Donnersbergkreis
Steinbach: Beim Samhain-Fest dürfen Gäste vielfach Hand anlegen
Kulturelle Traditionen haben Menschen schon immer zusammengeführt. Gerade Kindern versucht man über solche Traditionen bestimmte Werte unserer Gesellschaft zu erklären. Eine stets sehr gut besuchte „Erklärung“ ist seit Jahren das Samhain-Fest im Steinbacher Keltendorf. Am Donnerstag war es wieder so weit. Und eine Familie aus dem Sauerland ist sogar eigens zu diesem Anlass an den Donnersberg gereist, um hier ein verlängertes Wochenende zu verbringen.
„Ich habe im Internet nach diesem Fest gesucht. Bewusst wollte ich nicht Halloween mit meinem Kind feiern“, erzählt Roxanne Mühler. Samhain gebe es ihres Wissens nach nur in Steinbach. „Da in diesem Jahr Allerheiligen auf einen Freitag fällt, nutzten wir die Gunst der Stunde und verbringen nun das verlängerte Wochenende im Hotel ’Kastanienhof’ in Dannenfels“, erzählt Mühler. Ihr Sohn Samu (7) bastelt gerade gemeinsam mit Mama und Sigrid (Sigil) Libucha eine Strohpuppe. Sigil, so wird die seit zehn Jahren ehrenamtlich im Keltendorf tätige Mitarbeiterin genannt. Übers Jahr bastelt sie mit Kindern im sogenannten Arbeits- und Spielzimmer eine Menge.
„Die Strohpuppen werden später im Keltengarten bei den Druiden ins Feuer geworfen. Die Kelten machten auch Puppen aus Ästen. Dabei wünscht man sich etwas für das kommende Jahr“, erklärt Sigil. Samu verrät seinen Wunsch nicht, da er sonst nicht in Erfüllung gehe. Einige der Kinder wollen auch eine „Triskele“ auf dem Handrücken aufgemalt bekommen. Sigil erklärt das Symbol: „Es bedeutet „Werden (Geburt), Sein (Leben) und Vergehen (Tod) und symbolisiert unsere Lebensphasen.“
Zur Stärkung gibt’s „Römerblut“
In der gleichen Hütte wird am Nebentisch eifrig und lautstark gehämmert. Sarah Schmidt lässt hier die Kinder einen Beutel aus Leder fertigen. Hinter der Hütte dürfen sich die kleinen Gäste bei Klaus Bob am Speerwurf versuchen. Drei Speere durch einen Ring schießen: Wer das schafft, erhält zur Belohnung einen Schokoriegel. Und Bob gibt wertvolle Tipps für die folgende Fackelwanderung: „Im Dunkeln sehen die Kinder nicht, dass von der Fackel Wachs auf ihre Kleidung tropft. Erst am nächsten Morgen bemerken das die Eltern.“ Die Fackel also etwas schräg nach vorne halten, dabei aber bitte auf die Kleidung des Vordermanns (-frau) achten.
Am „Römerblut“ laben und somit für den Spaziergang stärken dürfen sich die Gäste bei Doris Oussard. „Das Rezept ist geheim“, betont sie bei Nachfragen. Jedenfalls ist es alkoholfrei, und eine Besucherin meint: „Es schmeckt nach Weihnachten.“