Donnersbergkreis Selber Tag, selber Ort

Placeholder-Image

Man könnte meinen, die beiden hätten sich – artenübergreifend – abgesprochen: Am Karfreitag sind in Winnweiler sowohl die erste Nachtigall als auch die erste Mehlschwalbe nach ihrer Heimkehr aus dem Winterquartier gehört beziehungsweise gesehen worden. Ganz zum Erstaunen eines Vogelkundlers der Nabu-Kreisgruppe Donnersberg – denn nach seinen langjährigen Aufzeichnungen war es bisher erst einmal vorgekommen, dass zwei Zugvögel am selben Tag und Ort zurückgekommen sind. In den frühen Morgenstunden trillerte die erste Nachtigall in einem Gebüsch am Hang des Leisbühls hinter dem Bahnhof Winnweiler. Sie war wohl in der Nacht eingetroffen, denn sie zieht im Schutz der Dunkelheit. In den vergangenen Wochen hatte der Heimkehrer also viele Nachtschichten eingelegt, um die rund 6000 Kilometer von Afrika in die Nordpfalz zurückzulegen. Nach dieser enormen Kraftanstrengung war der Nachtigall aber keine Ruhepause vergönnt: Vielmehr galt es für sie sofort, unermüdlich zu singen, um das eigene Revier gegen Rivalen abzugrenzen und ein Weibchen anzulocken. Und hierbei ist es an diesem Morgen gleich zu einem Gesangswettstreit gekommen: Nur rund 50 Meter entfernt war ein zweites Männchen gelandet, das sein Lied voller Inbrunst dem Nachbarn entgegenschmetterte. So ging es eine Zeit lang hin und her, bis sich einer der beiden Sänger geschlagen gab und verstummte. Wahrscheinlich wird er sich weiter entfernt ein neues Revier suchen, denn am Leisbühl gibt es noch viele Büsche. Damit nicht genug der „tierischen“ Karfreitags-Meldungen: Am Vormittag hat die erste Mehlschwalbe ihr Kunstnest unter dem Dachvorsprung eines Hauses in der Berliner Straße angeflogen und ist hineingeschlüpft. Endlich daheim – denn hinter ihr lag ein anstrengender, rund 5000 Kilometer langer Flug. lm Gegensatz zu den Rauchschwalben, bei denen sich die Männchen ein Wettfliegen um das beste Revier lieferten, ließen es die Mehlschwalben gemütlicher angehen und trafen erst drei Wochen später ein. Gesellig, wie es ihre Art ist, flogen sie in einem kleinen Trupp, Eile tat ja nicht Not: Zu Hause wurde ohnehin wieder das Nest vom Vorjahr besetzt – ohne Nachbar-Streitereien. An diesem Haus sind Mehlschwalben nämlich willkommen. Mit den vier bekannten Zugvögeln Rauchschwalbe, Kuckuck, Nachtigall und Mehlschwalbe ist die erste Runde der Heimkehrer abgeschlossen. Die Ankömmlinge der nächsten drei Wochen sind dem Namen nach eher unbekannt. Ausnahme ist der Mauersegler, der in den Siedlungen zu Hause ist und sich Ende April/Anfang Mai wieder blicken lässt.

x