Donnersbergkreis RHEINPFALZ Plus Artikel Start der Abiturprüfungen unter Corona-Bedingungen

Vielleicht in diesem Jahr bei den Abiturienten ein neuer Trend: Maske statt T-Shirt.
Vielleicht in diesem Jahr bei den Abiturienten ein neuer Trend: Maske statt T-Shirt.

Zwölfeinhalb Schuljahre haben sie darauf hingearbeitet – am Donnerstag beginnen für 184 junge Menschen im Kreis die Abiturprüfungen. Das allerdings unter ganz besonderen Vorzeichen: Die Corona-Pandemie hat von den Verantwortlichen ein hohes Maß an Planung erfordert, damit die schriftlichen Arbeiten unter Einhaltung der momentanen Hygieneregeln durchgeführt werden können. Vor dem Auftakt hat sich die RHEINPFALZ bei den vier beteiligten Schulen umgehört.

Viel Tüftelarbeit hatte Marco Meisenzahl, Oberstufenleiter am Nordpfalzgymnasium (NPG) Kirchheimbolanden. Ein wesentlicher Grund dafür: Mit 83 Schülern – 48 von ihnen weiblich – stellt das NPG einmal mehr den größten Abi-Jahrgang im Kreis; in Mathematik, Englisch und Deutsch gibt es je zwei, in Biologie sogar drei Leistungskurse. Standardmäßig geschrieben wird im Mehrzweckraum. „Der Mindestabstand zwischen den Prüflingen ist seitlich, nach vorne und hinten auf zwei Meter erhöht worden“, erläutert Meisenzahl. Mit der Folge, dass nur noch 26 statt wie bislang 40 Schüler in den Saal hineinpassen „und wir deshalb Änderungen bei der Raumplanung vornehmen mussten“.

Kein Kurs muss geteilt werden

Konkret bedeutet dies, dass an manchen Tagen neben dem Mehrzweck- auch im Religionssaal geschrieben wird – zum Beispiel, wenn die Doppel-Kurse in Deutsch oder Englisch ihre Prüfungen absolvieren, aber auch Physik und Chemie beziehungsweise Erdkunde und Sozialkunde werden parallel geprüft. „Wir haben das Riesen-Glück, dass wir keinen Kurs haben, der größer als 26 Schüler ist – der müsste dann geteilt werden“, betont Meisenzahl. Und es gelingt sogar, die drei Bio-Kurse geschlossen auf die zwei Säle zu verteilen: die zwei kleineren im Mehrzweckraum, der größere im Religionssaal.

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Natürlich steht an den Eingängen für die Absolventen Desinfektionsmittel bereit, „auch die Kontaktflächen wie Tische und Stühle werden vor jeder Prüfung desinfiziert“, erläutert Meisenzahl. Masken müssen die Absolventen bis an ihren Sitzplatz sowie beim Gang zur Toilette tragen. Lehrer sollen den Mund-Nasen-Schutz möglichst durchgängig aufhaben. Verzichten kann das NPG auf das im 20-Minuten-Abstand vorgeschriebene Stoßlüften. „Unsere Lüftungsanlage sorgt dafür, dass die komplette Luft im Raum alle 20 Minuten ausgetauscht wird“, so Meisenzahl. Besonderheit: In Englisch ist ein 30-minütiges Hörverstehen Teil der Prüfung – nach 20 Minuten ist in der landesweit zum Einsatz kommenden Aufnahme eine fünfminütige Lüftungspause integriert. Meisenzahl: „Die wäre bei uns also gar nicht nötig, aber dann können die Schüler in dieser Zeit einfach mal so durchschnaufen.“

Kleiner Jahrgang erleichtert Planung

Etwas einfacher lässt sich das „Schriftliche“ an der Integrierten Gesamtschule (IGS) Rockenhausen organisieren. „In diesem Fall kommt uns mal zugute, dass wir mit 37 Schülern einen sehr kleinen Jahrgang haben“, sagt Schulleiter Dirk Melzer. So können alle Arbeiten unter Einhaltung der Abstandsregeln im Roten Saal der Donnersberghalle stattfinden – lediglich für eine Prüfung muss der Blaue Saal hinzu genommen werden. „Desinfektionsspender gibt es bereits unten am Eingang zur Halle, unsere eigenen können wir dann noch vor der Tür zum Prüfungsraum deponieren“, so Melzer.

Auch an der IGS dürfen die 23 Schülerinnen und 14 Schüler ihren Mund-Nasen-Schutz ablegen, sobald sie ihren Sitzplatz erreicht haben. „Sie können ja keine fünfstündige Prüfung mit der Maske im Gesicht schreiben“, betont der Schulleiter. Wie überall muss alle 20 Minuten gelüftet werden. Insgesamt erwartet er aber für die anstehenden Arbeiten „keine großen Probleme“.

Nur einmal auf drei Räume verteilt

Ganz ähnlich ist die Situation am Wilhelm-Erb-Gymnasium in Winnweiler: Hier streben laut MSS-Leiter Peter Ramroth mit 37 – darunter 20 Frauen – exakt so viele jungen Leute wie an der IGS Rockenhausen die Hochschulreife an. Deshalb reicht auch hier ein Saal (Raum 401) für die Prüfungen aus – mit einer Ausnahme: Am 20. Januar, wenn parallel die Arbeiten in Geschichte und den beiden Erdkunde-Kursen anstehen, werden zwei weitere Räume benötigt. Darüber hinaus gelten am WEG ebenfalls die bereits genannten Regeln: zwei Meter Abstand zwischen den Absolventen sowie zwischen diesen und den Lehrern – übrigens auch am Ende bei der Abgabe der Unterlagen –, Desinfizieren von Händen und Kontaktflächen, Maskentragen bis zum Sitzplatz und regelmäßiges Lüften.

All diese Regelungen kommen auch für die 27 Abiturienten der IGS Eisenberg zum Tragen. Allerdings betont Schulleiterin Christa Mayer: „Auf die Beschaffenheit der Prüfungen, den Umfang und das Niveau hat Corona keinen Einfluss gehabt.“

Auftakt mit Deutsch

Für die angehenden Abiturienten beginnen die Prüfungen heute unisono mit dem Fach Deutsch. Das ist kein Zufall: Seit 2017 kommt in vier Fächern – daneben noch in Mathematik, Englisch und Französisch – ein Teil der Fragen nicht von den jeweiligen Lehrern, sondern aus einem bundesweiten Aufgabenpool. Mit dieser Regelung hat Rheinland-Pfalz als letztes der 16 Bundesländer einen Schritt in Richtung Zentralabitur gemacht. Dies dient dazu, die Leistungen beim Erlangen der Hochschulreife bundesweit vergleichbar zu machen. In den genannten Fächern werden die Prüfungen daher im ganzen Land parallel geschrieben. Das „Schriftliche“ endet spätestens am 27. Januar, die mündlichen Prüfungen finden an den Donnersberger Schulen zwischen 12. und 19. März statt.

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