Donnersbergkreis Span(n)endes Projekt steht vor dem Start
Eine außergewöhnliche Initiative steht vor dem Start: Ab September beginnen drei junge Menschen aus Ruanda bei der Firma Rema in Rockenhausen ihr Ausbildungsprogramm zum Zerspanungsmechaniker. Jedes Jahr soll ein weiteres Trio aus dem rheinland-pfälzischen Partnerland folgen. Ein entsprechendes Abkommen hatte Geschäftsführer Reiner Rudolphi im Vorjahr mit dem ruandischen Bildungsminister geschlossen. Der Rema-Gründer hat nun bei einem Geschäftsbesuch in der Hauptstadt Kigali seine künftigen Lehrlinge schon mal kennengelernt.
Die drei Azubis sind 23 bis 24 Jahre alt und zählen zu den besten Absolventen des IPRC South (Polytechnisches Zentrum Huye). Aimable Twambazimana, Ariel Nsanzimana und Redempta Niragire sind vom ruandischen Bildungsministerium für den Aufenthalt in der Nordpfalz ausgewählt worden. Dabei spielen nicht nur gute Noten, sondern auch Persönlichkeit und Motivation eine Rolle. Außerdem achtet Rema auf eine Frauenquote: Unter den drei Azubis pro Jahrgang muss sich mindestens eine Frau befinden. Die Lehre zum Zerspanungsmechaniker ist Teil des von Rema 2014 ins Leben gerufenen Ausbildungsprojektes „Span(n)ende Perspektiven“ und steht unter dem Motto „Machining for Rwanda’s future“. In das zu 100 Prozent von Rema finanzierte Programm fließen nach Angaben des Unternehmens jedes Jahr 30 Prozent seines Gewinns. Ziel ist es, dass die Gäste aus dem zentralafrikanischen Staat nach ihrer Ausbildung in die Heimat zurückkehren und mithelfen, den erst spärlich entwickelten ruandischen Industriesektor weiter aufzubauen. Aufgrund der hohen Bevölkerungsdichte liegt für Rudolphi die weitere wirtschaftliche Entwicklung des Landes unter anderem im Ausbau des verarbeitenden Gewerbes. Ein wichtiger Bestandteil der Partnerschaft ist daher ein kleiner Fertigungsbetrieb, dessen Gründung Rema in Kigali plant. Zudem sollen die in Rockenhausen ausgebildeten Ruander zuhause die Qualifikation weiterer Fachkräfte unterstützen. Im September beziehen die Lehrlinge in spe ihr Quartier in Rockenhausen. Hier absolvieren sie zunächst einen mehrmonatigen Intensiv-Sprachkurs und lernen dabei gleichzeitig das Unternehmen beziehungsweise die Mitarbeiter kennen. Im Sommer des kommenden Jahres beginnt dann die eigentliche Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker. Rema beschäftigt am Standort Rockenhausen rund 50 Mitarbeiter in den Bereichen CNC Serienteile Aluminium, Vorrichtungen und Komponenten sowie Industrieprojekte. (red)