Donnersbergkreis „Stehen vor einem Kraftakt“

„Die Umsetzung neuer Gesetze wird nicht einfach.“ Das hat Vorstand Peter Kaiser beim Neujahrsempfang des Evangelischen Diakoniewerks Zoar auf dem Inkelthalerhof mit Blick auf rechtliche Änderungen in den Pflegevorschriften gesagt. Wenn diese jedoch verabschiedet seien, müssten sie auch angenommen werden. Deshalb „stehen wir vor einem Kraftakt“, so Kaiser.
Lösungen müssten über einen gemeinsam ausgearbeiteten Leitfaden gefunden werden, sagte der Vorstand weiter. Dabei müsse die Stärkung des Miteinander berücksichtigt werden. Ein notwendiger Schritt sei die Umorganisation zu kleinen und überschaubaren Bausteinen im Bereich der Werkstätten, um die Abläufe noch effizienter gestalten zu können. Die neuen, zukunftsweisenden Angebote hätten sich bewährt und würden weiter gestärkt, versprach Kaiser. Dazu gehöre auch, sie kundenfreundlicher und flexibler zu gestalten. Eingegangen ist der Vorstand auch auf bauliche Veränderungen, beispielsweise bei der Wohnanlage in der Rockenhausener Wiesenstraße. Hier ist ein Anbau für die Bewohner der bisherigen Wohnanlage in der Speyerstraße entstanden. Die dortigen Appartements werden nun für „betreutes Wohnen“ vermietet. Wichtig sei, dass man vor Ort offen sei für alle Fragen, betonte Kaiser vor zahlreichen Mitarbeitern und Mitgliedern des Bewohnerrates. Er sprach sich auch für den Erhalt und die Gestaltung eines vereinten Europas aus. „Dieser Neujahrsempfang steht im Zeichen der Nächstenliebe“, sagte der Rockenhausener Stadtbürgermeister Karl-Heinz Seebald. Bei Zoar kümmere man sich um Menschen, die Bedarf hierfür haben. Das Diakoniewerk stehe seit seiner Gründung für Hilfsbereitschaft und Fürsorge. Stolz sei er, dass dessen Name stets mit Rockenhausen in Verbindung gebracht werde. Seebald lobte das bedarfsgerechte Handeln bei Zoar, fügte aber sogleich einen Wunsch an: die Einrichtung von Hospiz-Betten: „Wenn für den Menschen ein Leben zu Ende geht, bedarf er einer besonderen Betreuung.“ Die könne er sich in der Trägerschaft von Zoar vorstellen. Keine Sorgen bereite ihm der schon vor geraumer Zeit eingeschlagene Weg der Dezentralisierung: Er sei überzeugt, dass damit die Qualität der Arbeit gestärkt werde. Es sei eine verantwortungsvolle Tätigkeit, die dem Personal Herzlichkeit und Wärme abverlange, so Seebald. Veränderungen dürfe man nicht von einem Jahreswechsel abhängig machen, betonten die beiden Moderatorinnen des Neujahrsempfangs: Einrichtungsleiterin für den Behindertenbereich Barbara Venske und Werkstattleiterin Nicole Busch. Oberstes Gebot sei es, die Wünsche der Menschen zu hören und nach ihren Bedürfnissen abzuwägen. Jedes Jahr bringe neue Herausforderungen. Dabei gelte es, Menschen mit einem hohen Unterstützungspotential zu integrieren. Sie verschwiegen aber auch nicht, dass dafür bauliche Anlagen erforderlich sind. Die Pläne dazu lägen bereits in der Schublade, informierten Venske und Busch, ohne konkret auf diese einzugehen. Die kirchliche Jahreslosung beinhalte auch das Trösten, erinnerte Zoar-Seelsorger Friedrich Schmidt. Dazu seien nicht immer Tränen erforderlich. Trost bedürfe es in allen Lebenslagen, so der Geistliche. Der Name Zoar steht für Zuflucht – es wäre daher schön, wenn unter dem Dach dieser Einrichtung auch getröstet werde. Das Duo Thomas Draws (Gesang) und Ralf Bommes (Keyboard) hat mit seinen musikalischen Beiträgen für den passenden feierlichen Rahmen gesorgt. Von ihren Vorträgen war Seebald derart angetan, dass er die beiden spontan zum nächsten Neujahrsempfang der Stadt eingeladen hat. (llw)