Donnersbergkreis „Scharnier zwischen Vereinen und Sportbund“
STEINBACH. Der erkrankte Günter Paulus ist am Mittwochabend in seiner Abwesenheit als Sportkreisvorsitzender einstimmig wiedergewählt worden. Sein Stellvertreter bleibt Tristan Werner. Im Sportheim des TuS Steinbach gab es bei der Sportkreistagung auch einen Vortrag zum Thema Haftungsrisiken von Vorstandsmitgliedern.
Alle vier Jahre wählt der Sportkreis Donnersberg seine Vorstandschaft. Der Vorsitzende Günter Paulus konnte bei der Tagung nicht anwesend sein. Wie berichtet, hatte er im Oktober einen Schlaganfall erlitten und sitzt zurzeit im Rollstuhl. Paulus stellte sich zur Wiederwahl – was die Teilnehmer der Sportkreistagung auch einstimmig taten. „Diese Wahl in Abwesenheit wird ihm mit Sicherheit sehr viel Freude bereiten; vielleicht wirkt es sich auch förderlich auf seine Genesung aus“, war anschließend zu hören. Stellvertreter von Paulus bleibt weiterhin Tristan Werner, der zuvor die Vertreter von 33 Mitgliedsvereinen des Sportbundes Pfalz aus dem Donnersbergkreis begrüßt hatte. Er wurde genauso einstimmig gewählt wie Jugendleiterin Annemarie Wilding. Norbert Koch wurde als Beauftragter für das Sportabzeichen im Sportkreis berufen. Die Wahlleitung hatte Hartmut Emrich, der im Sportbund als Vizepräsident Finanzen fungiert, übernommen. Dieter Noppenberger, der Präsident des Sportbundes, hob die Bedeutung des Sportkreisvorstandes hervor: „Er ist das Scharnier zwischen den Vereinen im Kreis und dem übergeordneten Sportbund.“ Da die drei Mitglieder an den Hauptausschusssitzungen teilnehmen, könnten sie auch Einfluss nehmen auf die Sportentwicklung in der Region Pfalz. Noppenberger wies auf das beachtliche Programm 2016 des Sportbundes hin und gab der Hoffnung Ausdruck, dass die neue Landesregierung dem Sport mehr finanzielle Mittel als bisher zur Verfügung stellen wird. Landrat Winfried Werner betonte die Wichtigkeit des Ehrenamtes. Mehr als 50 Prozent der Kreisbewohner sind ehrenamtlich aktiv. Der Landrat sprach zudem das finanzielle Engagement der Sparkasse Donnersberg und der Basalt AG an. Beide fördern Sportprojekte mit Zuschüssen. Um das Thema Haftungsrisiken von Vorstandsmitgliedern ging es bei einem Vortrag von Falko Zink, Rechtsberater des Sportbundes. „Mit einem Bein im Gefängnis?“ lautete der Titel. Straftaten wie Steuerhinterziehung, Untreue, Unterschlagung sowie „Schwarze Kassen“ von Vereinsabteilungen und nicht erfüllte Verkehrssicherungspflicht waren Themen. Dabei spielten auch Vorsatz und Fahrlässigkeit sowie Unterlassung eine Rolle. Auf der anderen Seite hatte er aber auch eine Reihe von „Entlastungsargumenten“ parat. Als Wichtigstes nannte er, dass Vereinsrecht stets „Haftungsbeschränkungsrecht“ darstellt. Das bedeute, dass grundsätzlich zunächst der Verein mit seinem Vermögen hafte und nicht der Vorstand mit seinen Privatmitteln. Außerdem bestehe über den Sportbund Versicherungsschutz, beispielsweise für Unfall-, Haftpflicht- und Rechtsschutzanliegen. Tristan Werner und Annemarie Wilding berichteten über die Aktivitäten des Sportkreises in der zurückliegenden Periode. Neben Grußworten von Gernot Breitenbruch, dem Vorsitzenden des Gastgebervereins TuS Steinbach, gab es einen Film über die Aktivitäten und Ziele des Sportbundes. Martin Hämmerle von der Sportjugend Pfalz informierte über Freiwilligendienste in Sportvereinen und Schulen, die im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres oder eines Bundesfreiwilligendienstes geleistet werden können. (dipe)