Bürgermeisterwahl RHEINPFALZ Plus Artikel Sabine Wienpahl will Bürgermeisterin der VG Kirchheimbolanden werden

Der Ausblick auf Kirchheimbolanden hat es Sabine Wienpahl angetan.
Der Ausblick auf Kirchheimbolanden hat es Sabine Wienpahl angetan.

Einstimmig ist Sabine Wienpahl vom SPD-Gemeindeverband als Kandidaten für das Bürgermeisteramt nominiert worden. Am 14. März tritt sie an, um die erste Frau an der Spitze der Verbandsgemeinde Kirchheimbolanden zu werden.

Die Entscheidung, sich um das höchste Amt in der Verbandsgemeinde zu bewerben, sei „eine höchstpersönliche“ gewesen, sagt Sabine Wienpahl. Und sie sei im ersten Lockdown gefallen. Damals wurde Wienpahl zum zweiten Mal Oma, und Enkel Paul war irgendwie doch wo weit entfernt. „Ich bin ein Familienmensch, das hat extrem viel mit mir gemacht“, sagt die 56-Jährige. Sie habe sich daher entschieden, ihre Kandidatur um die Nachfolge Gustav Herzogs als SPD-Wahlkreiskandidat für die Bundestagswahl zurückzuziehen.

Als dann die Anfrage des Kreisverbandsvorsitzenden Tristan Werner kam, ob sie in der VG Kibo antreten wolle, habe sie das zunächst abgewogen, mit ihrem Mann besprochen, aber dann doch recht schnell zugesagt. Zwar hätten sie zu diesem Zeitpunkt erst wenige Monate, seit November 2019, in Kirchheimbolanden gelebt, aber: „Wir hatten uns hier von Anfang an wohlgefühlt.“ Die Lage zwischen Kaiserslautern, wo sich die Media-Agentur der Wienpahls befindet, und Mainz, wo Ehemann Holger oftmals beruflich unterwegs ist, sei perfekt. Die Agentur, die würde Sabine Wienpahl gerne nach Kibo verlagern, sobald sie passende Büroräume findet.

Kommunale Wohnungs- und Grundstücksgesellschaft

Gefunden hat Sabine Wienpahl mit ihrem Mann nach eigenem Bekunden endlich die gesuchte Bleibe in der Kleinen Residenz, die alsbald bezogen werden soll. Die biete dann deutlich mehr Platz als die jetzige in der Kernstadt, die ohnehin nur „als Übergangslösung“ geplant war. Im Juli seien sie dort Hals über Kopf eingezogen, weil es mit Wohnung Nummer eins in Kibo einfach nicht gepasst hatte, berichtet die frühere Lauterer Stadträtin.

Kein Wunder, dass der Immobilienmarkt sie bewegt. „Es sind kaum Mietobjekte auf dem Markt.“ Der SPD-Kandidatin schwebt eine kommunale Wohnungs- und Grundstücksgesellschaft vor, die beispielsweise leerstehende Gebäude in der Verbandsgemeinde aufkauft statt sie verfallen zu lassen. Ein solches Projekt könne die VG begleiten: „Das ist eine Idee, die ich gerne angehen würde.“

Laptop im Rucksack, lahmes Internet zu Hause

Punkten möchte die 56-Jährige auch mit dem Thema Ehrenamt: Jenes sei schließlich „die Herzkammer der VG“. Etliche Vereine hätten einen schweren Stand, gerade zu Corona-Zeiten. Ein Ehrenamtsberater, der seinerseits hauptamtlich arbeiten soll, könne unterschiedlichste Hilfestellung leisten – etwa in Rechtsfragen. Oder der Frage nachgehen, ob es sinnvoll ist, einen Vereinsring zu gründen, um für gegenseitige Unterstützung zu sorgen.

Zur absoluten Chefsache in der VG hat Wienpahl die Wirtschaftsförderung erklärt. Dabei sollen neben den Bestandsbetrieben auch die Existenzgründer im Fokus stehen. Wichtig in diesem Zusammenhang sei auch die Digitalisierung: schnelles Internet in jedem Haushalt. „In jedem Schülerrucksack muss heute ein Laptop sein, aber der Lehrer kriegt ohne schnelles Internet nichts weggeschickt ...“.

Schnell in den großen Städten, schnell in der Natur

Auch für Homeoffice-Anwendungen müsse eine flächendeckend gute Verbindung her. „Es ist schlimm, dass wir über dieses Thema überhaupt reden müssen“, sagt Sabine Wienpahl – und verweist direkt darauf, dass es ihr sehr wohl bewusst sei, dass ihre eigene Partei im Land das Sagen hat. Die Internetanbindung sei ein „sehr großes Thema“, ebenso wie die Mobilfunkabdeckung, Was die Verbandsgemeinde da tun kann? „Ich werde nicht nach Zuständigkeiten fragen, das interessiert die Bürger nicht. Wichtige Themen ansprechen und publik machen, das geht immer.“

Nicht nur die großen Städte sind nah, sondern auch die Natur. Der Adlerbogen und die Anhöhen über Kibo begeistern sie besonders, sagt Sabine Wienpahl. Mit ihren Hunden sei sie dort oft unterwegs, genieße den Ausblick. Mit ihrem Mann Holger schreibt sie an den Bücherreihen „Wandern für die Seele“ und „Glücksort“. Für Letztere sei sie mit dem Verlag in Gesprächen über ein Werk zum Donnersbergkreis.

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