Konzert RHEINPFALZ Plus Artikel The Twiolins mit neuem Album in der alten Heimat

Bringen ihre neue Platte mit: The Twiolins, Marie-Luise Dingler und ihr Bruder Christoph.
Bringen ihre neue Platte mit: The Twiolins, Marie-Luise Dingler und ihr Bruder Christoph.

Wenn The Twiolins, ursprünglich aus Bockenheim, am Sonntag beim Grünstadter Kulturverein gastieren, ist das für das Mannheimer Geigenduo auch eine mittlerweile seltene Rückkehr in die alte Heimat. Die Geschwister sind gefragt, hatten aber auch unter der Pandemie zu leiden.

Wann The Twiolins das letzte Mal in Grünstadt aufgetreten sind? Marie-Luise Dingler ist sich erst nicht ganz sicher, muss für einen Moment überlegen. „2013. 2013 war es“, ruft sie dann auf. Damals auch beim Kulturverein, wo sonst? „Privat sind wir aber natürlich noch häufiger in unserem Heimatort Bockenheim, unsere Mutter wohnt ja immer noch dort“, sagt Dingler.

Beruflich hat sich der Aktionsradius von Marie-Luise Dingler und ihrem Bruder Christoph Dingler, die beide mittlerweile in Mannheim wohnen, in den vergangenen Jahren aber deutlich über die Region hinaus ausgeweitet. Das Duo ist gefragt, nicht nur zwischen Hamburg und München, sondern auch international. Zumindest in normalen Jahren.

Die Streaming-Zeit

Die Pandemie hat natürlich auch bei den Dinglers kräftig auf die Bremse getreten. „So viele spielfreie Phasen hatten wir nicht, seit wir zwölf Jahre alt waren“, sagt Marie-Luise Dingler und lacht etwas gequält. Üblicherweise absolvierten sie (Jahrgang 1984) und ihr Bruder (Jahrgang 1986) etwa 50 bis 60 Auftritte im Jahr. „In der Pandemie waren es natürlich deutlich weniger. Im Sommer hatten wir zwar hier und da mehr zu tun als üblicherweise. Dafür hatten wir lange aber gar keine Auftritte, höchstens hier und da ein paar Online-Streaming-Events“, sagt Dingler. Das sei auch eine Weile in Ordnung gewesen, während des Spielens könne man das fehlende Publikum einigermaßen ausblenden. „Zwischen den Stücken ist es allerdings dann komisch. Man spricht dann ins Nichts, es gibt kein Feedback“, sagt sie.

Trotzdem waren derlei Veranstaltungen gerade 2020 eine wichtige Stütze für das Duo, das ja hauptberuflich von der Musik lebt. „Wir sind über die Runden gekommen, haben auch ein paar Corona-Hilfen, Stipendien, erhalten“, sagt Dingler. Sie selbst hat überdies ein Kinderbuch („Hurra, wir spielen ein Konzert“) geschrieben, das 2020 erschienen ist. Ihr Bruder habe unterdessen einen Nebenjob gestartet, er unterstützt Künstler und Firmen in Sachen Streaming und Video-Konferenzen. Er sei der Techniker in der Familie. Dingler: „Wir haben die Zeit genutzt.“

Acht Jahreszeiten

Und: Auch ein Album, „Eight Seasons Evolution“, kam vergangenes Jahr auf den Markt. Das entstand zwar schon vor der Corona-Pandemie, hat aber letztlich dennoch unter ihr gelitten. „Die Promo-Arbeit ist natürlich anders als sonst. Man hat weniger Auftritte, um die Platte zu bewerben, und insgesamt auch weniger Presse, weniger Besprechungen“, hat Dingler beobachtet. Es sei natürlich schade gewesen, dass man dem Werk (noch) nicht die verdiente Reichweite verschaffen konnte.

Jetzt freue sich das Duo aber darauf, die Stücke aus dem Album dem Heimat-Publikum vorzustellen. In ihrem Programm „Eight Seasons“, das natürlich auf dem Album basiert, entwickelt das Duo gewohnte Klänge auf neue Art weiter, pulverisiert Genregrenzen. So werden die bekannten „Vier Jahreszeiten“ Antonio Vivaldis mit zweieinhalb Jahrhunderte später entstandenen Tangostücken Astor Piazzollas verflochten. Progressive Classical Music nennen die beiden ihren Stil. Oder: „Einfach mal die Fenster aufmachen und frischen Wind in die Klassikszene bringen“, wie sie auf ihrer Website proklamieren.

Das Hygienekonzept

Die Chance, am Sonntag live dabei zu sein, gibt es übrigens weiterhin. Für den Auftritt der Twiolins gibt es noch Karten. Mit seinem Hygienekonzept geht der Kulturverein über die aktuellen Coronaregeln deutlich hinaus, wie er in einer Mail an die Redaktion informiert: So werden nicht einmal die Hälfte der Plätze der Friedenskirche besetzt und ausschließlich Genesene und Geimpfte, die zusätzlich einen aktuellen Test oder eine Auffrischungsimpfung nachweisen können, eingelassen. Die Regelung gilt auch für Jugendliche ab 12 Jahren, ab 16 Jahren greift außerdem eine Ausweispflicht. Bis zum Platz sollten Masken getragen werden und zur Halbzeit ist eine Lüftungspause vorgesehen, so der Veranstalter.

Karten

Das Konzert der Twiolins beginnt am Sonntag, 17 Uhr, in der Grünstadter Friedenskirche, Neugasse 28, Einlass ab 16.30 Uhr. Eine Abendkasse wird nicht eingerichtet, Karten gibt es unter info@kulturverein-gruenstadt.de

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