Donnersbergkreis Spannend wie ein Hollywood-Streifen

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Auf die Urzeithaie folgen die Quastenflosser. Diese lebenden Fossilien stehen im Mittelpunkt der neuen Sonderausstellung „Lebendige Urzeit – Der Quastenflosser oder wie die Fische laufen lernten“ im Urweltmuseum Geoskop auf Burg Lichtenberg. Gezeigt werden Fossilien, Modelle und Filmsequenzen.

Es ist ein Stoff, wie ihn Hollywood kaum besser erdacht haben könnte: Die Geschichte eines für die Entwicklung aller Landlebewesen wichtigen Fisches, der als ausgestorben gilt und plötzlich wieder entdeckt wird vor der Küste Südafrikas und später auch in anderen Teilen des Ozeans. Eine Geschichte von Sensationen, nationalen und wissenschaftlichen Eitelkeiten, gestohlenen Erkenntnissen, gefälschten Beweisen. Allein dieser Aspekt macht den Besuch einer Ausstellung über den Quastenflosser unterhaltsam. Das Team des Urweltmuseums (verantwortlich für die Ausstellung zeichnen Museumsleiter Sebastian Voigt und Jan Fischer) hat ihn nicht ausgespart und sogar Kontakt mit dem deutschen Biologen Hans Fricke Kontakt aufgenommen, dem 1987 bei Tauchfahrten vor den Komoren die ersten Aufnahmen lebender Quastenflosser in ihrem natürlichen Lebensraum gelangen. Videoausschnitte von damals dürfen nun im Geoskop gezeigt werden. Der Quastenflosser, ein nachtaktiver Lauerjäger, bis zu zwei Meter lang und 100 Kilo schwer, aber mit nur 30 Gramm Nahrung pro Tag überlebensfähig, ist ein sogenanntes lebendes Fossil: Der Fisch ist der letzte Vertreter einer uralten Gruppe, die für die Evolution sehr wichtig war. Den Namen verdanken die Tiere sechs pinselförmigen Ruderflossen, die an Quasten erinnern. Für ein Urweltmuseum sind sie vor allem interessant, weil Forscher an ihnen studieren können, wie jene Fische ausgesehen haben mögen, die vor rund 360 Millionen Jahren das Laufen lernten. „Zeitlich gesehen sind die Quastenflosser Zeugen der Entstehung der Landwirbeltiere“, sagt Voigt. Fossile Leihgaben aus der ganzen Welt haben Voigt und Fischer zusammengetragen für die Ausstellung, dazu gibt es bis zu 1,70 Meter lange originalgetreue Modelle von erwachsenen und Baby-Exemplaren. Vertiefende Informationen liefern bebilderte Texttafeln, für Auflockerung sorgen Zitate von jenen Wissenschaftlern, die sich seit der Wiederentdeckung 1938 auf die Forschungsjagd nach den Tieren machten. Auch Funde aus Rheinland-Pfalz werden gezeigt. In den Seen des Saar-Nahe-Beckens nämlich lebten bis vor rund 300 Millionen Jahren ebenfalls vierfußartige Fleischflosser, zu denen die Paläontologen auch die Quastenflosser zählen. Kaum zusammenhängende Skelette, aber versteinerte kräftige Schuppen belegen ihre Existenz. Solche finden sich auch in den Ablagerungen am Remigiusberg bei Rammelsbach. Spektakulärer sind jedoch Funde von kleinen und etwas größeren Ursauriern, die dort in den vergangenen Jahren gemacht wurden. Die ersten Teile dieser Funde werden in einer kleineren Vitrine ab morgen ebenfalls präsentiert. Sie bleiben, anders als die Sonderausstellung „Lebendige Urzeit“, Teil der Dauerausstellung des Museums. (kgi) Info —Sonderausstellung „Lebendige Urzeit – Der Quastenflosser oder wie die Fische laufen lernten“ bis 28. September im Urweltmuseum Geoskop auf Burg Lichtenberg, täglich 10 bis 17 Uhr.

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