Donnersbergkreis Synthese aus zwei Stilen
ROCKENHAUSEN. Seit 17 Jahren treffen sich die beiden Künstler Georg Gartz und Pete Clarke jeweils einmal im Jahr zu gemeinsamen Projekten. Ergebnisse ihrer Zusammenarbeit stehen im Blickpunkt der nächsten Ausstellung im Kahnweilerhaus, die am Sonntag, 3. Juli, um 11 Uhr eröffnet wird.
William Turners Gespür für außergewöhnliche Landschaften führte den britischen Künstler 1844 auch an die Nahe, wo beispielsweise bezaubernde Skizzen von Ebernburg entstanden sind. Auf den Spuren von Turner gastierten im vergangenen Jahr die beiden Künstler Peter Clarke (Liverpool) und Georg Gartz (Köln) im Künstlerbahnhof Ebernburg und zeigten dort in einer beeindruckenden Ausstellung ihre Auseinandersetzung mit der Natur. In gemeinsamem Malprozess entstanden Arbeiten, die Landschaft in ganz neuen Farbkonstellationen erfasst. „Der Zusammenklang der beiden Stilelemente in mehreren Schichten und die oft expressive Weiterentwicklung sind sehenswerte Experimente, die kompositorisch stimmig sind“, stellte die Journalistin Beate Vogt-Gladigau dazu fest. „Die Künstler haben die eigenen Elemente zu einer neuen Einheit zusammengefügt, wobei die Sprache des einen in eine neue Dimension mit der des anderen eingeht“, sagte der Maler, Grafiker und Baugestalter Gernot-Meyer Grönhoff bei der Eröffnung der Ausstellung im Künstlerbahnhof Ebernburg im Oktober 2015. Im Kahnweilerhaus in Rockenhausen wird der Blick auf diese ungewöhnliche Form der Zusammenarbeit jetzt noch durch einige frühere Werke erweitert, die im Dialog mit Arbeiten vom Rheingrafenstein und vom Rotenfels gezeigt werden. Georg Gartz und Pete Clarke, die sich bei einem Partnerschaftstreffen zwischen Köln und Liverpool kennenlernten, treffen sich seit 17 Jahren zu gemeinsamen Projekten. Seit das Künstlerduo vor einiger Zeit den Maler William Turner entdeckte, sind beide in den Bann des englischen Landschaftsmalers geraten und ihm auf der Spur. Turner hatte auf seinem Weg nach Venedig den Rheingrafenstein, die Ebernburg und auch einige Winkel in Bad Kreuznach gemalt. Dieser Hintergrund führte die Künstler ebenfalls an die Nahe und jetzt auch nach Rockenhausen. Es steckt allerdings noch ein anderer Ansatz hinter den gemeinsamen Reisen der beiden Künstler: Sie haben es sich nämlich zur Aufgabe gemacht, in ihren gemeinsamen Arbeiten die jeweiligen Standorte in der künstlerischen Auseinandersetzung zu thematisieren. In den eigentlich abstrakten Bildern steckt so viel Aneignung von Welt. Nie wird jedoch der Betrachter alleine gelassen, immer gibt es für ihn Orientierungspunkte im Farbenspiel und in den fein gesetzten Linien. Georg Gartz wurde 1955 in Krefeld geboren, hat freie Malerei an der Fachhochschule Köln studiert und lebt und arbeitet in Köln. In zahlreichen Ausstellungen innerhalb und außerhalb Kölns hat er die Vielfalt seines künstlerischen Schaffens gezeigt. Pete Clarke lebte nach dem Studium an der Chelsea School of Art in Burnley eine Zeitlang auf der Isle of Wight und in London, bevor er im Jahr 1978 nach Liverpool zog. Die sich rasch verändernden Strukturen dieser Stadt haben ihn fasziniert und in seinem künstlerischen Schaffen einen vielfältigen Niederschlag gefunden. Er war bis zum Jahr 2014 Dozent an der University of Central Lancashire und hat jetzt sein Studio im Liverpooler Kulturzentrum Bluecoat. Kurz-Info „In Exposed Areas“, Arbeiten von Georg Gartz und Pete Clarke, zu sehen im Kahnweilerhaus Rockenhausen; Eröffnung: Sonntag, 3. Juli, 11 Uhr. Martin Turck, Köln, führt in die Ausstellung ein. Sie ist bis 28. August zu sehen.