Donnersbergkreis
Steinbach: Naturlehrpfad als Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt
Man sieht nur, was man weiß. Dieses berühmte Goethewort könnte Ausgang gewesen sein für die Idee, die dem kleinen Steinbach eine weitere lohnenswerte Anlaufstelle hinzugefügt hat. Auf einem Naturlehrpfad werden Zusammenhänge aus der Natur gezeigt und erklärt. Und damit auch ihr wahrer Wert vermittelt.
Der kleine Ort Steinbach liegt am Fuße des Donnersbergs und hat touristisch einiges Bemerkenswerte vorzuweisen: Hier befindet sich die einzige Jugendherberge im Kreis, außerdem das Keltendorf, eine nach historischen Vorgaben errichtete Hofsiedlung, sowie der NABU-Keltengarten, der auf gut sechs Hektar Leben, Arbeitswelt, Kultur und Naturraum zur Zeit unserer Vorfahren zeigt. Seit August 2019 ist das Spektrum um eine weitere Attraktion reicher: den Naturlehrpfad Laubbachtal. Wie sieht dieser neue Anziehungspunkt aus? Was erwartet den Besucher dort?
Bewegen und lernen
Die Bezeichnung „Naturlehrpfad“ legt bereits nahe, dass hier zwei Aspekte zusammentreffen: Es geht offensichtlich um die Bewegung im Grünen und es gibt etwas zu lernen. Das bestätigen im Gespräch zwei Vorstandsmitglieder des Naturschutzvereins Steinbach Natur, Rainer Hamm und Martin Bihy. Der Pfad geht auf die Initiative dieses Vereins zurück und wurde mit finanzieller Unterstützung eines Förderprogramms der Europäischen Union von Mitgliedern errichtet.
„Wie vielen anderen wurde auch uns immer deutlicher, wie wichtig es ist, dass Menschen sich mit der Natur beschäftigen, sich ihr zuwenden, um zu begreifen, wie lebensnotwendig und auch wie schön sie ist. Das hat uns veranlasst, diesen Pfad zu bauen“, erläutert Hamm. „Er ist unser Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt und zum Schutz des Klimas.“
24 Stationen auf vier Kilometern
Der Ausgangspunkt für die auf eine gute Stunde angelegte Wanderung liegt unterhalb der Jugendherberge, leicht zu erkennen an einem dort aufgestellten Hinweisschild. Auf knapp vier Kilometern findet man 24 Stationen, die alle mit einem QR-Code versehen sind. Das Smartphone ermöglicht dem Interessierten dort das Abrufen von Informationen. „Uns liegt auch sehr am Herzen, das Wissen über die Natur zu vergrößern, weil man nur so Zusammenhänge in unserem natürlichen System begreift, und sich dann vielleicht eher dafür einsetzt“, ergänzt Bihy. „Das ist unsere Hoffnung, die wir mit dem Pfad verbinden.“
Doch es muss nicht bei der digitalen Ansprache bleiben. Mitglieder des Vereins übernehmen gern Führungen, die man anfragen kann.
Fünf Bereiche lassen sich dabei besonders erkunden: die Streuobstwiese / Wohnraum für Tiere – Hecken und Sträucher / Lebensraum Gewässer – das Feuchtbiotop / Klimazone Wald und Wiese – die Waldschule / Blumenwiese – die Bienen. Für die Gestaltung des Bereichs „Waldschule“ hat der Verein Revierförster Martin Teuber gewinnen können. Der gibt sein Wissen dort an Interessierte weiter. Die Mitglieder hoffen, dass sich vor allen Dingen Gruppen aus Kitas und Schulen nach Steinbach auf den Weg machen. „Das sind diejenigen, die mit dem zurechtkommen müssen, was wir ihnen von der Natur übrig lassen. Je früher sie verstehen, was sie schützen müssen, desto besser“, stellt Hamm fest.
Der Steinbacher Verein plant weitere Stationen und die Ausdehnung des Naturlehrpfades. Er stellt ein wirklich markantes Beispiel für herausragendes Engagement im Bereich des Naturschutzes dar. „Steinbacher Lehrpfad – natürlich ein Erlebnis!“ werden hoffentlich viele Besucher in Zukunft sagen.