Donnersbergkreis Schwitzen für die Fahrbahndecke

Riesenmaschine: 7,7 Meter breit ist der Asphalt-Fertiger .
Riesenmaschine: 7,7 Meter breit ist der Asphalt-Fertiger .

Mit Riesenschritten geht es vorwärts mit der B 271 neu, die das Weindorf ab Ende 2018 vom Durchgangsverkehr befreien soll. Seit ein paar Tagen werden bereits Teilstücke asphaltiert. Der Bau der Umgehungsstraße liegt weiterhin im Kosten- und Zeitplan.

In Höhe der Brücke über der Bahnstrecke Bad Dürkheim-Monsheim – das nördlichste der sechs Bauwerke auf der 3,4 Kilometer langen Umgehungsstraße – steht eine riesige Maschine auf einer grobkörnigen schwarzen Masse. Die aufsteigende Hitze kriecht in die Arbeitsschuhe und unter die Warnwesten der sieben Männer, die hier die Fahrbahn herstellen. „175 Grad von unten und 35 Grad von oben“, stöhnt Richard Eppelmann, Einbaumeister der Asphaltkolonne der Firma Bickardt Bau aus dem hessischen Kirchheim, die einen Großteil der Bauarbeiten an der Westumgehung für Kirchheim erledigt. Im Winter sei sein Job angenehmer, räumt Eppelmann ein, „da hab` ich dann warme Füße“. Gerade rollt ein Lkw rückwärts an das 7,70 Meter breite Stahlungetüm heran, das sich wenig spektakulär Asphalt-Fertiger nennt. In der Thermo-Mulde des Brummis befinden sich 27 Tonnen 175 Grad heißes Material für die Tragschicht der späteren B 271 neu. „18 Zentimeter kommen auf die hier liegende 40 Zentimeter dicke Frostschutzschicht, dann folgen 8,5 Zentimeter Binderschicht und schließlich 3,5 Zentimeter sehr feinkörnige Deckschicht, die eigentliche Fahrbahn“, erläutert Alexander Engel, Fachgruppenleiter Planung beim Landesbetrieb Mobilität (LBM) Worms. Langsam wird die Thermo-Mulde gekippt, und der dampfende Asphalt rutscht in die gewaltige Maschine, die sich nun im Schneckentempo in Bewegung setzt. Schon wenige Augenblicke später sind die 27 Tonnen Bitumen-Gestein-Gemisch zur Tragschicht verarbeitet. „Nach etwa 30 Minuten können wir mit einer Walze drüberfahren“, sagt Eppelmann. „Bei 130 Grad lässt sich der Asphalt am besten verdichten.“ Bis das Material ausgehärtet ist, vergehen allerdings ein paar Tage, wie Ingenieur Engel informiert. Ein bis zwei Tage benötige allein die relativ dünne Deckschicht. Der nächste Lkw kommt. Viele Lastwagen werden es bis zum Feierabend sein. „Dann haben wir wieder 650 Meter geschafft“, so Eppelmann. Insgesamt werden 26.000 Quadratmeter Boden asphaltiert. Bevor man sich an den Aufbau der Straße machen konnte, musste eine Menge Erde bewegt werden. 220.000 Kubikmeter werden es am Ende sein. Ein Teil des Bodenmaterials, das entfernt werden muss, ist im nördlichen Trassenverlauf für die Modellierung von Dämmen genutzt worden. „Wir haben auch Erde im A6-Ohr bei Grünstadt abladen können, aber das Gros geht in den Besitz der Baufirma über, die Löss, Kies und Sand für verschiedene Flurbereinigungsverfahren benötigt“, so Engel. Von der Bahnbrücke geht es in südlicher Richtung durch kahle Landschaft, wo die B 271 neu aus Gründen des Lärmschutzes in einem tiefen Einschnitt liegen wird. „Das wird hier alles begrünt, und dort entsteht eine Ausgleichsfläche“, zeigt der Ingenieur nach Westen. In der Nähe wird zurzeit eine Wirtschaftswege-Überführung errichtet. Das imposanteste Bauwerk der Westumgehung, die 224 Meter lange Eckbachtalbrücke, wird laut Engel im November dieses Jahres komplett fertig sein. Im Dezember 2015 war erster Spatenstich für die Brücke, unter der schließlich die L 520 nach Kleinkarlbach führen soll. Seit vergangenem Montag ist die Strecke zwischen Kirchheim und Kleinkarlbach voll gesperrt, um der Landstraße die neue Trasse zu verpassen. Insgesamt liegt man nach Auskunft von Engel gut im Kosten- und Zeitplan.

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