Donnersbergkreis Tourismus-Ideen von Kibo-App bis Fürstenball
In den Workshops sind einige Ideen entstanden
Führungen mit direktem Bezug zu Fürst Carl Christian, eine attraktivere Gestaltung des Schillerhains, eine Kibo-App, Besonderheiten der Stadt noch besser in Szene setzen, einen Barock- und Fürstenball oder eine Inszenierung des Schlossgartens: Das alles sind Ideen, die im Zuge der Workshops zur Weiterentwicklung des Tourismus in der Kleinen Residenz entstanden sind. Diese sind im Stadtrat vorgestellt worden. Nun geht es um die Frage, was sich davon umsetzen lässt und wie man das Thema Tourismus in der Kreisstadt weiterentwickelt. Entstanden sind bei den Treffen einige Ideen, aus denen sechs Projekte wurden, wie Sandra Heckenberger vom Regionalentwicklungsbüro Entra aus Winnweiler berichtete. Da ist zum Beispiel eine „schöne Idee im Bereich Fürsten“, wie Heckenberger sagte. Eine Stadtführung mit direktem Bezug zu Fürst Carl Christian – eine historische Führung mit einem als Fürsten verkleideten Stadtführer. Stationen könnten unter anderem der Schlossgarten, Museum, Ballhaus oder die Paulskirche sein. Ein Projekt betrifft den Schillerhain. Dabei gehe es darum, dieses Areal für neue Zielgruppen attraktiv zu machen, so Heckenberger. Ideen gibt es bereits: Führungen zum Tag des offenen Denkmals, das Thema Wanderungen noch stärker vermarkten, einen Panoramaweg zum Schillerhain, Lesungen und andere Veranstaltungen, Ruhebänke aufstellen oder eine spezielle Orchideenwanderung. „Die Interessengemeinschaft Schillerhain will sich hier federführend den Hut aufsetzen“, sagte Heckenberger. Das sei toll, andererseits müsse man sich fragen, ob die Gruppe das ehrenamtlich alles stemmen könne. Viele Informationen zur Kleinen Residenz könnte eine Kibo-App beinhalten. „Ein Medium, mit dem man unglaublich viele Infos preisgeben kann“, so die Geschäftsführerin des Regionalentwicklungsbüros. Hinweise zu Veranstaltungen oder Wanderwege seien da nur zwei Beispiele. „Die Frage ist, wer es finanziert und wer es pflegt“, so Heckenberger. Mit einem anderen Projekt könnten baukulturelle Besonderheiten der Stadt durch Veranstaltungen besser in Szene gesetzt werden. Hier müsste jedoch noch eine Konkretisierung der Ideen erfolgen. „Man muss sich überlegen, was wir haben und was würde dazu passen“, sagte Heckenberger. Das Thema Kultur noch weiter ausbauen beinhaltet eine andere Idee. Hier gehe es darum, ein attraktives Freizeitangebot zu schaffen, etwa die Mozartorgel noch stärker zu inszenieren. „In Verbindung mit der Mozartorgel gibt es bereits eine ganze Reihe Angebote. Auch das Thema Musikzimmer wird oft vom Museum organisiert“, merkte Stadtratsmitglied Michael Juppe (CDU) an. Eine größere Veranstaltung könnte ein Barock- und Fürstenball werden. „Ein Tanzball, den es in dieser Form noch nicht in Kirchheimbolanden gegeben hat“, meinte Heckenberger. Eventuell sei so etwas im Zuge der 650-Jahrfeier der Stadt 2018 möglich. Mit dem Schlossgarten beschäftigt sich ein weiteres Projekt. Hier gehe es darum, wie sich der Landschaftspark noch attraktiver für Besucher entwickeln lässt. Konzerte, Theateraufführungen, Infotafeln, dendrologische Führungen, Gastronomie, Beleuchtungskonzepte, eine Nutzung des Sees und langfristig die Integration des Terrassengartens sind Überlegungen. Niclas Coy von Entra hatte im Vorfeld zahlreiche Einzelgespräche geführt, wie er berichtete. „Man muss schauen, was direkt und was langfristig umsetzbar ist“, so Coy. Ideen gibt es laut Sandra Heckenberger auch noch weitere. Etwa Informationen in den Hotels über die Kleine Residenz, die Einrichtung eines Fürstenzimmers, ein Barockcocktail oder in Gastronomiebetrieben mit Bildern auf die Besonderheiten von Kirchheimbolanden hinzuweisen. Die Geschäftsführerin erinnerte daran, dass das Projekt unter dem Arbeitstitel „Die Kleine Residenz – wo Fürsten Urlaub machen“ stand (wir berichteten am 22. Februar). „Es ist ein Anfang, mit dem Sie weiterarbeiten können.“ Klaus Hartmüller erklärte, dass es sich dabei nicht darum handelte, ein Tourismuskonzept zu erstellen. „Die Vorgabe war ein schlankes Verfahren in einem zeitlichen Rahmen“, so der Stadtbürgermeister. „Es tut sich was im Bereich Tourismus. Das ist gut, auch dass Bürger und Geschäftsleute eingebunden werden ist begrüßenswert“, sagte Alexander Groth (FWG). Er ergänzte aber auch: „Wir fangen von hinten an das Pferd aufzuzäumen. Es fehlt die rote Linie.“ Groth fragte, wie es nun weitergehe, wer die Hand darauf halte? Im Haushalt sei eine Person vorgesehen, die sich stärker um den Tourismus kümmern solle, antwortete Klaus Hartmüller. Christl Brutscher-Sawruk merkte an, dass ihr wichtige Alleinstellungsmerkmale fehlen, die es in der Stadt bereits gebe, wie die Friedens- oder Literaturtage. Dies hier könne nur der erste Schritt sein. „Es gibt nicht nur die eine Zielgruppe. Wir wollen versuchen, den Tagestourismus, den Einzelhandel, die Gastronomie zu stärken“, sagte Judith Schappert (SPD). „Sicher fehlt hier noch das eine oder andere Detail. Es ist aber der richtige Weg, Akteure aus dem Tourismus an einen Tisch zu bringen“, ergänzte Tristan Werner (SPD). „Ich finde da schon das eine oder andere Leitmotiv wieder, mit dem ich mich identifizieren kann“, so Werner, der hier die App nannte. „Natürlich wäre eine Tourist-info in der Stadt schön. Aber die App könnte ein erster Weg sein.“ Eine solche Anlaufstelle für Touristen im Zentrum sprach auch Michael Juppe an: „Wenn ich durch die Stadt gehe, will ich umfassende Infos.“ Andreas Müller (SPD) meinte: „Sollte die Stadt sich später dazu entscheiden, viel Geld für ein Tourismuskonzept in die Hand zu nehmen, haben wir hier eine gute Grundlage gelegt.“ Für Thomas Edinger (CDU) war dies ein „professionalisiertes Brainstorming. Das sind Ansatzpunkte, was angegangen werden könnte. Es ist ein Auftakt.“ Nun gehe es darum, sich die Projekte genauer zu betrachten und zu schauen, was umsetzbar sei. „Es ist ein Thema, das uns weiter beschäftigen wird“, kündigte Hartmüller an.