzen. Viele Zweikämpfe im Mittelfeld und lange Bälle prägten das Spielgeschehen. Beide Trainer können mit dem Ausgang der Partie, einem 1:1, gut leben.

Bestes Fußballwetter in Steinbach, aber kein Sieger. Bei herrlicher Oktobersonne sahen die gut 120 Zuschauer ein rassiges, aber dennoch meist fair geführtes Spitzenspiel. Ein gerechtes Ergebnis, konnten sich doch weder Timothy Hanauers TuS Steinbach, noch Christopher Lamprechts VfR Kaiserslautern viele nennenswerte Torchancen herausspielen. „Es war das erwartet schwere Spiel gegen einen guten Gegner. Dafür, dass wir nach wie vor einige Verletzte haben, bin ich zufrieden mit unserem Spiel“, konstatierte Christopher Lamprecht nach Spielschluss. Er selbst, eigentlich immer noch einer der Besten beim VfR, coachte über 90 Minuten engagiert von der Seitenlinie aus. Auch sein Gegenüber, Timothy Hanauer, sah keinen fußballerischen Leckerbissen: „Es war ein sehr chancenarmes Spiel. Zweite Halbzeit gab es kaum noch Torschüsse, auch in der ersten Halbzeit dauerte es gut eine halbe Stunde, bis wir den ersten gefährlichen Torschuss durch Marcus Schunk verbuchen konnten.“

In der Tat: Erst in der 31. Minute gab es die erste klare Einschussmöglichkeit der Partie. Steinbachs Kapitän Dawid Szaszorowski spielte einen einfachen Steckpass auf Nils Frey, der unbedrängt den Ball zu Marcus Schunk weiterleiten konnte, der aber am langen Pfosten scheiterte. Schunk brillierte vor allem in der ersten Hälfte mit technischer Raffinesse und dynamischen Dribblings. So zog er immer wieder gegnerische Spieler auf sich und leitete mit klugen Pässen vielversprechende Situationen ein, die dann aber zu oft im Nichts verpufften.

Auf Ballgewinn aus

Vor diesem Pfostenschuss neutralisierten sich beide Teams regelrecht. Beide Trainer liefen mit ihren Mannschaften im beliebten 4-2-3-1 System auf und versuchten, den Gegner früh unter Druck zu setzen und somit nah am gegnerischen Tor zu Ballgewinnen zu kommen. Diese Taktik scheiterte aber nicht zuletzt daran, dass beide Teams eine starke, stets Sicherheit ausstrahlende Innenverteidigung aufgeboten hatten. Sowohl Dawid Szaszorowski und Jan-Eric Barz auf Steinbacher Seite, als auch die Erbsenberger Philipp Koch und Christopher Fried boten eine fehlerfreie Partie und hatten immer einen Fuß dazwischen, sobald es brenzlig wurde.

Wie für Steinbach Marcus Schunk, sorgte Co-Spielertrainer Andreas Koch auf Lauterer Seite für Akzente in der Offensive: Der kleine, wuselige Stürmer mit tiefem Körperschwerpunkt war schwer vom Ball zu trennen und zog so einige Fouls. Durch ihn kam in der 36. Spielminute dann auch der VfR Kaiserslautern zu seiner ersten nennenswerten Abschlusschance, als Artur Frei einen herrlichen Diagonalball schlug. Koch setzte sich geschickt ab und lief diagonal in den Strafraum hinein auf Steinbach-Torhüter Sebastian Müller zu. In letzter Sekunde störte Barz den Angreifer beim Abschluss, weshalb er nicht optimal zielen konnte und Müller den strammen, aber zu zentralen Schuss ohne weitere Probleme entschärfen konnte.

Die ereignisreichsten fünf Minuten

Die letzten fünf Minuten der ersten Halbzeit sollten dann zu den ereignisreichsten des ganzen Spiels werden: In der 41. Minute spielte Szaszorowski, ausgestattet mit einem hervorragenden rechten Fuß, einen langen Ball auf den im Zentrum startenden Marcus Schunk, der regelwidrig im Sechzehner zu Fall gebracht wurde. Schiedsrichter Nofts entschied zurecht auf Strafstoß. Hendrik Schwab, der schnelle und technisch versierte Außenverteidiger der Steinbacher, schnappte sich die Kugel und versenkte souverän. „Ich habe gesehen, dass der Torhüter früh auf dem Weg ins Eck war, deshalb habe ich den Ball einfach auf die andere Torseite geschoben“, äußerte sich der 25-Jährige nach dem Spiel.

Die Freude allerdings währte nur kurz, Schwabs ehemaliger Verbandsliga-Mitspieler Christian Vollmer konnte mit einem Distanzschuss nur zwei Minuten später auf 1:1 stellen. Der Torschütze selbst hielt seinen Schuss nicht für unhaltbar: „Ich hatte 25 Meter vorm Tor viel Zeit um aufzudrehen. Eigentlich wollte ich schon abspielen, allerdings wurde ich nicht angegriffen. Deshalb habe ich mir den Ball nochmal vorgelegt und einfach draufgehalten. Ich glaube der Ball ist nochmal aufgesprungen und deshalb über die Fäuste des Keepers gesprungen.“

Fans weggeschickt

Kurz vor der Halbzeit schickte Spielleiter Nofts dann gleich 50 Auswärtsfans auf die gegenüberliegende Platzseite, obwohl diese sich nicht regelwidrig verhalten hatten – diese Aktion sorgte auch bei den Steinbacher Zuschauern für Unverständnis. Nennenswerte Torchancen gab es in der zweiten Halbzeit weder hüben noch drüben. Lediglich eine verunglückte Schwab-Flanke, die an der Latte landete, sorgte für Torgefahr. Ihre optische Überlegenheit konnten die Steinbacher Jungs nicht in Torchancen ummünzen. Lauterer Nadelstiche unterband der starke Krautschneider immer wieder durch wichtige Tacklings. Beide Trainer waren sich am Ende der Partie, die mit einer berechtigten Roten Karte gegen David Wagner nach rüdem Foul von hinten an Elias Throm ein unrühmliches Ende nahm, einig: „Gegen diesen Gegner können wir mit einem 1:1 sehr gut leben.“

So spielten sie

TuS Steinbach: Müller – Throm, Barz, Szaszorowski, Schwab – Hayrapetyan, Krautschneider, Kirik (57. Schulz), Gödtel (68. Dannenfelser), Schunk – Frey

VfR Kaiserslautern: Bitzer – Leidner, Fried, Philipp Koch, Walz – Carstensen, Frei, Heieck, Wagner, Vollmer – Andreas Koch (73. Uluc)

Tore: 1:0 Schwab (41., Foulelfmeter), 1:1 Vollmer (43.) – Rote Karte: Wagner – Gelbe Karten: Gödtel, Barz – Fried – Beste Spieler: Schunk, Krautschneider, Throm – Fried, Koch, Leidner – Zuschauer: 123 – Schiedsrichter: Nofts

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