Donnersbergkreis Teamgeist ist der halbe Einsatz

Einer fährt, vier lenken bei der Hindernisfahrt auf dem Feuerwehr-Bobbycar.
Einer fährt, vier lenken bei der Hindernisfahrt auf dem Feuerwehr-Bobbycar.

Dass der Spieletag der Jugendfeuerwehr bevorstand, blieb in Morschheim im Vorfeld nicht unbemerkt. Im ganzen Ort waren Spiele verteilt und aufgebaut worden, anhand deren die Jugendlichen mit Spaß ihren Teamgeist entwickeln und trainieren sollten. Bei der Veranstaltung, die zum dritten Mal stattfand, ging es natürlich auch darum, Nachwuchs-Wehrleute zu werben. Der stellvertretende Jugendwart der Feuerwehr Morschheim, Felix Groben, begrüßte die Gäste.

Spielerisch können sie sich betätigen an den elf Stationen und üben gleichzeitig für den Ernstfall als Mitglieder der Feuerwehr. Teamgeist ist bei der Feuerwehr oberstes Gebot, deshalb durchlaufen die Jugendlichen den Parcours nicht in den Gruppen, in denen sie sich regelmäßig in ihren Orten treffen. Der Zufall entscheidet: Es sollen zehn Fünfergruppen ausgelost werden, und schon das bringt Spannung und Freude. Alle erhalten Trinkflaschen, an denen Zettel mit bestimmten Feuerwehr-Begriffen befestigt sind wie 112, Helm, Stiefel…. Wer hat den gleichen Begriff auf seinem Zettel, wer gehört zu meinem Team? Die Voraussetzungen sollen sein wie im wirklichen Leben: Mitglieder verschiedener Wehren müssen reibungslos zusammenarbeiten. An die Stärkung ist auch gedacht: Die Flaschen werden an den Stationen mit Getränken gefüllt und aus den Obstkisten bedienen sich die jungen Wehrleute rege. Wasser kommt in vielen Spielen zum Einsatz. An der ersten Station ist ein Plastikbecken gefüllt. Zwei Jugendliche tauchen Schwämme ein und werfen sie über eine Plastikplane. Dahinter werden sie von den drei anderen Teammitgliedern aufgefangen. Schnell finden die Teilnehmer sich ins Regelwerk ein und rufen sich zu, wie sie die Vorgehensweise optimieren können. Fair geht es auch zu, denn nur die gefangenen Schwämme dürfen sie in eine Wanne auswringen. In der ersten Gruppe kommen elf Zentimeter zusammen. Das Ergebnis wird auf ihrem Laufzettel notiert. Nach elf Stationen werden die Ergebnisse der Gruppen verglichen. Die Mitglieder der Siegergruppe haben dann das Erstwahlrecht unter den 80 Preisen. Für alle Teilnehmer gibt es schließlich einen attraktiven Preis: Freikarten, Gutscheine, Rucksäcke, Spiele… „Wir hatten ein halbes Jahr Vorlaufzeit“, erklärt der Sprecher der Jugendfeuerwehrwarte in der VG, Hermann Jung. 43 Sponsoren konnten sie gewinnen, viele aus der Region, wie einen Lebensmittelsupermarkt, der das Abschlussessen spendete. Die Spiele und der Ort müssen ausgesucht werden. „Wir können da auf einen Fundus von mehr als 100 Spielen zurückgreifen.“ Die Stationen sind passend in Morschheim verteilt. Im Bürgergarten nutzen die Teams einen Parcours. Wasser soll in einem Feuerwehrhelm über die Nestschaukel, die Rutsche hinunter und über einen Hügel getragen werden. Geschicklichkeit ist gefragt. Die fünf Teammitglieder planen zunächst eine Stafette. Doch dann wird klar, es kommt darauf an, wie viel Wasser am Ende in den Helmen der Gruppe bleibt. Also ist ein Strategiewechsel gefragt: Ohne lange Diskussionen wird beschlossen, dass jeder den gesamten Parcours läuft, denn so können am Ende alle fünf Helme einen Beitrag zum Sieg leisten. „Dynamische Anpassung wird bei der Feuerwehr ganz groß geschrieben“ erklärt Groben. Die elfjährige Chiara Braner ist seit zwei Jahren bei der Jugendfeuerwehr Mörsfeld. Alle drei Wochen trifft sie sich mit anderen begeisterten Jugendlichen wie mit den 15-jährigen Zwillingen Louis und Gian-Luca Friedrich, die seit vier Jahren aktiv sind. Sie sind durch ihren Vater oder einen Freund dazu gekommen. „Ausflüge, 3D-Minigolf, Zeltlager und die Treffen machen uns viel Spaß“, erklären die Jungs. „Die Prüfungen weniger, da muss man lernen“, merkt Chiara an, und ist dann aber doch stolz auf die Erfolge. „Wir machen das spielerisch und ohne Druck, wollen das Ehrenamt näher bringen und den Gemeinschaftssinn stärken“, erläutert Jugendwartin Tina Kern und freut sich über fünfzehn Kinder und Jugendliche, die konstant in Mörsfeld dabei sind, seit die Jugendfeuerwehr 2011 gegründet wurde. Sechs seien seit 2015 in die Feuerwehr übergegangen. Ihren Mut können die Kids am Spieletag auch in der Hütte erproben, sie ist verdunkelt und mit Theaternebel gefüllt. Die Jugendlichen sind mit einer Rotlichtkamera und zwei Taschenlampen ausgestattet und sollen vier Zahlen finden, die sich im Raum zwischen Tischen und Stühlen befinden. Teamgeist ist wichtig, wenn vier aus der Gruppe den Fünften durch einen Parcours lenken. Er hat verbundene Augen und kniet auf einen Bobbycar, natürlich ein Feuerwehrauto. Wissen ist gefragt, wenn man an der sechsten Station in Kisten greifen und typische Feuerwehrartikel ertasten und benennen muss: Übergangsstück, Stützkrümmer, Strahlrohr. Weniger wichtig ist, ob jeder Einzelne die Namen kennt, das Wissen im Team zählt. Und auch am Piratenspielplatz, wo in Zusammenarbeit die Löcher in einer Saugleitung verschlossen werden müssen, ist Zusammenhalten die Devise – wer sich dabei wohlfühlte, hat an diesem Tag vielleicht das für ihn passende Ehrenamt gefunden.

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