Motorsport
Sebastian Marhofer: Münchweilerer im Rennauto
In den vergangenen drei Jahren fuhr er in einem Opel Corsa A der Sportgruppe H, die in der Motorsportwelt gleichbedeutend mit den verbesserten Fahrzeugen nach internationalem Recht ist. Doch diese Zeit endet bald. Derzeit baut Sebastian Marhofer einen Opel Kadett C auf, den er in der Gruppe der Serienfahrzeuge ab dem kommenden Sportjahr auf den Pisten mit den rot-weißen Pylonen bewegen will. Der ausgebildete Landwirt ist in Winnweiler aufgewachsen und lebt seit seiner Schulzeit in Münchweiler. „Schon immer habe ich mich für das Schrauben interessiert. So kam ich auch in einen großen landwirtschaftlichen Betrieb in Münchweiler, wo es viele Maschinen zum Schrauben gab“, erinnert er sich. „Geschraubt habe ich in meinem Leben querbeet alles und so wird es auch bleiben, derzeit vorrangig am Wettbewerbsfahrzeug.“
Vom Rasenmäher zum Auto
Fahren gegen die Uhr und im Wettbewerb war schon immer seine Leidenschaft. So startete er auch im Team des Entsorgers Becker beim Rasentraktorrennen, das früher auf dem Randeckerhof bei Neuhemsbach, heute im Gewerbepark Sembach ausgetragen wird. „Wir sind nicht nur gefahren, sondern haben unsere Fahrzeuge auch selbst aufgebaut“, erinnert sich der Münchweilerer. Zum Motorsport kam er über Timo Klemm, einem gebürtigen Lohnsfelder, der heute in Nußbach (Landkreis Kusel) wohnt.
„Unsere Väter kennen sich aus ihrer Jugendzeit und als ich Fotos vom Aufbau eines Slalomfahrzeuges von ihm sah, war ich fasziniert“, ergänzt Marhofer. So nahm er Kontakt zu dem Fahrzeugbauer auf und konnte ihm bei dessen Arbeit über die Schulter schauen. „Dabei entwickelte ich mich zum Helfer und begleitete ihn zu verschiedenen Bergrennen.“
„Habe nichts kaputt gemacht“
Nach bestandener Fahrprüfung erwarb der heute 24-Jährige einen Opel Corsa A und begann mit dem Umbau auf eine sportliche Basis. Doch es kam nicht zur Vollendung. Stattdessen kaufte Marhofer Ende 2018 einen Opel Corsa A der Gruppe H und im Frühjahr des darauffolgenden Sportjahres drehte er damit seine ersten Runden im Wettbewerb. „Mein erster Start war dann auf der Kartbahn in Walldorf. Ich wurde nicht Letzter und habe nichts kaputt gemacht“, erzählt er noch heute mit Freude und einem Schmunzeln.
Mit den 140 Pferdestärken aus einem 1300-Kubikzentimeter-Motor war das Fahrzeug schnell und mit 725 Kilogramm auch recht leicht. Die eigene Wettbewerbsfähigkeit stellte Marhofer schon bald unter Beweis. Er erreichte einen Klassensieg im Automobil-Clubsport-Slalom beim 1. Rallye-Club „Barbarossa“/Vespa-Club 59 Kaiserslautern und vordere Plätze bei den Bergslaloms am Potzberg und in Queidersbach.
„Ein Traum von mir war schon immer der Opel Kadett C“, berichtet er. Diesen Wunsch hat sich der Motorsportler nun erfüllt, der sich deshalb von seinem rennfertigen Opel Corsa A trennen und ihn verkaufen wird. Nun legt er all seine Kraft und Fähigkeiten in den Aufbau des neuen Fahrzeugs. Entdeckt hat es der Münchweilerer über ein soziales Netzwerk in einem Ort bei Köln. Das Fahrzeug befindet sich im Originalzustand wie auch der Zwei-Liter-Motor mit seinen 110 Pferdestärken, der bereits überholt worden ist. „Er ist allerdings noch keine 30 Kilometer gefahren worden.“
Hilfe in der Werkstatt
Das Fahrzeug hat der Hobbybastler komplett zerlegt. „Es wird einer richtigen Behandlung unterzogen, vom Säurebad zum Entlacken bis hin zu einer Grundlackierung gegen Rost im Tauchbad. Bis jetzt habe ich jedes Teil schon mindestens ein Mal in der Hand gehabt“, scherzt Marhofer. Und es wird nicht das letzte Mal sein, denn nun beginnt die Phase des Zusammenschraubens. Davor ist es ihm nicht bange – in der Werkstatt in Rockenhausen hat er einen Spezialisten und erfahrenen Motorsportler neben sich. Kein Geringerer als Rüdiger Wolf, der beispielsweise schon für den früheren Deutschen Rallye-Meister Wolfgang Inhester (1980) schraubte oder Unfallschäden des Deutschen Rallye-Meisters 2013, Georg Berlandy aus Stromberg, behob. „Zu Beginn der neuen Saison werde ich dann mit dem Fahrzeug bei Slalom-Veranstaltungen an den Start gehen“, erzählt Marhofer.
Auf seinem Programm stehen Automobil-Clubsport-Slaloms und Bergslaloms, aber auch Gleichmäßigkeitsprüfungen sowohl beim ADAC als auch beim Neuen Automobil- und Verkehrs-Club (NAVC). Denkbar sei, dass er auch mal spontan bei Veranstaltungen des Deutschen Motorsportbundes (DMSB) an den Start geht. Dankbar ist Marhofer seiner Freundin Saskia, die sein zeitraubendes Hobby mitträgt und unterstützt. Sie wird ihn in der neuen Saison auch wieder zu den einzelnen Rennen begleiten und dort für Marhofers leibliche Wohl sorgen.