Donnersbergkreis Spezialist, „Rückwärtsgucker“ und singende Nonnen

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Ob ein Spezialist, der die ausgefallenen Schuh-Wünsche seiner Ehefrau erfüllen will, ein aus dem Nähkästchen plaudernder Kneipenwirt oder die tänzerische Version von „Bauer sucht Frau“: Die Prunksitzung des Unterhaltungs- und Karnevalvereins Fidelia Lohnsfeld hat hat die Besucher im Winnweilerer Festhaus mit einem ebenso kurzweiligen wie anspruchsvollen Programm unterhalten. Aus der ganzen Pfalz waren Akteure in die Nordpfalz gekommen und haben beeindruckende Kostproben ihres Könnens gegeben.

Sitzungspräsident Oliver Sauer führte mit Unterstützung von Prinzessin Melanie II. durch den Abend. Für einen reibungslosen Ablauf sorgte Zeremonienmeister Helmut Diehl. Erstmals nach längerer Pause gab es wieder einen Elferrat, bestehend aus Mitgliedern des Karnevalvereins „Bruchkatze“ Ramstein. Der „Spezialist“ Uli Bosle vom Karnevalverein Bruchkatze Ramstein hatte Schuhe aus der Schuhmetropole Hauenstein in den Mittelpunkt seines Vortrags gestellt. Seine Versuche, den extravaganten Wünschen seiner Gattin gerecht zu werden, endeten stets in einer Sackgasse. So blieb dem „Spezialist“ letztlich nur die Erkenntnis, dass Wünsche einer Frau nun mal schwer zu erfüllen sind. Auf Männersuche begab sich die Handtaschen-schwenkende Fidelia-Tollität des Vorjahres, Julia Diller. Unter dem Stichwort „Dibbe sucht Deckelche“ inserierte sie im Sperrmüll, auch im Globus hing ihre Anzeige aus. Für die Schlange stehenden Bewerber hat sie ein spezielles Auswahlverfahren entwickelt, das sie humorvoll schilderte. So kam es zwar zum Rendezvous, aber nicht zur Heirat. Vielleicht nächstes Jahr ... „Rückwärtsgucker“ Günter Dudenhöffer von der Siedlergemeinschaft Grünstadt gastierte auf seiner Abschiedstour in Winnweiler. Er gab jede Menge Episoden der vergangenen Jahrzehnte aus Beruf, Haushalt und Schule zum Besten. So dachte er zurück an die Zeiten mit Kollegen, der Politik und schönen Frauen. Apropos: Ein besonderes Ereignis sei das Kennenlernen seiner heutigen Ehefrau gewesen – der größten Katastrophe seines Lebens. „Hauptsache, die Richtung stimmt“, lautete das jeweilige Fazit des Hofnarren Andreas Franz, einem Aktiven des Karnevalvereins „Bruchkatze“ Ramstein. Dabei hatte er einen „goldenen Gockel“, der auf einem Windrichtungsanzeiger saß und je nach Windrichtung seine Blickrichtung veränderte. Aufs Korn nahm er unter anderem die Politiker, denen die vielen Demonstrationen eine Mahnung sein müssten, etwas zu verändern. Generell vermisse er Personen, die Verantwortung übernähmen – sei es in der Politik oder bei den Gewerkschaften. Auf seine Erlebnisse im früheren BBK-Stübchen in Kaiserslautern hat „Kneipenwirt“ Heiner Gies von der Stadtgarde Kaiserslautern zurückgreifen können. Gekonnt glossierte er das Verhalten seiner Gäste – darunter viele Amerikaner, die sich im Gegensatz zu den Franzosen in seinem Lokal sehr wohl gefühlt hätten. Mit dem Lied vom „kleinen Sünderlein“ schloss er die Türen. Den Reigen der tänzerischen Darbietungen eröffneten die Mädchen der Fideli-Garde mit einem flotten, von Esther Marioneck einstudierten Gardetanz. Dem standen die sechs Tänzerinnen der „großen“ Fidelia-Garde (Leitung ebenfalls Esther Marioneck) in nichts nach. Im Verlauf des Auftritts verschmolzen beide Formationen zu einer Einheit. „Bauer sucht Frau“ verkörperten tänzerisch und mit viel Schwung die 20 Bruchschneppen vom Unterhaltungsverein Bruchmühlbach. Die „Dancing Angels“ vom Heimat- und Kulturverein Lauterecken machten deutlich, dass sich „Nimmersatt“ verändern will. Der Lindwurm, eine Idee von Michael Wolf, wird sich künftig in anderer Form präsentieren und setzte dazu erste Akzente. Nicht nur als süße Puppen, sondern auch als brillant in ihrem Auftreten zeigte sich die Prinzengarde des Unterhaltungsvereins Bruchmühlbach unter der Leitung von Anne Nagel. Ein Stimmungsmedley über die fünfte Jahreszeit startete das UVB-Trio Gerhard Klarl, Engelbert Schanne und Udo Zapp vom Unterhaltungsverein Bruchmühlbach. Mit Party- und Schunkelliedern überzeugte Michael Fischer, der frühere Prinz der Karnevalgesellschaft Narrensänger/Volkschor Kaiserslautern und heutige Angehörige der Ex-Tollitäten der Stadt Kaiserslautern. Die Hofkater vom Karnevalverein Bruchkatze Ramstein öffneten gesanglich den Vorhang zur Fasenacht. Es sei die schönste Zeit des Jahres – hauptsächlich in der Nähe der Prinzessinnen. Als Nonnen verkleidet besangen die „Humba-Buwe“ von der Stadtgarde Kaiserslautern unter Leitung von Klaus Anstädt die närrische Zeit. Doch schon bald warfen sie ihre Kutten über den Haufen und lobten gesanglich die schöne Pfalz, den FCK und die gute Stimmung, die tatsächlich vorhanden war. (llw)

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