Donnersbergkreis
Tischtennis: Winnweiler setzt ein Ausrufezeichen
Ein Start mit Ansage: Im ersten Spiel der 2. Pfalzliga West verputzte Top-Klub TTC Winnweiler den 1. TTC Pirmasens gleich mit 9:0 – was skizziert, dass die leicht umformierten Nordpfälzer mindestens um die Relegation mitspielen. Einen wahren Kampf lieferte schon am Donnerstag der ASV Höringen. Dessen 8:8 in Steinalben kostete ihn nicht weniger als knappe vier Stunden. Pfalzliga-Neuling TTF Rockenhausen steht vor der erwartet harten Runde – für sie punktete nur ein Altstar.
SV Weselberg – TTF Rockenhausen 9:1.
Ein letztes Mal hatte Markus Harz die große Bühne 2. Pfalzliga vor gut 16 Jahren betreten. Seine TTF stiegen damals ab – und kehrten nie mehr auf Verbandsebene zurück. Bis vor drei Monaten. Harz feierte am Samstag das Comeback. Mit Chuzpe. Denn der Noppenstecher holte als „Joker“ den Trostpunkt beim Rockenhausener Pfalzliga-Debüt. Ein 11:9 im Fünften, mehr war für die vom Ausfall Björn Schläfers gebeutelten TTF in der Südwestpfalz, beim Favoriten, nicht drin. „Wenn das in die Verlängerung geht, verlier ich’s“, beschrieb Harz die nervliche Schieflage gegen Ende des Einzels. Der Auftakt belegte: Ein extrem kerniges Stück Arbeit wird die Saison für den Emporkömmling, das Niveau zieht an. „Aber der Teamgeist hat gestimmt. Niemand hat einen Ball verloren gegeben, jeder hat gekämpft. Mit der Zeit werden wir uns anpassen“, meinte Günther Rutz, der wie Sommertransfer Lukas Bauer vorne beide Einzel abgab. Das Schludern in den umkämpften Sätzen kostete die TTF einige Punkte. Immerhin: Teamgeist und Stimmung lassen hoffen, dass es am Ende irgendwie reicht für den Ligaverbleib. Punkt TTF: Harz.
TTC Winnweiler – 1. TTC Pirmasens 9:0.
Bis vor wenigen Jahren galten die Pirmasenser als eines der stärksten pfälzischen Teams. Oberliga, viel Routine, zeitgleich eine Menge Talent. Die glorreichen Tage sind passé. Beim, wieder einmal, aufgerüsteten TTC klaubten sie sich magere sechs Sätze zusammen. „Mit so was ist ja eigentlich nie zu rechnen. Im Doppel zum Beispiel liegen wir 0:2 hinten – wenn da ein paar Spiele anders laufen, geht das nicht so aus“, resümierte TTC-Eins und Kapitän Ilja Kratschmer, der „auf jeden Fall den vorderen Tabellenbereich“ anvisiert. Bis auf das Paarspiel von Kratschmer und Neuzugang Jean-Pierre Paquette sowie Christian Müllers 3:2 gingen die Pirmasenser schnurstracks unter. Winnweiler ist damit erster Spitzenreiter der neuen Saison – und wird mit diesem Sextett, voraussichtlich, bis zum Ende ganz oben mitreden. Größter Rivale ist Absteiger TTC Brücken. „Unsere Form ist ziemlich gut, alle sind top-motiviert. Wenn wir niemanden unterschätzen, geht da was“, meinte Kratschmer. Punkte TTC: Kratschmer/Paquette, Kolbin/Linder, Salm/Müller, Kratschmer, Kolbin, Paquette, Linder, Salm, Müller.
TTC Steinalben – ASV Höringen 8:8.
In der Nacht zum Freitag parkte Marcel Dohmen weit nach 2 Uhr vor seiner Landauer Wohnung. Sechs Stunden, nachdem der ASV zum Einstand aufschlug. Alleine das zeigt, welch zeit- und kraftintensive Kiste er zu überstehen hatte. Am Ende, gegen 23.30 Uhr, so Dohmen, waren er und Florian Haag im Schlussdoppel „einen Tick zu passiv“, „wir hatten Chancen, haben sie nicht genutzt“. 1:3 und damit Remis. Eines, mit dem die Höringer, ohne Schaufler Martin Seib angetreten, leben können. „Wenn man 8:5 führt, denkt man zwar, dass ein Sieg her muss. Aber nach Verlauf war das absolut verdient“, so die ASV-Spitze, die genau wie Haag vorne gegen Jürgen Bönsch und Marcel Eberhahn beide Punkte einfuhr. Mäßig nur: die Doppelausbeute. Einen Sahne-Tag erlebte Routinier Wolfgang Frohs, der in die Mitte rutschte. Mit zwei fulminanten 3:0-Siegen stand er maßgeblich für einen Höringer Punkt, „den wir vor dem Spiel sofort genommen hätten“, wie Dohmen einräumte. Punkte ASV: Dohmen/Florian Haag, Florian Haag 2, Dohmen 2, Frohs 2, Rubel.