Donnersbergkreis Sechstägiger Feier-Marathon und ein Königspaar

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Die Weitersweilerer Kerwe ist einzigartig im Kreis: Nirgends sonst rund um den Donnersberg wird das höchste Fest im Dorf offiziell sechs Tage lang gefeiert. Passend dazu hatte sich die Kerwejugend für ein originelles Motto entschieden: „No 6 Daa Kerb bische ganz schä merb. Wer des net halt dorsch, is kän richt’sche Kerweborsch.“ Höhepunkte des bunten Treibens waren der bunte Umzug und die folgende Kerwerede am Sonntagnachmittag.

Die Kerwejugend – gut erkennbar an ihren lilafarbenen Outfits – hatte zur Marathon-Kerwe eingeladen. Kommentar eines ortsansässigen Bewohners: „Die Weitschwillerer feiern am liebschde es ganze Johr, deswe fange mer schun am Dunnerschdaa aa.“ Weitere Besonderheit: In Weiters-weiler gibt es ein Kerwekönigspaar. Vroni Schmidt und „Winni“ (Winfried) Günther grüßten beim Umzug, herrschaftlich herausgeputzt in historischen Gewändern, standesgemäß aus einem offenen Wagen. Zu Beginn des aus originellen Motivwagen, Fußgruppen und der ortsansässigen Kapelle „Her mol hie“ bestehenden Lindwurms thematisierten die jungen Organisatoren – wie auch in der Kerwerede – die vielen Streiks der vergangenen Monate: sei es bei der Bundesbahn, der Post oder in den Kitas. Symbolisch führte ein zum ICE umgebautes Fahrzeug den Zug an. Es folgten kreative Wagen mit Gästen aus Marienthal, Dannenfels, Steinbach, Standenbühl und Jakobsweiler. Die „Weitschwillrer Hexe“ machten in ihren neonfarbenen Kostümen ihrem Namen alle Ehre. An die Zuschauer wurden fleißig Kerwewein und Süßigkeiten verteilt. Dass im Ort seit geraumer Zeit freies W-Lan zur Verfügung steht, war Grundlage eines weiteren Motivwagens. „Freies W-Lan – we like it!“, war in großen Lettern zu lesen. Eine Reitergruppe rundete den Festzug ab. Im Anschluss schilderte „Kerweparre“ Thomas Göbel – unterstützt von seinem Mundschenk Lukas Müller – mit heiserer, kerwegeschädigter Stimme die kleineren und größeren Verfehlungen seiner Mitbürger im Laufe des vergangenen Jahres: „Die Kerweredd is widder voll vun lustigste Geschichte un Anekdote, von unsre greeschde Weitschwillrer Chaode.“ Trotz schweißtreibender fast 35 Grad herrschte auf dem Platz vor der „Feuerwache“ beste Stimmung – nicht zuletzt dank der Band „Her mol hie“, die zwischen den einzelnen „Stickelscher“ das Publikum mit bekannten Ohrwürmern bestens unterhielt. Göbel berichtete unter anderem über ein rosafarbenes Haus, das im Ort für Gesprächsstoff sorgte, sowie einem vom Hunger getriebenen Besucher einer Kappensitzung. Dieser löste das Problem mit dem Kauf von sage und schreibe 120 Laugenstangen. Ihr Fett weg bekommen hat auch eine Familie, bei der eine „Crash-Bum-Bäng-Serie“ fast schon Tradition ist. Welche Folgen ein Ausflug von Weitschwillrer Hexen mit einem Stapler haben kann, wurde ebenso beschrieben, wie das lustige Spiel mit einer Schlagaxt, zu dem die Feuerwehrleute an einer Hochzeit bereit waren. Thema war auch der jährlich stattfindende Bauernmarkt, zudem durften sich die Zuhörer noch einmal an der Geschichte „Hähnchengrill trifft Bierwagen“ erfreuen. Mit Dank und „greeschdem Reschpekt an das Bauernmarktteam“ beendeten Göbel und Müller ihren gut 45-minütigen Vortrag. (gbe)

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