Donnersbergkreis Seltener Brutvogel im Donnersbergkreis gesichtet
Im Jahr 2024 hatte Julian Debus von der erfolgreichen Brut der seltenen Wiesenweihe im Donnersbergkreis berichtet. Seither ist es dem Hobby-Vogelkundler gelungen, weitere Greifvogelarten zu beobachten, die nicht häufig zu sehen sind. So machten auf dem Durchzug in ihr afrikanisches Winterquartier im Herbst fünf Steppenweihen Rast in der Nordpfalz. Auch den Schlangenadler, der seit mehr als 100 Jahren als Brutvogel in Deutschland als ausgestorben gilt, bekam Debus vor die Linse.
Die fünf Steppenweihen seien sogar mehrere Tage geblieben, berichtet Debus begeistert: „Steppenweihen sieht man nicht oft. Und für ein so kleines Gebiet ist diese Rast schon außergewöhnlich.“ Der Vogelfreund passiert auf seinem täglichen Arbeitsweg durch die Verbandsgemeinde Göllheim zahlreiche Agrarflächen. Diese seien für die in erster Linie aus der russischen Tundra stammenden Greifvögel offenbar attraktiv. „Die Äcker haben einen steppenartigen Charakter. Davon fühlen sich die Arten offenbar angesprochen.“ Vier Weibchen und ein Männchen habe er bei deren mehrtägigen Aufenthalt beobachtet und fotografiert. Seine Sichtung habe er der zuständigen Seltenheitskommission pflichtgemäß gemeldet, erläutert Debus. Dies sei für die offizielle Anerkennung dieser Langstreckenzieher notwendig, da es leicht zu Verwechslungen kommen könne.
Schlafgemeinschaft der Sumpfohreulen
Steppenweihen sind eine geschützte Greifvogelart, deren Bestand europaweit stark abgenommen hat. Ausgewachsene Exemplare werden bis zu 50 Zentimetern groß. Sie können eine Spannweite von bis zu 1,20 Metern erreichen.
Debus kann über so manche Sichtungserfolge in den zurückliegenden beiden Jahren berichten. Besonders freut ihn die Beobachtung mehrerer Sumpfohreulen. Die Vögel hätten in der Region überwintert und dabei eine Schlafgemeinschaft gebildet, erläutert er. Ein weiterer Höhepunkt sei die Entdeckung eines Schlangenadlers im Oktober 2023 gewesen: „Schlangenadler gelten seit mehr als 100 Jahren in Deutschland als Brutvogel ausgestorben. Die letzte Brut hat es wohl um 1911 bei Bad Dürkheim gegeben.“
Bitte an Hundebesitzer
Auch der aus Skandinavien stammende Raufußbussard sei ein besonderer Gast am Donnersberg. Den Greifvogel habe er im Oktober 2024 ebenso identifizieren können wie einen Rotfußfalken, sagt Debus. Gleiches gilt für den Merlin: Beeindruckende sieben Exemplare dieser kleinsten Falkenart Europas habe er vor die Linse bekommen, ergänzt er erfreut.
Dem Hobby-Ornithologen liegt naturgemäß der Schutz der bedrohten Tiere am Herzen. Er bittet Hundebesitzer darum, ihre Vierbeiner beim Spaziergang entlang der Ackerflächen an der Leine zu führen: „Bei den großen Agrarflächen hier im Gebiet vermutet man ja nicht, dass dort auch seltene Vögel rasten könnten“, mahnt der engagierte Vogelschützer.