Kirchheimbolanden
Sabine Wienpahl: Wahlsieg dank Huber-Stimmen
Trotz der Zeitnot, da es ja nun einiges zu regeln gibt, beispielsweise wie es in der Wienpahlschen Media-Agentur weitergeht: Zu einer ersten Analyse ihres Wahlerfolgs ist Sabine Wienpahl bereits gekommen. Im Vergleich zum ersten Wahlgang habe sie bei der Stichwahl, die sie mit einem Stimmenanteil von 59,8 Prozent gegen Reiner Bauer (parteilos, Kandidat für CDU/FWG) gewonnen hat, „keine Stimmen aus dem Bauer-Lager gefischt“, wie sie festgestellt hat. Jedoch habe ein Großteil derer für sie gestimmt, die 14 Tage zuvor Wolfgang Huber gewählt hatten, den im ersten Wahlgang gescheiterten parteilosen Kandidaten für Bündnis 90/Grüne.
Das wundert die SPD-Kandidatin nicht – nicht nur weil der Kreisvorstand der Grünen sich in einer Wahlempfehlung für sie ausgesprochen hatte, sondern auch weil sie einige Überschneidungen zwischen ihrem und Hubers Wahlprogramm sieht. „Unsere Themen waren sehr ähnlich, wir kommen beide von außerhalb der Verwaltung“, sagt Wienpahl. Reiner Bauer sei ein Verwaltungsfachmann, „seine Themen haben sich deutlich unterschieden“.
„Zeit für eine Frau“
Der Blick auf die nackten Zahlen bekräftigt Wienpahls Theorie. Die Wahlbeteiligung ist von 59,2 auf 45,7 Prozent gesunken, statt knapp 9000 waren bei der Stichwahl nur knapp 7000 Bürger wählen. Hatte Wienpahl im ersten Wahlgang, bei dem sie knapp vorne gelegen hatte, 3137 erreicht, so waren es diesmal 1009 Stimmen mehr. Damit baute sie ihr Ergebnis von 35,4 auf 59,8 Prozent aus. Bauer büßte zwar 124 Stimmen ein gegenüber dem ersten Wahlgang, in dem er auf 2915 gekommen war, erhöhte aber seinen Anteil um 9,3 Prozentpunkte – legte also im Verhältnis leicht zu. Daher dürften die vielen Stimmen, die Wienpahl hinzugewonnen hat, hauptsächlich aus dem Huber-Lager stammen. Weiteres Indiz: In Hubers Heim-Stimmbezirk auf dem Weierhof, den dieser im ersten Wahlgang klar dominiert hatte, konnte Wienpahl ihre Stimmenanzahl mehr als verdoppeln, während Bauer leichte Verluste hinnehmen musste.
Ihr aufwendiger Wahlkampf – in den vergangenen zwei Wochen sei sie erneut von Haus zu Haus gelaufen, um sich bekannt zu machen –, habe sich ausgezahlt, befindet Wienpahl. Und ja, viele Wähler hätten sich für einen Neuanfang entschieden, doch es gebe einen zweiten wichtigen Faktor für ihren Erfolg: „Ich glaube auch, dass ich die Frauen sehr stark begeistern konnte.“ Darauf zumindest würden viele positive Rückmeldungen hindeuten. „Und da waren auch etliche Männer dabei, die gesagt haben: Zeit für eine Frau“, berichtet Sabine Wienpahl.