Winnweiler
Sanierungvorhaben Wilhelm-Erb-Gymnasium wird erweitert – Über Lüftungsanlage noch nicht entschieden
Die ursprüngliche Planung war bereits im vergangenen September durch das Architekturbüro Müller Mizera aus Kirchheimbolanden vorgestellt worden. Die Planung sah zu diesem Zeitpunkt drei Maßnahmen vor, für die Gesamtkosten in Höhe von rund 3.770.000 Euro veranschlagt waren. Bestandteil dieser Planung war unter anderem die Errichtung von zehn Klassenraumcontainern mit dazugehörigen sanitären Einrichtungen. Die Voruntersuchungen im Bereich Heizung und Sanitär waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht abgeschlossen.
Sanitäre Einrichtungen werden komplett erneuert
Nach Abstimmung mit der Realschule plus, der Ortsgemeinde sowie der evangelischen Kirchengemeinde in Winnweiler und der Schulleitung des WEG konnten die nötigen Ersatzräume bereitgestellt werden. Die Containeranlage konnte somit entfallen. Gleichzeitig zeigte sich nach mehreren Untersuchungen der Bestandsgebäude, dass im Sanitär- und Heizungsbereich ergänzende Maßnahmen sinnvoll wären. So sollten zusätzlich auch die Trinkwasserleitung, Heizungsleitungen mit Unterverteilungen und Feuerlöschleitungen sowie die sanitären Einrichtungen in Hausmeisterwohnung, Gymnastikhalle und Turnhalle erneuert werden. Die restlichen Sanitäranlagen waren bereits bei der ursprünglichen Planung berücksichtigt worden.
Der Kreisausschuss stimmte dafür, die Arbeiten in Höhe von rund 1.5 Millionen Euro bei der Sanierungsmaßnahme im WEG aufzunehmen. Die Gesamtkosten würden sich dadurch auf insgesamt rund 5.340.000 Euro belaufen, eine Million an Zuschüssen ist zu erwarten. Die Einschätzung von Landrat Rainer Guth, der die Maßnahmen für alternativlos hält – „Wir können nicht auf 80 Jahre alte Rohre bauen“ – fand im Kreisausschuss breite Zustimmung.
Hohe Kosten für einen Präzedenzfall
Die Frage, ob bei den Sanierungsmaßnahmen auch der Einbau einer Lüftungsanlage aufgenommen werden soll, wurde dagegen zunächst kontrovers diskutiert. Die Bedeutung einer solchen Anlage sei durch die Pandemie deutlich geworden, führt das Planungsbüros aus. Dagegen sprächen allerdings die hohen Kosten für Erstellung, Wartung und Energie. Wie Landrat Guth betont, ist eine solche Anlage nicht vorgeschrieben. Man müsse vielmehr bedenken, dass man mit ihrem Einbau möglicherweise einen Präzedenzfall schaffen würde, der schon alleine aus finanziellen Gründen nicht auf alle Schulen im Kreis anwendbar sei. Auch Steffen Antweiler (FWG) zeigte sich eher skeptisch: „Wir können uns das nicht leisten in Anbetracht der vielen Schulen im Kreis, die ebenfalls Sanierungsbedarf haben“. Christian Ritzmann (FDP) dagegen riet davon ab, die Maßnahme vorschnell abzulehnen, es gehe schließlich „um den Gesundheitsschutz an Schulen“. Wenn eine solche Lüftungsanlage mit erneuerbarer Energie betrieben würde, könnte sie sogar klimaneutral bleiben, meinte er. Und Jamill Sabbagh wollte die Anlage nur dann absegnen, wenn sie CO2-neutral betrieben werden kann.
Vor dem Hintergrund, dass die Planer den nachträglichen Einbau einer solchen Anlage für nicht möglich halten, will der Kreisausschuss darüber erst entscheiden, nachdem er sich weitere Informationen eingeholt hat. Die Gesamtkosten für die Sanierungsmaßnahme würden mit der Lüftungsanlage auf mindestens rund 6.500.000 Euro steigen.