KIRCHHEIMBOLANDEN RHEINPFALZ Plus Artikel Schnelltestzentrum auf dem Schillerhain wird gut besucht

Bis vergangenen Freitag haben sich gut 2000 Menschen auf dem Schillerhain auf Covid 19 testen lassen.
Bis vergangenen Freitag haben sich gut 2000 Menschen auf dem Schillerhain auf Covid 19 testen lassen.

Seit fünf Wochen gibt es das Schnelltestzentrum auf dem Schillerhain. Kam am ersten Termin nur eine einzige Person, um sich auf das Coronavirus testen zu lassen, sind es jetzt im Schnitt 120 Personen. Die Mitarbeiter des Kibobads spielen beim Betrieb des Zentrums eine ganz besondere Rolle.

Ralf Paul ist eigentlich Rettungsschwimmer und Gärtner im Kibobad. Momentan ist er aber dreimal die Woche im Testzentrum auf dem Schillerhain zu finden. Dort führt er Corona-Tests durch. „Am Anfang hatte ich schon ein bisschen Bedenken, den Stäbchentest in der Nase zu machen, aber jetzt läuft das alles schon routiniert ab“, erzählt der 51-Jährige. Medizinische Erfahrungen hatte er – bis auf seinen Zivildienst beim Deutschen Roten Kreuz – zuvor noch nicht. Zusammen mit seinen Kollegen aus dem Schwimmbad hat er an einer Internetschulung teilgenommen, um im Testzentrum, das am 22. März gestartet wurde, arbeiten zu können.

Der Anstoß für ein Corona-Schnelltestzentrum in Kirchheimbolanden ging von der Kreisverwaltung aus, die an die Verbandsgemeinde Kibo herangetreten ist, erzählt Arno Scheu, Mitarbeiter der Ordnungsbehörde und zuständig für das Testzentrum. Die Räumlichkeiten wurden von der Stadt gestellt, als Personal meldeten sich die Mitarbeiter vom Kibobad freiwillig, da der Schwimmbadbetrieb weiter wegen Corona ruht. Es folgte die Anmeldung beim Land Rheinland-Pfalz, um als offizielle Teststelle registriert zu sein, und bei der Kassenärztlichen Vereinigung für die Abrechnungen, erzählt Scheu von den Anfängen des Testzentrums.

Genügend Platz

Der verlief von den Testpersonen her erstmal zögerlich. Am ersten Tag kam nur eine Person zum Testen. „Dann waren es aber schon 20 und dann immer mehr“, berichtet Scheu. Jetzt seien es an den drei Testterminen (montags, mittwochs und freitags jeweils von 14 bis 18 Uhr) im Schnitt 120 Personen. „Die höchste Anzahl an einem Tag war 160“, erzählt Scheu, „da waren wir dann aber auch am Limit.“ Insgesamt haben am vergangenen Freitag knapp 2000 Personen die Möglichkeit, sich auf dem Schillerhain testen zu lassen, wahrgenommen. Acht positive Ergebnisse waren dabei.

Die Turnhalle, in der sich das Testzentrum befindet, wurde mit Matten ausgelegt, Bauzäune trennen die zwei Test- sowie die Wartebereiche voneinander. Durch die zwei Eingänge konnte ein Kreisverkehr geschaffen werden. Draußen gibt es genügend Platz zum Anstehen, die Besucher warten auch brav an den Abstandsmarkierungen. Am Eingang der Halle sitzt Viktor Reichert, der stellvertretende Betriebsleiter des Kibobads. Er erzählt, dass alles bisher sehr gut läuft. „Es gibt keine Komplikationen.“ Natürlich wäre er froh, bald wieder seiner gewohnten Arbeit nachzugehen, aber die Aufgabe hier sei auch wichtig.

Keine Überschneidung erwartet

Übrigens können sich auch Personen mit Symptomen oder einem positiven Selbsttest am Zentrum testen lassen. „Diese Person wird dann im Außenbereich getestet, reinlassen können wir denjenigen natürlich nicht“, erklärt Scheu. In der ursprünglichen Testverordnung sei das nicht vorgesehen gewesen, aber durch die große Menge an Selbsttests habe die Kreisverwaltung dies an die Testzentren ausgelagert, da dort die empfohlenen Tests verwendet werden. „Auch die Schüler, die positiv getestet werden, kommen für einen weiteren Test zu uns“, sagt Scheu. So könnten die Fälle „quasi schon vorsortiert“ werden.

Der Betrieb des Testzentrums ist im Moment bis zum 30. Juni eingeplant. Danach wird die Lage dann neu beurteilt. Eine Überschneidung mit einer möglichen Öffnung des Kibobads erwarten Reichert und Scheu derweil nicht. „Wenn das Kibobad wieder öffnet, dann würden ja auch alle Maßnahmen gegen das Virus greifen“, so die beiden.

x