Donnersbergkreis Schwerpunkt auf erhalten und sanieren
„2016 war ein schwieriges Jahr. Wichtige Entscheidungen standen an, die hohe Investitionen bedeuteten, für die es kaum Aussicht auf Förderung gab.“ Mit diesem Resümee verband Ortsbürgermeister Joachim Fister beim traditionellen Neujahrsumtrunk im Gemeindehaus auch einen Ausblick auf bevorstehende Aktivitäten. Und sprach eine Einladung aus.
Jahrelang zog sich die Problematik des Platzmangels im Kindergarten wie ein roter Faden durch die Arbeit des Gemeinderats, bis durch die Bildung einer Naturgruppe eine Lösung gefunden war. Dass Eltern und Großeltern in rund 1050 Stunden die Holzhütte auf dem Wasserhausgelände aufgebaut haben, die als Unterschlupf bei schlechtem Wetter dienen soll, lobte Fister als ganz besondere Leistung. Er rief in Erinnerung: 1998 besuchten 25 Kinder die Einrichtung, nun habe man rund 60 Kinder in drei Gruppen. „Wir sind ein junges Dorf und brauchen uns um die Zukunft keine Sorgen zu machen.“ Für dieses Jahr stehe im Kita-Gebäude die Umsetzung neuer Brand- und Sicherheitsbestimmungen mit geschätzten Kosten von bis zu 150.000 Euro bevor. Im Februar werden alle Morschheimer zu einem Tag der offenen Tür in den Kindergarten eingeladen. Bei seinem Ausblick verwies Fister hinsichtlich des Straßenbaus schon auf das Jahr 2020: Erst dann sei mit der Sanierung der Bürgersteige in der Donnersbergstraße für rund 248.000 Euro zu rechnen, nun gelte es den Zuschussantrag zu stellen. Auf den Ausbau der Johannsgasse für über 500.000 Euro müsse man verzichten. Nachdem Morschheim zu den ersten Gemeinden mit schnellem Internet gehörte, habe sich nun herausgestellt, dass 47 Anschlüsse unterversorgt seien. Welche das seien, müsse noch geklärt werden. Der Dorfladen, schon längere Zeit ein Sorgenkind der Gemeinde, wird nicht geschlossen. Von der Gemeinde werde er wie bisher unterstützt, kündigte der Ortschef an und lobte den Einsatz von Elsbeth Hartmetz und Astrid Neumann, die mit Engagement und neuen Ideen für den Erhalt des Ladens gekämpft haben. Fister appellierte an die Morschheimer, diese Einkaufsmöglichkeit im Ort rege zu nutzen. Keine Schließung auch bei den Vereinen, erklärte Fister erfreut. Für zwei sei es ein besonderes Jahr gewesen. Der MCC konnte seinen 55. Karnevalsumzug veranstalten, und die Modellfreunde hatten die Ehre, die Truck Trial Europameisterschaft ausrichten zu dürfen. Besorgnis äußerte der Ortschef, dass alle Vereine unter dem Schwund an Bereitschaft fürs Ehrenamt leiden. Sein Aufruf richtete sich an die jüngeren Einwohner, sich bei den Vereinen zu engagieren. Die finanzielle Lage der Gemeinde im Blick, verwies Joachim Fister darauf, dass der Gemeinderat diesmal einen Doppelhaushalt für 2017 und 2018 verabschiedet habe. Den Schwerpunkt habe man nicht auf neue Projekte gelegt, sondern werde sich auf die Bereiche Bestandssicherung, Renovierung und Sanierung konzentrieren. Auf dem Friedhof sei noch einiges zu tun, so unter anderem das Fertigstellen eines Wiesengrabfelds und der Rückbau alter Gräber. Um das Gelände für den Bauhof herzurichten, ist eine Investition von rund 30.000 Euro vorgesehen. Nachdem es für die letzten drei Bauplätze der Gemeinde bereits Anfragen gibt, wird sich der Rat auch Gedanken über neues Bauland machen. Die einzige Erweiterungsmöglichkeit bestehe hinter der Donnersbergstraße, so Fister. In seinen Dank an alle Bürger, die sich für die Belange der Gemeinde engagiert haben, schloss der Ortschef auch die Nachbargemeinden mit ein und verwies auf viele Gemeinsamkeiten, die eine gute Verbundenheit schaffen. Die Glückwünsche der Verbandsgemeinde übermittelte deren erster Beigeordneter Hans Leverkus und gab einen kurzen Abriss der wichtigsten Aktivitäten der VG, zu denen die Abgabe der Realschule Plus an den Kreis sowie die Sanierung der Kirchheimbolander Grundschule für 4,3 Millionen Euro zählen. Schon fester Bestandteil des Morschheimer Neujahrsumtrunks ist die musikalische Umrahmung durch Claus Hofmann, der auch diesmal mit Gitarrenspiel und Gesang einen besonderen niveauvollen Akzent gesetzt hat. |amj