Donnersbergkreis Traumergebnis für Michael Cullmann
„Ich hoffe auf ein Ergebnis von 99 Prozent plus“, hatte Christoph Stumpf eingangs in seinem Grußwort als Ortschef und SPD-Ortsvereinsvorsitzender selbstbewusst zu Protokoll gegeben. Er sollte Recht behalten: Bei seiner Nominierung als Landratskandidat erntete Michael Cullmann auf der SPD-Vertreterversammlung in Münchweiler das Traumergebnis von 100 Prozent Zustimmung.
Die Verkündung des Ergebnisses, das auf allen 102 gültigen Stimmzetteln das „Ja“ für Michael Cullmann auswies, wurde am Freitagabend am Ende des Parteitages im fast überfüllten Dorfgemeinschaftshaus Münchweiler mit Begeisterungsstürmen quittiert. Der Andrang zu der Versammlung war groß, zu Beginn hatten noch Stühle aus dem Lager geholt werden müssen, um allen Platz zu bieten. „Die Menschen mitnehmen, die Menschen motivieren zum Wohl der Allgemeinheit“, das hatte Cullmann als Motto seines Handelns mit seinen bisherigen ehrenamtlichen Aktivitäten belegt: dem von ihm mitgegründeten lokalen Bündnis für Familien in Rockenhausen, seiner kommunalpolitischen Arbeit im Stadt- und VG-Rat vor seiner Wahl zum Bürgermeister der VG Rockenhausen, seinem Führungsamt im Musikkreis Donnersberg. „Der Musikkreis umfasst ja einen größeren Bereich als das Kreisgebiet. Vielleicht ein Zeichen für die Zukunft des Donnersbergkreises“, merkte der 52-Jährige an. Mit Blick auf seinen Gegenkandidaten Rainer Guth (CDU/FWG) strich er den Wert seiner kommunalpolitischen Erfahrung und Verantwortlichkeit als Beigeordneter, Kreistagsmitglied und jetzt als Bürgermeister heraus. „Vor 15 Jahren hätte ich mich das nicht getraut“, sagte er zu seiner Landratskandidatur und fügte an: „Ein paar Termine und Plakate in der Landschaft reichen da nicht.“ Cullmann legte ein Bekenntnis ab zur Kreisstadt Kirchheimbolanden und zum Erhalt des Donnersbergkreises, der nicht Selbstzweck sei, sondern wichtig für Bürgernähe im ländlichen Raum. Der Kreis sei stark aufgestellt mit seiner dezentralen Struktur etwa in der Bildungslandschaft oder im Bürgerservice wie bei den Anlaufstellen für die Kfz-Anmeldung. Mit Kirchheimbolanden, Rockenhausen und Eisenberg gebe es zudem einen funktionierenden, gut kooperierenden Mittelzentrenverbund. Als wichtige Themen, bei denen er nicht nur reden, sondern handeln und Konzepte anbieten wolle, nannte er die wohnortnahe medizinische Versorgung, die Bildung, einen funktionierenden Katastrophenschutz – hier sei es gerade in der VG Rockenhausen mit intensiver Mitgliederwerbung gelungen, trotz allgemeiner Nachwuchsnöte den Stand von rund 450 Feuerwehrleuten zu halten, was auf Kreisebene ebenso möglich sein müsse, auch durch Werbung älterer Aktiver. Bei der Bildung begrüßte er die Integration der Volkshochschule Eisenberg in die Kreisvolkshochschule, was ihr mehr Möglichkeiten eröffne. Bundespolitisch begrüßte er die Kandidatur und den eingeschlagenen Kurs des SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz, er gebe der Partei bei der sozialen Gerechtigkeit ein Stück ihres Markenkerns zurück. „Der Genosse Martin liegt richtig“, strich Cullmann heraus, der die Partei nun auch vor Ort im Wahlkampfmodus und sich selbst bei seinen Besuchen in den Dörfern bestens unterstützt sah von den Ortsvereinen und ihren Mitgliedern. Mit skandierendem Beifall im Stehen würdigte der Parteitag Cullmanns Rede. Großen Respekt zollten gleich mehrere Redner dem bisherigen Kandidaten Michael Ruther. „Wer erlebt hat, wie er den Wahlkampf angegangen ist, dem war klar, dass das für ihn ein Traum gewesen ist“, sagte etwa Landrat Winfried Werner über seinen ersten Beigeordneten. Dass er aufgrund seines Gesundheitszustandes so ehrlich zu sich und zur Partei gewesen sei, seine Kandidatur zurückzugeben, zeuge von „menschlicher Größe“, so Werner, der zugleich zu einem engagierten Wahlkampf aufrief, „die Wahl ist noch lange nicht gewonnen“. Als Gast des Parteitages appellierte Alexander Schweitzer, der Chef der SPD-Landtagsfraktion, zur Geschlossenheit. „Sie ist das wichtigste, wenn man eine Wahl gewinnen will.“ Es gehe darum, einen Kandidaten auf den Schultern und nicht in einer Sänfte durch die Wahl zu tragen. Beeindruckt sei er davon, wie schnell die Donnersberger SPD auf den Rückzug Ruthers habe reagieren können. „Gut, dass ihr so schnell handlungsfähig wart.“ Cullmann sei der richtige Kandidat, er habe Gespür für die Menschen, sei fair, klar im Ton und könne vorm Hintergrund eigener Lebenserfahrung und kommunalpolitischer Erfahrung authentisch agieren. Schweitzer kam auch auf die Kommunalreform im Land zu sprechen, die notwendig sei, um zukunftsfeste Verwaltungsstrukturen etablieren zu können, die aber nicht im permanenten Streit umsetzbar sei. „Wir müssen einen großen Konsens hinbekommen“, warb er um besseres parteipolitisches Miteinander und Dialogbereitschaft. Zu einer Fusion zwischen Alsenz-Obermoschel und Meisenheim merkte er an, dass dazu keine konkrete Gesetzesinitiative vorliege, und wenn man sich die Zahlen und die kommende Entwicklung anschauen, sähe er in einer solchen Verbindung auch „keinen großen Wurf“. Entschieden sei freilich nichts. Auch Alexander Schweitzer schloss seine Rede mit einem flammenden Plädoyer für Martin Schulz. |bke