Handball
Starke Konkurrenz für die Nordpfälzer „Wölfe“
Aufgrund einer Strukturreform des Deutschen Handballbundes wurde die bisherige Pfalzliga in Oberliga Pfalz umbenannt. In dieser Oberliga tummeln sich einige starke Mannschaften. Die Absteiger HLZ Friesenheim/Hochdorf 3, TuS Kaiserslautern-Dansenberg 2 und die HSG Eckbachtal werden sicher den Anspruch haben, ganz oben mitzuspielen. Dazu kommt die HSG Dudenhofen/Schifferstadt, verlustpunktfreier Meister der Vorsaison, die den Aufstieg in die Regionalliga nur wegen eines einzigen Treffers verpasst hat.
Aber auch mit Teams wie dem Auftaktgegner der HR, dem mit erfahrenen Spielern gespickten TSV Speyer, der TG Waldsee oder der HSG Kaiserslautern dürfte zu rechnen sein. Eine besondere Brisanz bringt der geplante Zusammenschluss des Pfälzer Handballverbandes mit dem Handballverband Rheinhessen mit sich. Um auch in der Spielzeit 2025/26 in der Oberliga spielen zu können, muss – je nach Anzahl der Absteiger aus der Regionalliga – vermutlich mindestens der fünfte Platz erreicht werden. Ein anspruchsvolles Unterfangen.
Fusion der Verbände erschwert die Oberliga-Runde
„Schon sehr früh haben wir uns planerisch damit auseinandergesetzt, dass es zur Fusion mit Rheinhessen kommen wird. Unsere Strategie war es, die erste Mannschaft so weit wie möglich nach oben zu bringen. Das ist uns gelungen“, erklärt HR-Trainer und Sportlicher Leiter Johannes Finck und ergänzt: „Mit der B- und A-Jugend arbeiten wir intensiv, damit sie zukünftige Herausforderungen packen. Unsere Trainer René Bessai und Dimitri Kerber haben das bisher exzellent hinbekommen.“ Die Nachwuchsspieler kommen in der Jugendoberliga Pfalz zum Einsatz, werden aber auch schon ihre Einsätze bei den Herren bekommen. „Da es unsere Vereinsphilosophie ist, unsere Spieler selbst auszubilden und nicht Entwicklung und Erfolg einzukaufen, sind wir in dieser Phase der Entwicklung sehr entspannt, was den Verbleib in der Männer-Oberliga betrifft“, so Finck.
Soll heißen: Ein Abstieg wäre kein Beinbruch. „Wenn es diesen kleinen Schritt zurückgehen sollte, gilt es dann wieder zwei große Schritte nach vorne zu machen“, ist dem Coach vor der schweren Runde nicht bange. Schwer wiegen auf jeden Fall die Abgänge zweier Leistungsträger. Marc Kuhn verlässt die HR aus familiären Gründen und läuft wieder im Trikot der HSG Kaiserslautern auf. Der beste Torschütze der abgelaufenen Saison, Alexander Drude, hat dagegen seine Handballschuhe an den berühmten Nagel gehängt.
Trainingslager mit Jugendteams in Großwallstadt
„Alex ist dem Verein immer treu geblieben und war maßgeblich an den Erfolgen, insbesondere der letzten drei Spielzeiten beteiligt – ein ganz wichtiger Spieler im Mannschaftsgefüge und für das Trainerteam“, bedauert Finck dessen Abgang. Die „Nordpfälzer Wölfe“ werden versuchen, diese Verluste intern aufzufangen, Neuzugänge von anderen Vereinen gibt es nämlich nicht. Zum Abschluss der Vorbereitung ging’s zusammen mit der B- und A-Jugend ins Trainingslager nach Großwallstadt. Dort wollte sich Finck mit seiner Truppe den letzten Feinschliff und den gewünschten Zusammenhalt für die am Sonntag mit dem Spiel gegen Speyer (18 Uhr, Hans-Appel-Sporthalle Göllheim) beginnende Saison holen.
Mit der Vorbereitung war der Trainer nicht zufrieden. „Dafür gibt es viele Gründe, die auch damit zusammenhängen, dass leistungsbezogener Amateursport für die Spieler, immer schwieriger umzusetzen ist. Oft konnten wir nur in Kleingruppen trainieren, und daher wird die Mannschaft sicher auch die Vorrunde brauchen, um sich richtig einzuspielen.“ Der Spielplaner des Pfälzer Handballverbandes hat den „Wölfen“ jedenfalls ein hartes Auftaktprogramm beschert: Speyer, Kaiserslautern 2, Dudenhofen/Schifferstadt und Friesenheim/Hochdorf 3 heißen die ersten Gegner. Trotzdem werden die „Wölfe“ heiß darauf sein, nach etlichen Jahren wieder in der Oberliga auflaufen zu dürfen. Ein Versprechen hat Finck schon gegeben: „Egal wie die Runde läuft, die Mannschaft wird ihre Fans mit Leidenschaft, Kampfgeist und modernem Handball begeistern.“