Fussball RHEINPFALZ Plus Artikel SG Rockenhausen/Dörnbach blickt auf durchwachsene Hauptrunde

Carsten Balzer (rechts) im Duell mit Kirchheimbolandens Marvin Mahler.
Carsten Balzer (rechts) im Duell mit Kirchheimbolandens Marvin Mahler.

Hätte, hätte, Fahrradkette. Valon Lukaj hat sich in den vergangenen Wochen des Öfteren gefragt, was passiert wäre, wenn seine Mannschaft von Beginn an in der Bezirksliga Westpfalz Nord so gespielt hätte wie zum Großteil in der zweiten Hälfte der Hauptrunde. Fakt ist: Die SG Rockenhausen/Dörnbach spielt 2022 in der Abstiegsrunde.

„Natürlich ärgere ich mich, wenn ich sehe, dass wir letztlich nur knapp die Aufstiegsrunde verpasst haben. Aber es ist wie es ist. Und sind wir ehrlich: Dass wir mit einem Sieg im Nachholspiel im Februar gegen den ASV Winnweiler die Tabelle der Abstiegsrunde anführen, bevor es richtig losgeht im März, ist aufgrund des schwachen Saisonstarts schon ein Riesenerfolg“, sagt Valon Lukaj, der im August als Spieler bei der SG anfing und dann gegen Ende der Hinrunde den Trainerposten übernahm.

Die ersten sechs Spiele waren für die SG wahrlich kein Zuckerschlecken. Schon vor der Runde gab der damalige Trainer Tim Gabelmann zu verstehen, dass das Team mit einem kleinen Kader in die Runde gehen würde, in dem es viele Spieler gab, die unter der Woche nicht oder nur bedingt trainieren konnten. Nach wenigen Spielen kam dann auch noch ein Coronavirus-Ausbruch im Team dazu. Hohe Niederlagen in den Derbys gegen den SV Kirchheimbolanden (1:5) und die SG Finkenbach/Mannweiler/Stahlberg (2:9) zehrten an den Nerven des Coaches, der auch selbst beruflich sehr eingespannt war. Nach dem 3:9-Debakel im Donnersberg-Derby beim ASV Winnweiler zog Gabelmann die Reißleine. Lukaj übernahm daraufhin als Spielertrainer.

Spieler haben viel geopfert

„Ich habe den Jungs von Anfang gesagt, wenn ich jetzt übernehme, dann müssen wir alle Opfer bringen, um das Ruder herumzureißen“, erinnert sich Lukaj, der sich dann positiv erstaunt zeigte, zu was seine Mannschaft in der Lage war. „Wir sind ja nicht die jüngste Mannschaft in der Liga. Da haben viele Spieler Familie, Berufe oder haben ein Haus gebaut. Zwei Akteure arbeiten in Sandhausen. Dennoch haben die Spieler dann tatsächlich quasi alles stehen und liegengelassen, nur um dem Verein zu helfen und auf dem Platz zu stehen. Das war grandios und ich muss mich dafür bei allen Jungs auch herzlich bedanken. Sie haben mir die Sache leichter gemacht und wirklich sehr viel geopfert.“

Den Knackpunkt für die erfolgte Wende sieht Lukaj, der wie einige seiner Spieler auch eine Familie mit kleinen Kindern hat, vor allem im ersten Spiel nach dem Debakel in Winnweiler. „Wir mussten an einem Mittwochabend zu Hause gegen den FC Phönix Otterbach antreten“, erinnert er sich. Die Otterbacher waren damals klarer Favorit. „Der eine ist eine Stunde früher von der Arbeit weg, obwohl er als Baggerfahrer die Stunde nicht bezahlt bekommt. Der andere hat die Familie vertröstet. Und letztlich haben wir Otterbach zu Hause nach einer tollen Leistung mit 3:2 geschlagen. Das war das Spiel, das wir gebraucht haben.“

„Höhen und Tiefen, Ärger und Glücksmomente“

Die SG, die in den ersten sieben Spielen sechs Punkte geholt hatte, sammelte in den folgenden zehn Begegnungen 15 Zähler. Aber für die Aufstiegsrunde reichte es nicht ganz. „Was mich ärgert ist das 1:6 beim SV Nanz-Dietschweiler. Der Verband hat darauf gedrängt, die Partie an einem Mittwochabend nachzuholen. Das ging bei uns eigentlich nicht“, sagt Lukaj, der glaubt, dass unter „normalen“ Voraussetzungen viel mehr drin gewesen wäre. Der 4:3-Sieg wenige Wochen später zu Hause gegen das Spitzenteam TuS Bedesbach-Patersbach lässt das durchaus vermuten.

Letztlich ging die SG mit 21 Punkten und dem siebten Tabellenrang in die Winterpause. Gewinnt die SG die Nachholbegegnung gegen den ASV Winnweiler, die am 27. Februar stattfinden soll, dann wäre sie Sechste und hätte gerade einmal einen Zähler Rückstand auf den Fünften Nanz-Dietschweiler. „Am Ende muss ich sagen, dass es eine Hauptrunde war, in der für uns alles dabei war. Tiefen und Höhen, Ärger und Glücksmomente“, sagt Lukaj, der sich vorstellen kann, auch in der Saison 2022/23 die Mannschaft zu trainieren. „Ich habe hier eine fantastische Unterstützung und die Offiziellen leben für den Verein. Ich muss mich echt für die Chancen bedanken“, sagt der Spielertrainer, der fest überzeugt ist, dass „wir es in der Abstiegsrunde schaffen, denn bis auf den FV Bruchmühlbach sehe ich alle Teams als machbar für uns an“.

Bester Torjäger der SG war einmal mehr Angreifer Fabian Schmitt, der mit 18 Treffern auch die ligainterne Torjägerliste der Nordstaffel anführt.

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