Leichtathletik
Simone Raatz und Tim Könnel gewinnen Donnersberglauf
Simone Raatz wohnt in Karlsruhe. Bis nach Steinbach sind das 120 Kilometer Anfahrt – einfach. Doch den Weg nimmt die 45-Jährige gerne auf sich. „Die Pfalz ist immer eine Reise wert und der Donnersberglauf sowieso“, sagte sie. Seit Samstagnachmittag ist Raatz nun fünfmalige Gewinnerin des anspruchsvollen Berglaufs. Die für den ASC Darmstadt startende Sportlerin holte sich bei den Damen souverän in der Zeit von 31:52,9 Minuten den Sieg. Es war ihr fünfter Triumph in Folge. „Ich hatte vergessen, dass die Strecke doch sehr hart ist, aber sie ist schön und so interessant, dass ich immer gerne hierher komme“, schmunzelte sie gut gelaunt nach dem Erfolg. Zweitschnellste Frau am Samstag war Aoife Quigly vom Salomon Running Team (33:15,5 Minuten). Als Dritte kam Franziska Stemmer (33:26,4) von der LG Regensburg ins Ziel.
Erschöpfung nach sieben Kilometern
Traditionell fiel beim Donnersberglauf am Bürgerhaus in Steinbach der Startschuss. Insgesamt ist die Strecke hoch zum Ludwigsturm 7,2 Kilometer lang. 418 Höhenmeter müssen die Läuferinnen und Läufer absolvieren. Das ist hart. Das empfand auch der schnellste Athlet im Feld nach seiner Ankunft oben auf dem Donnersberg-Gipfel so: Sieger Tim Könnel. „Das war wieder anspruchsvoll“, erklärte der 27-Jährige, der seinen Sieg von 2019 wiederholte. Erschöpft nippte der Hals-Nasen-Ohren-Arzt, der in Ludwigshafen arbeitet, im Zielbereich an seinem Getränk und frischte die verlorene Energie auf. Könnel gestand: „Nach drei Kilometern dachte ich erst, hm, das wird heute nichts.“
Der Grund für Könnels Zweifel war der starke Start von Leander Fink. Der 21-Jährige aus Alzey setzte sich zunächst an die Spitze des Lindwurms. Doch bei Kilometer vier hatte Könnel die Kontrolle zurückerlangt. Der Starter des TuS 06 Heltersberg setzte sich dann im Schlussdrittel des Laufs entscheidend ab und gewann im Ziel mit der Zeit von 26:56,2 Minuten. Könnel war damit dann im Ziel doch fast eine halbe Minute vor dem Zweiten Leander Fink (27:24,8 Minuten). Dritter bei den Männern wurde Julian Beuchert von der LAZ Mosbach-Elztal (27:35,7 Minuten). „Ich freue mich doch sehr, dass ich den Lauf noch mal gewinnen konnte. Ich denke, Leander Fink wird immer stärker, der ist ja viel jünger als ich und wird die Läufe in Zukunft dominieren“, sagte Gewinner Könnel.
Schnelle Zeiten nach Corona-Pause
Die Zeiten der Bergläuferinnen und Bergläufer waren diesmal richtig schnell. Roland Schreiber, der Vorsitzende des Lauf-Veranstalters LC Donnersberg, hatte dafür auch eine Erklärung: „Nach der langen Zeit ohne Wettkämpfe wegen der Corona-Pandemie sind die Läuferinnen und Läufer hochmotiviert. Das habe ich so beim Start richtig gespürt.“ Denn 2021 fiel der Donnersberglauf noch aus. In diesem Jahr war er aber auch wieder der Startschuss für den Pfälzer-Berglauf-Pokal, der 2022 statt geplanten sieben jetzt nur fünf Läufe umfasst. Um in die Wertung zu kommen, müssen die Teilnehmer viermal an den Start gehen und die Läufe natürlich auch abschließen. „Ich mache bei allen mit“, erklärte Simone Raatz. Und auch Tim Könnel hat sich vorgenommen, um den Gesamtsieg zu kämpfen. „Wenn nicht jetzt, wann dann“, sagte der Sieger.
Tatsächlich wurde der Berglaufpokal in den vergangenen Jahren von Jonas Lehmann dominiert. Der achtmalige Pokalsieger und Donnersberglauf-Gewinner von 2020 war am Samstag aber nicht am Start. Laut den Organisatoren hat sich der „Dominator“ zurückgezogen. Und einer, der in der langen Historie des Donnersberglaufs eigentlich immer dabei war, fehlte diesmal auch: Der 87-jährige Ludwig Mesel aus Bad Dürkheim. Aber keine Sorge: Der „laufende Winzer“ ist fit. Der Grund für sein Fehlen war, so einer der Organisatoren, dass er einfach nicht rechtzeitig mitbekommen habe, dass der Donnersberglauf 2022 stattfinden würde und so zu spät gemeldet habe.