Donnersbergkreis „Tritsch-Tritsch?“ – „Ui-Jui-Jui!“
Rund 20 Wanderer haben sich am Sonntag im Rahmen der „Falkensteiner Sommertouren“ auf die Suche nach den sagenhaften, aber sehr scheuen Elwetritschen gemacht. Vor allem die jungen Teilnehmer waren von der abenteuerlichen Tour im Wald bei Falkenstein begeistert – auch wenn ihnen das Jagdglück letztendlich nicht hold war.
Zu Beginn erklärt der Falkensteiner „Tritschen-Kenner“ Andreas Fischer Wissenswertes über die Elwetritschen im Allgemeinen und die Donnersberger Tritschen im Speziellen. So hätten sich vor vielen hundert Jahren eine Handvoll Hühner, Gänse und Enten bei einem schweren Unwetter im Pfälzer Wald verlaufen und seien nie wieder zurückgekehrt. Stattdessen gründeten sie mit Kobolden, Elfen und anderen Zauberwesen eine neue Familie – eben die Elwetritschen. Und die hausen auch am Donnersberg. Auf einem Tisch sind viele Dinge ausgebreitet, die man zu einer Tritschen-Jagd braucht. „Das Wichtigste sind Laterne, Fangsack und der Strick zum Fangsack“, erklärt Fischer und zeigt, wie man mit diesen Hilfsmitteln hantieren soll, falls plötzlich eine Tritsche vor einem auftauchen sollte. Er erläutert, dass die neugierigen Tiere durch das Laternenlicht, aber auch durch Klopfgeräusche mit Stöckchen angelockt werden. Wobei man die possierlichen Wesen normalerweise vor allem in Vollmondnächten zu Gesicht bekomme. Doch das wüssten die schlauen Donnersberg-Tritschen natürlich auch. „Darum geht man am besten bereits an sonnigen Nachmittagen los“, erklärt der selbsternannte „Tritschologe“ mit ernstem Blick. „Wie sehen die Tritschen aus?“ – „Welche Geräusche machen sie?“ – „Sind sie gefährlich?“ – „Was fressen sie?“ Viele Fragen rings um die Elwetritschen muss Fischer vorab beantworten – und erledigt dies zur vollsten Zufriedenheit der Kinder. Als nächstes wurde gerätselt: „Was machen wir mit den Tritschen, wenn wir sie gefangen haben?“ Und da wusste der elfjährige Alexander die richtige Antwort: „Die lassen wir dann wieder frei!“ Genauso ist es! Schließlich kann man Elwetritschen nicht als Haustiere halten. Und das Grillen und Verzehren, wie ein Kind schmunzelnd nachhakt, ist sowieso strengstens verboten. Schließlich muss noch der bekannte Lockruf geübt werden: „Tritsch-Tritsch?“ Dieser wird dann von der Jagdgesellschaft mit „Ui-Jui-Jui!“-Rufen beantwortet. Klappt prima – alle Teilnehmer sind eifrig dabei. Dann geht’s los: Bepackt mit den Jagd-Utensilien wandert der Tross einen steilen Pfad hoch auf einen kleinen Bergrücken. Links und rechts stehen große Bäume. Als eines der Kinder an einer markanten Stelle eine Gänsefeder findet, sind alle Zweifel beseitigt: Gänsefedern mitten im Wald – die stammen eindeutig von Tritschen! „Wir sind auf der richtigen Fährte“, ist man sich einig. Saskia trägt die Laterne mit der gut sichtbaren Flamme. An ihrer Seite marschieren Julius mit Fangsack und Paul mit der Fangsack-Schnur. Nur noch ein Murmeln ist von der Kinderschar zu hören. Hin und wieder werden Klopfgeräusche zum Anlocken der Tiere erzeugt. Die Anspannung ist spürbar. War da etwas im Unterholz? Nein, nichts zu sehen – aber wiederum sind Federn zu entdecken. „Tritsch-Tritsch?“ – „Ui-Jui-Jui!“: Die Jäger kommen der Sache näher ... Mit Sack und Laterne schleicht die 20-köpfige Gruppe auf der Suche nach den sagenumwobenen Pfälzer Nationalvögeln durch die Natur. Andreas Fischer kennt (angeblich) eine Spielwiese der Tritschen: Eine Lichtung, umsäumt von hohen Tannenbäumen. Jetzt heißt es, auf der Hut zu sein. Waren da nicht Flatter-Geräusche? Piepsen? Leise Enttäuschung: Wieder sind es nur Federn. Was nun? Weiter geht’s. Wieder nichts. Sechs saarländische Mädchen, Gäste des Falkensteiner Kolpinghauses, sind voll bei der Sache. Immerhin gibt es solche Wesen wie die Elwetritschen im benachbarten Bundesland nicht. Sie werden nach ihrer Heimkehr also einiges zu erzählen haben. Dann geht es noch vorbei an einem vermeintlichen Tritschen-Schlupfloch zurück zum Ausgangspunkt. Elwetritschen? Fehlanzeige! Hängende Köpfe wegen der erfolglosen Suche gibt es dennoch keine. Dafür sorgen süße Überraschungen und Urkunden für die Teilnahme an der vergnüglichen und spannenden Tour. Die Kinder sind sich einig: Das machen wir noch mal – und dann fangen wir sie garantiert, die Elwetritschen!