Fussball
SVK: Als Tabellenführer in die Krise geschlittert
Der SV Kirchheimbolanden überwintert in der Fußball-Landesliga West auf dem neunten Tabellenrang. Jüngst kamen noch die drei Punkte von der Absage des Derbys gegen den TuS Rüssingen dazu, der wegen Spielermangels passen musste. Somit holte das Team von Coach Timo Riemer in den bisherigen 18 Partien 25 Punkte. „Wir können ruhig in die Weihnachtspause gehen“, sagt der Spielertrainer.
Wende gegen Hauenstein
Der SVK erwischte einen überragenden Start in die Saison. Zunächst gewannen die Kirchheimbolander ihre beiden Verbandspokalspiele im Juli gegen den A-Klassen-Vertreter TuS Göllheim (4:1) und den Bezirksligisten VfR Kaiserslautern (5:1). Zum Ligaauftakt ging es positiv weiter. Am 2. August siegten die Kirchheimbolander auswärts beim TSC Zweibrücken mit 3:1. Im Verbandspokal gab es dann den ersten Dämpfer. Beim SKC Barbados Mainz verlor der Landesligist deutlich mit 0:8. Dafür klappte wenige Tage später der Heimauftakt in der Liga. Die Riemer-Elf bezwang den hoch gehandelten VfR Baumholder mit 4:1. Nach dem eher glücklichen 2:1-Auswärtssieg im Derby beim TuS Rüssingen standen die Kirchheimbolander auf dem ersten Tabellenplatz. Zu Hause kassierten die Donnersberger dann aber eine 3:4-Niederlage gegen die SG Rieschweiler, den Klub des 2014er Weltmeisters Erik Durm.
Doch der SVK antwortete mit einem souveränen 3:0-Sieg bei den Sportfreunden Bundenthal, feierte danach zu Hause einen 2:1-Arbeitssieg über den Aufsteiger SV Winterbach und eroberte damit den ersten Rang wieder zurück. Es sah gut aus. Der SVK spielte wie ein Aufstiegsaspirant. Doch Mitte September begann die sportliche Krise. Nach dem 1:1 auswärts gegen den SV Hinterweidenthal blieb bei Riemer und Co. noch alles ruhig. Mit großer Vorfreude gingen die Kirchheimbolander in das Gipfeltreffen zu Hause gegen den großen Titelfavoriten SC Hauenstein. In dem Duell auf dem Schillerhain ging es um Platz eins. Und die Begegnung endete für den SVK ernüchternd. „Wir waren nicht wirklich da, und Hauenstein spielte wie eine Spitzenmannschaft“, sagte Riemer nach dem 1:4.
Der Durchhänger
Eine Woche später kassierten die Donnersberger beim 2:6 auswärts gegen die SG Meisenheim/Desloch/Lauschied ein halbes Dutzend Gegentore. „Wir vergeben vorne zu viele Torchancen und laden hinten den Gegner mit einfachen Fehlern zum Toreschießen ein“, klagte der SVK-Spielertrainer nach dem 0:1 auf eigenem Platz gegen den TuS Hackenheim. Das 1:5 am 11. Oktober beim FC Schmittweiler/Callbach war die vierte Niederlage in Folge für den SV Kirchheimbolanden. Und nach dem 1:2 zu Hause gegen den SV Hermersberg schrillten die Alarmglocken. Es folgte das 1:5 beim Neuling TSG Trippstadt. Die sechste Niederlage in Folge und das siebte Spiel ohne Sieg.
Die Kirchheimbolander fanden sich aufgrund der Negativserie plötzlich nur noch auf dem elften Tabellenplatz. Plötzlich rief Riemer den Abstiegskampf aus. Die Heimpartie gegen den Aufsteiger TuS Bedesbach-Patersbach wurde zum kleinen Schicksalsspiel. Die Kirchheimbolander gewannen die Partie bei Fritz-Walter-Wetter mit 1:0. „Endlich ist der Knoten geplatzt, dieser Sieg war verdammt wichtig“, sagte Riemer, der das Vertrauen der Vereinsführung in ihn zurückzahlte. Im November wirkten die Kirchheimbolander wieder stabiler. Auch wenn es auswärts beim SV Rodenbach wieder eine unglückliche 1:2-Niederlage gab. Der 4:0-Erfolg über den TSC Zweibrücken im ersten Rückrundenspiel war eine der besten Saisonleistungen. Das 1:4 beim VfR Baumholder, der als Dritter in Sachen Aufstieg mitmischt, fiel zu hoch aus.
Gegen den TuS Rüssingen zum Jahresabschluss forderte Riemer den Dreier. Der Gegner machte es dem SVK mit dem Nichtantritt leicht. Mit 25 Punkten haben die Kirchheimbolander somit zwölf Punkte Vorsprung auf den Ligavorletzten Rüssingen. Falls tatsächlich nur zwei Teams am Saisonende absteigen, ist das schon ein starkes Polster. Zumal die Zukunft der Rüssinger eher ungewiss ist. „Dass der Verein Planungssicherheit hat, ist schon das Wichtigste“, sagt Riemer, dessen Zukunft Mitte Dezember noch ungeklärt ist.
Wenig Durchschlagskraft
„Wir setzen uns zusammen und besprechen, was der Verein möchte. Ich möchte auf jeden Fall eine Perspektive nach oben haben“, sagte der Spielertrainer nach dem Jahresabschluss. Neuzugänge stehen noch nicht fest. Der Kader bleibt wohl, wie er ist, zusammen.
Das Torverhältnis spiegelt die größte bisherige Problematik des SV Kirchheimbolanden. 33 Treffer hat der SVK erzielt. Es hätten bei besserer Chancenverwertung viel mehr sein können. Felix Reißmann war mit sieben Treffern der erfolgreichste Torschütze des SV Kirchheimbolanden. Mit 38 Gegentreffern können die Donnersberger leben. Der Abstand auf den derzeitigen Zweiten SV Hermersberg beträgt acht Punkte. Für Timo Riemer ist das schon ein großer Rückstand. Aber: Gelingt dem SVK im Frühling eine Serie, vielleicht können die Kirchheimbolander noch einmal oben anklopfen.
Das erste Testspiel im neuen Jahr steht schon fest. Am Freitag, 30. Januar, 19 Uhr, spielen die Donnersberger auf dem eigenen Kunstrasen gegen die SG Nieder-Wiesen/Rheinhessische Schweiz. Weitere Vorbereitungsgegner des Landesligisten sind die SG Merxheim/Monzingen/Meddersheim (Sonntag, 1. Februar, 13 Uhr) und der TSV Gau-Odernheim II (Samstag, 7. Februar, 13 Uhr). Die Kirchheimbolander nehmen den Spielbetrieb in der Landesliga West am Sonntag, 1. März, mit dem Auswärtsspiel bei der SG Rieschweiler wieder auf.
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