Donnersbergkreis RHEINPFALZ Plus Artikel Schwimmbadvergnügen noch mit vielen Fragezeichen versehen

Noch sind die Freibäder wie hier in Rockenhausen leer, das soll sich im Laufe der nächsten Woche ändern.
Noch sind die Freibäder wie hier in Rockenhausen leer, das soll sich im Laufe der nächsten Woche ändern.

Die Schwimmbäder dürfen wieder öffnen. Rockenhausen und Winnweiler preschen voran. Am 2. Juni sollen sich dort wieder Badegäste tummeln dürfen. Aber wie viele? Und unter welchen Einschränkungen? Auch drei Tage vorm Saisonstart ist das Wichtigste noch unklar. Warum die Verantwortlichen trotzdem optimistisch sind.

Die Schwimmbäder öffnen am 2. Juni: Es klang verheißungsvoll, was die Landesregierung im Zuge ihres „Perspektivplans für sicheres Öffnen“ am 11. Mai verkündet hatte. Fast drei Wochen später liegt nämlich noch immer im Nebel, wie das genau funktionieren soll. Gibt es eine Testpflicht? Wie viele Badegäste dürfen gleichzeitig aufs Gelände und ins Wasser? Muss eine Desinfektionspause eingelegt werden? Und sind Vorabbuchungen notwendig?

Das Vergnügen ist auch vier Tage vor der anberaumten Öffnung noch mit vielen Fragezeichen versehen. Denn noch bis Freitagabend hatte das Land keine verbindlichen Regelungen festgeklopft. Sehr zum Verdruss der Badbetreiber.

Hygienekonzepterstellung noch nicht möglich

„Wir haben aber die Pläne in der Schublade“ – es gilt nur noch, die richtige aufzuziehen. Rudolf Jacob ist nicht bange, dass es klappt – und die ersten Badegäste schon am kommenden Mittwoch in die Becken des runderneuerte Schwimmbad Winnweiler eintauchen können. Doch hätte auch der Winnweilerer Bürgermeister gerne darauf verzichtet, erneut auf Improvisationskunst zu bauen und Flexibilität beweisen zu müssen. Jacob wäre lieber gewesen, er wüsste, was da für Mittwoch nun genau verlangt wird.

Ähnlich ergeht es zurzeit Michael Cullmann. Am Mittwochabend hatte der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Nordpfälzer Land in der Sitzung des VG-Rats das aktuelle Hygienekonzept präsentieren wollen. Nur: Das war schlicht und einfach unmöglich. Man stehe in enger Verbindung mit dem Verband kommunaler Unternehmen. Doch auch der konnte bislang wenig Hoffnung machen.

Kurzfristige Umsetzung?

Die rheinland-pfälzische Landesgruppe im Verband kommunaler Unternehmen (VkU) hat eine Arbeitsgruppe eingerichtet, in der rund 70 Eigenbetriebe von Gebietskörperschaften vertreten sind, die Bäder betreiben – und damit mehr als die Hälfte. Bislang hat auch die Interessenvertretung noch nichts Genaues zu den Mainzer Plänen herausfinden können. „Wir bereiten uns schon seit Mitte März vor“, sagte am Freitag ein Sprecher auf Anfrage.

Leider herrsche weiterhin große Unklarheit, wie auch Jacob und Cullmann sagten. Deren Worten nach ließen sich die Vorgaben wohl noch gerade rechtzeitig umsetzen – „auch wenn sie erst am Dienstagabend bekannt werden“, wie Jacob seufzend befürchtete. Doch nicht jeder Betreiber kann offenbar so rasch reagieren wie die Werke in Winnweiler und Rockenhausen.

Noch keine Einzeltickets

Sollte beispielsweise eine umfassende Testpflicht kommen, könne dies die Öffnungspläne vor allem kleinerer Bäder durchkreuzen. Ohnehin sei es für einige zu kurzfristig, eine Öffnung bereits am Mittwoch in zu verwirklichen, so die Befürchtung des Verbandssprechers.

Klar ist bislang nur: Wer sich am Mittwoch aus Lust und Laune kurzentschlossen nach Winnweiler oder Rockenhausen aufmacht, um dem Badevergnügen zu frönen, wird keine Chance haben. Tageskarten werden nicht verkauft. Der Einlass ist fürs Erste Inhabern von Dauerkarten und Mehrfachtickets vorbehalten. Einzelkarten werden zunächst weder hier noch dort angeboten.

Kontaktverfolgung mit Luca

Immerhin: Das Badevergnügen wird im Naturerlebnisbad Rockenhausen nicht teurer. Das hat der Verbandsgemeinderat am Mittwochabend wie geplant beschließen können. Auf eine Preiserhöhung sei zu verzichten, waren sich die Ratsmitglieder einig. Zumal ja die Dauerschwimmer und Jahreskarteninhaber schon auf einen guten Monat Badevergnügen hätten verzichten müssen, sei eine Erhöhung ohnehin nicht angebracht, hatte der Bürgermeister argumentiert. Auch in Winnweiler werden die Eintrittspreise nicht steigen.

Das neue Bad dort soll morgens um 9 Uhr öffnen – wenn sich denn nicht auch in dieser Hinsicht noch etwas ändern müsse. Denn damit sei durchaus zu rechnen, sagte Bürgermeister Jacob, der auch auf eine mögliche „Mittagspause“ verwies, in der eine umfassende Desinfektion vorgeschrieben sein könnte.

Was die wohl geforderte Kontaktverfolgung betrifft, werden beide Bäder auf die Luca-App setzen. Cullmann verwies darauf, dass diese Anwendung auch per Chip nutzbar sei – „nicht jeder will sein Smartphone mit ins Schwimmbad nehmen“.

Eisenberg und Alzey warten noch ab

Während sich in Rockenhausen und Winnweiler die Verantwortlichen nun Anfang kommender Woche mühen müssen, die zu erwartenden Vorgaben umzusetzen, haben sich die Betreiber der Bäder in Eisenberg und auch in Alzey noch Zeit genommen. Zur Öffnung des Waldschwimmbads Eisenberg gebe es noch keinen konkreten Termin. Zeitzonen und abgesperrte Bereiche würden aber eingeplant, für die restlichen Regelungen warten die Betreiber die genauen Vorgaben ab.

Eine Öffnung um den kalendarischen Sommeranfang am 21. Juni schwebt den Verantwortlichen in Alzey vor. Dort hatte man den 2. Juni wohlweislich gar nicht erst ins Visier genommen, wie der mit der Bad-Organisation betraute David Strauß von der Stadtverwaltung auf Anfrage sagte. Auch aus Kostengründen werde man erst Wasser einfüllen und die Chloranlage in Betrieb setzen, wenn alle Bedingungen klar seien.

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