Donnersbergkreis RHEINPFALZ Plus Artikel Senioren-Union nach zehn Jahren reaktiviert

Manfred Schäfer.
Manfred Schäfer.

Gut zehn Jahre lang lag die Senioren-Union im Donnersbergkreis brach. Nun hat Manfred Schäfer, Kreistags-Urgestein und früherer erster Kreisbeigeordneter, die christdemokratische Vereinigung älterer Menschen wieder aktiviert. Kürzlich wurde ein neuer Vorstand mit ihm an der Spitze gewählt.

Herr Schäfer, was gab den Anstoß dazu, die Senioren-Union zu reaktivieren?
Das ist ganz einfach. Viele der älteren Mitstreiter von früher, die sieht man gar nicht mehr. Aber wenn man mit dem einen oder anderen geredet hat, war doch Interesse da, da habe ich gesagt, wir wollen mal wieder Zusammenkünfte ermöglichen, jetzt eben solche, wo man mal nichts beschließen muss. Den vielen Wegbegleitern in meiner fast 50-jährigen politischen Arbeit, aber auch Unterstützern und Ratgebern außerhalb der CDU möchte ich zudem ein klein wenig von dem zurückgeben, was ich von ihnen erfahren habe. Das war hauptsächlich Vertrauen. Und das war mein Antrieb. Ich habe das mit der damaligen Kreisvorsitzenden Simone Huth-Haage besprochen und mich bereiterklärt, das mal übergangsweise als Vorsitzender zu machen. Im inzwischen gewählten Vorstand bin ich mit 78 Jahren keineswegs unter den Jüngeren.

Hat die Corona-Pandemie Treffen überhaupt noch zugelassen?
Im Moment geht leider Gottes nichts. Das ist schade, denn das hat gut angefangen. Voriges Jahr, da war ich noch nicht gewählt, haben wir eine Veranstaltung bei der Brauerei Bischoff – eine Besichtigung – gemacht, die war mit 70, 80 Leuten erstaunlich gut besucht. Das war schon überraschend. Und da haben viele gesagt, das sollte man weitermachen. Ich habe auch schon Pläne gehabt, aber dann kam Corona. Und wir sind auch sehr spät zu den Vorstandswahlen gekommen. Im Moment muss man einräumen: Das geht nicht.

Dabei wäre sicher Bedarf. Senioren sind ja von der Pandemie gerade auch sozial stark betroffen. Wie nehmen Sie das wahr?
Man vermisst vieles: Vernissagen, Konzerte, das Theater bis hin zu der Tatsache, dass die Leute nicht mehr in ihr Stammlokal, an ihren Stammtisch gehen können. Das bedauern sehr viele – und verstehen es manchmal auch nicht, auch wenn die Notwendigkeit von Hygiene oder Maskentragen anerkannt wird. Das ist ganz klar. Was mir auch wichtig ist, dass bei geschützten Bedingungen der Enkel den Opa noch besuchen kann.

Wie wird die Pandemie generell in der Altersgruppe wahrgenommen. Manchmal heißt es ja, dass gerade Senioren etwas gelassener sind, auf ihr erreichtes Alter verweisen?
Die Senioren nehmen das sehr ernst. Ich habe von niemandem gehört, dass man lockerer sein kann. Das ist ein Märchen. Ich kenne eher Leute, die übervorsichtig sind.

Wer ist in der Senioren-Union? Sind das automatisch die Parteimitglieder ab einem bestimmten Alter?
Nein, nein. Das ist nicht abhängig von der Parteimitgliedschaft. Ich habe auch schon drei Leute geworben, die nicht der Partei angehören. Es ist mir wichtig, dass man also auch solche Leute mitnehmen kann, die Bedarf haben, sich zu treffen, das hat also schon einen sozialen Hintergrund.

Was steht auf der Agenda? Geht es nur, darum, dass man sich trifft?
Es geht nicht nur darum, bei Kaffee und Kuchen zusammenzukommen. Ich habe ja ein Programm gehabt, das leider von Corona über den Haufen geworfen wurde. Wir wollten etwas anbieten. Johannes Gerster beispielsweise hatte mir schon zugesagt für eine Lesung oder einen Vortrag, wir wollten die Bindewald-Mühle besuchen, das Museum in Winnweiler, die neue Synagoge in Mainz mit Führung von Johannes Gerster, Wanderungen, auch mal eine Stadtführung, etwa mit Klaus Kremb in Kirchheimbolanden. Ich möchte schon, dass die Mitglieder, die noch gut zu Fuß, dahin gehen können, wo etwas Vorzeigbares zu sehen ist. Etwa sechs bis acht Veranstaltungen im Jahr, verteilt über den Landkreis, stelle ich mir vor – sobald das wieder möglich ist.

Es geht also nicht um politische Themen?
Nein, aber natürlich werde ich unsere Mandatsträger mal einladen, zu berichten, aber das steht nicht im Mittelpunkt. Und das wollen viele auch nicht.

Hat die Senioren-Union auch den Ansatz, sich als eine Interessenvertretung dieser Altersgruppe zu sehen?
Ja, wir sollten in der Tat ein Sprachrohr der Senioren sein – überparteilich, das sollte mit Parteiinteressen nichts zu tun haben.

Der Vorstand

Neben Manfred Schäfer gehören Ursula Fischer, Marianne Baun, Ludwig Leist und Peter Fischer (alle aus Kirchheimbolanden), Brane Simic und Georg Grünewald (beide aus Eisenberg), Hermann Mattern (Biedesheim), Werner Rasche (Winnweiler), Hans-Ulrich Sittel und Manfred Sohn (Rockenhausen) dem Vorstand der Senioren-Union an.
x