Donnersbergkreis RHEINPFALZ Plus Artikel Sportsfreunde: „Eine coole Sache“

Julian Krieger, Cheftrainer des pfälzischen Nachwuchs-Bundesliga-Teams Pfalz Towers, mit den drei TVK-Talenten Meike Bauer, Emma
Julian Krieger, Cheftrainer des pfälzischen Nachwuchs-Bundesliga-Teams Pfalz Towers, mit den drei TVK-Talenten Meike Bauer, Emma Bauer und Sonja Heinemeyer (von links nach rechts). Foto: Privat

Kein Weg ist ihnen zu weit, keine Fahrtzeit zu lang. Ludwigsburg, Freiburg oder München – kein Problem! Sonja Heinemeyer sowie Emma und Meike Bauer vom TVK sind begeistert von der neuen Erfahrung Basketball-Bundesliga. Die Nachwuchsasse des TV Kirchheimbolanden nutzen die weiten Anreisen zu Auswärtsspielen, um für die Schule zu pauken.

„Sonntags heißt es oft, morgens um acht Uhr aufstehen, mittags in der Bundesliga Basketball spielen und abends 18 Uhr wieder zuhause in Bischheim zu sein“, meint Meike Bauer im Gespräch mit der RHEINPFALZ. „Klar war das am Anfang gewöhnungsbedürftig. Doch das frühe Aufstehen und den Aufwand nehmen wir gerne in Kauf. Es macht großen Spaß, zu den Pfalz Towers dazuzugehören und in der Nachwuchs-Bundesliga zu spielen. Ein Mega-Erlebnis!“

Meike ist mit 1,62 Meter Körpergröße die Kleinste in der „Pfalz-Auswahl“, die am Standort Speyer auf deutschlandweite Korbjagd geht – als einzige pfälzische Mädchenmannschaft. Auch die Gegenspielerinnen sind meist größer und körperlich robuster. Und noch einen kleinen Nachteil gibt es bei dem 15-jährigen Toptalent aus dem Bischheimer „Basketball-Hause“ Bauer. Die Tochter von Jessica und Carsten Bauer, selbst früher erfolgreiche TVK-Korbjäger, ist gemeinsam mit ihrer Schwester Emma die Jüngste im Team und auch in der Liga. „Die meisten Teamkameradinnen und Gegenspielerinnen sind ein bis zwei Jahre älter – das merkt man schon“, ergänzt Emma, die mit 1,75 Meter nur in der Kleinen Residenz, aber nicht in der Domstadt und schon gar nicht in der Bundesliga zu den Größten ihres Alters zählt.

Begeistert an der Seite von „Bundesliga-Stars“

„Einfach dabei sein, auf diesem Niveau Bundesliga-Luft schnuppern und vor allem mit den tollen Mädels aus anderen Vereinen gemeinsam viel Spaß haben – das ist genial“, schwärmt Emma Bauer. „Als Jüngste bekommen wir noch nicht viel Einsatzzeiten. Doch wir können noch die nächsten beiden Jahre in der Bundesliga auflaufen.“ An der Seite von Bianca Helmig und Annika Holzschuh zu spielen, bedeutet der begabten Nachwuchs-Basketballerin viel. Die beiden Speyerer Punkteasse zählen bereits jetzt zu den Leistungsträgerinnen der Damenmannschaft in der Zweiten Bundesliga Süd – klar, dass die beiden Besten im Speyerer Nachwuchs-Bundesliga-Team auch am meisten spielen und am erfolgreichsten treffen. „Das ist einfach klasse, neben solch zwei starken Spielerinnen trainieren und spielen zu können“, erzählt Emma. „Stark ist auch, Julian Krieger als Headcoach zu haben. Julian ist einfach klasse – im Training und bei den Spielen. Er motiviert uns und stellt uns perfekt auf die Gegner ein. Das ist ein großes Glück, solch einen erfahrenen und erfolgreichen Basketballer als Trainer zu haben. Julian spielte früher in der Zweiten Liga und war immer einer der Besten!“

Begeistert von diesen Erfahrungen ist auch Sonja Heinemeyer. Die mit 1,79 Meter Körpergröße Längste und auch „Älteste“ der TVK-Talente saugt von jedem Training und Spiel unfassbar viel auf – wie sie mit einem Leuchten in den Augen versichert: „Von einem solch guten Trainer gefördert zu werden und gemeinsam mit Führungsspielerinnen aus einer Zweitliga-Mannschaft spielen zu dürfen, ist richtig spannend.“ Meike Bauer bestätigt diese Eindrücke: „Das ist auch für mich ein Riesen-Ansporn. Ich bin jedes Mal extrem gefordert, da lerne ich viel dazu. Wir treffen uns nur alle vier bis fünf Wochen zum gemeinsamen Trainingswochenende, da wir ja alle weit voneinander entfernt leben. Oder auch mal mehrere Tage zu einem Trainingslager wie jetzt in den Weihnachtsferien. Und dennoch klappt ohne regelmäßiges, wöchentliches Training das Projekt. Eine coole Sache.“

Hauptfächer Erdkunde, Mathe, Chemie – und Basketball

War der Weg von Emma und Meike bei solch basketballaffinen und TVK-geprägten Eltern vorgezeichnet, so kommt Sonja Heinemeyer aus Winnweiler in die Kleine Residenz. Dennoch von „klein auf“, wie die korbhungrige Centerspielerin verrät. „Ich habe als Kind viele Sportarten ausprobiert. Durch meinen Bruder, der beim BBC Mehlingen spielt, kam ich schließlich zum Basketball. Das hat mir auf Anhieb gut gefallen. Beim TVK trainiere ich bereits, seit ich acht Jahre alt bin“, sagt Sonja. „In der Jugend in der weiblichen Nachwuchs-Bundesliga schon spielen zu können und gleichzeitig mit der TVK-Damenmannschaft in der Landesliga Erfahrungen zu sammeln, macht großen Spaß. Und zeigt mir gleichzeitig aber auch immer wieder meine Grenzen auf.“

In der Verteidigung fühlt sich Heinemeyer gefestigt und stabil, Verbesserungspotenziale sieht das Nachwuchsass vor allem in der Offensive. „Ich muss im Angriff mehr Mut entwickeln und noch mehr Aktionen in direkter Brettnähe suchen. Da brauche ich eine bessere Durchschlagskraft.“ Schrittweise sich steigern, mehr „Power“ im Korbabschluss entwickeln und auch um mehr Spielzeit in der Bundesliga kämpfen – das sind die nächsten Ziele des sympathischen Teenagers. Vieles dreht sich abends und am Wochenende bei Sonja Heinemeyer um den orangefarbenen Lederball, tagsüber besucht sie die elfte Klasse des Wilhelm-Erb-Gymnasiums in Winnweiler. Mit besonderem Fokus für ihre Leistungsfächer Erdkunde, Mathe und Chemie – für Mädchen sicher nicht die gängigste Auswahl.

Trainingstasche und Schulbücher im Gepäck

Auch bei Emma und Meike ist Basketball das „Hauptfach“ im vollgepackten Wochenkalender. Doch hier wird die Schule ebenfalls nicht vernachlässigt. Die Schwestern besuchen die zehnte Klasse des Nordpfalzgymnasiums. Meike favorisiert aktuell Mathe und Englisch. Emma kann sich vorstellen, nächstes Schuljahr in der Oberstufe Englisch, Deutsch und Sozialkunde als Schwerpunktfächer zu wählen. Die drei TVK-Talente nutzen die Fahrten zu den Spielen in Speyer und erst recht bei den weiten Reisen im kompletten süddeutschen Raum, um sich auf den Unterricht und die Prüfungen in der darauffolgenden Woche vorzubereiten. „Nach Freiburg waren wir für die einfache Strecke zweieinhalb Stunden unterwegs. Da macht es natürlich Sinn, die Zeit sinnvoll zu nutzen und für die Schule zu lernen“, erklärt Emma. „Wir fahren im Januar auch nach München, sitzen viel im Auto. Das bleibt in dieser Liga nicht aus. Da haben wir immer die Bücher dabei!“

So wichtig gute Noten für alle sind, so ehrgeizig sind die drei Vollblut-Korbjägerinnen auch auf dem Spielfeld. Als fester Teil des Bundesliga-Teams wollen sie nach gut der Hälfte der Hinrunde den aktuell vierten Platz in der Bundesliga-Vorrundengruppe Süd verteidigen. Dieser Rang würde den vorzeitigen Klassenerhalt und gleichzeitig die Qualifikation für die Playoffs um die Deutsche Meisterschaft bedeuten, wie Emma vorrechnet. Die DM-Endrunde also. „Kibos“ Korbjägerinnen haben in der „großen, weiten Basketball-Welt“ viel vor - heuer in der aufregenden Saison und auch in den kommenden Jahren ...

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