Donnersbergkreis RHEINPFALZ Plus Artikel Rockenhausen: Stützpunktwehr blickt zurück und ehrt Mitglieder

Ehrungen bei der Feuerwehr Rockenhausen: (von Links) Michael Cullmann, Werner Dietz, Jörg Michel, Harald Gauch, Martin Gemrer, S
Ehrungen bei der Feuerwehr Rockenhausen: (von Links) Michael Cullmann, Werner Dietz, Jörg Michel, Harald Gauch, Martin Gemrer, Stefan Müller, Hermann Jung, Angela Scholz, Dennis Dörr und Timo Blümmert.

Keine Frage, die Einsatzzahlen sind ein Beleg dafür, wie wichtig die Stützpunkt-Feuerwehr Rockenhausen ist: Von Dezember 2018 bis November 2019 rückten die Wehrleute mehr als 120 Mal aus. Für jahrelangen Einsatz wurden nun zwei Team-Mitglieder geehrt.

Im Detail rückten die Wehrleute zu 49 Brandeinsätzen aus, hinzu kamen 39 Einsätze mit technischer Hilfe, 13 Einsätze mit Gefahrenstoffen und 25 Einsätze in der Feuerwehreinsatzzentrale.

„Einsätze durch Heimrauchmelder hatten wir in diesem Jahr keine“, sagte Wehrführer Martin Germer, als er das Jahr Revue passieren ließ. „Im Juni waren drei Wochen Ruhe, in der wir keinen einzigen Einsatz hatten. Der heilige Florian gab uns Zeit, Kräfte zu sammeln“, blickte er zurück. „Aber der Sturm ließ nicht lange auf sich warten“, sagte er und meinte damit die zahlreichen Brandeinsätze, unter anderem im Holzwerk in Rockenhausen, wo Filtermatten in einer Absauganlage brannten. Und beim Löschen eines Oldtimers sei die Wehr auf einen Flächenbrand aufmerksam gemacht worden, der gleich mitgelöscht wurde.

„Das waren Grenzerfahrungen“

Alarmiert wurde die Wehr auch bei einem Scheunenbrand am Oberen Thierwasen bei Ruppertsecken. „Die Schwierigkeit bei dem Einsatz war die Wasserversorgung und der zuständige Energieversorger“, berichtete Germer. Gleichzeitig brannte eine Forstmaschine in der Nähe der Kronbuchhütte, zu der auch die Feuerwehr aus Winnweiler gerufen wurde. „Diese zwei Einsätze waren eine Grenzerfahrung“, betonte Germer. „Mit Erstaunen musste ich feststellen, wie weit die Grenzen der Verbandsgemeinde Rockenhausen gehen.“

Auch für außergewöhnliche Einsätze ist die Feuerwehr jederzeit bereit. So wurde in Katzenbach Einfallreichtum und Talent bewiesen, als an der Kerwe der Strom ausfiel. Kurzerhand wurde das Notstromaggregat aus dem Feuerwehrgerätehaus geholt und ein paar Lampen sowie die Musik eingesteckt. So konnte das Fest weitergehen.

Der wegrollende Bus

Weil eine gute Vorbereitung stets das A und O ist, trafen sich die Feuerwehrleute zu einer Übung im Steinbruch in Rockenhausen. Die Aufgabe, einen Bus wieder aufzustellen, gelang zwar, doch wurde eine Sicherung zum Wegrollen vergessen. „Der Bus rollte Richtung Feuerwehrautos, und nur ein beherztes Eingreifen verhinderte den Zusammenstoß“, erinnerte sich Germer. Weniger Glück hatte ein Bus, der über die Straße rollte, mit einem Fahrzeug kollidierte und am Gebäude der Zoar-Werkstätten hängenblieb. Darüber hinaus gab es auch eine Besonderheit in diesem Jahr bei der Feuerwehr Rockenhausen: Statt dem üblichen Tag der offenen Tür entzündete die Wehr ein Osterfeuer, was bei allen Besuchern sehr gut angekommen sei.

Während des Kameradschaftsabends stand jedoch nicht nur das vergangene Jahr im Fokus, vielmehr wurden auch zwei Mitglieder für ihren Einsatz belohnt. Eine besondere Ehrung galt dabei Harald Gauch: Jörg Michel, Stellvertretender Landesjugendfeuerwehrwart Rheinland-Pfalz, verlieh ihm das Goldene Ehrenzeichen für seine zusätzlich geleistete Jugendarbeit bei der Feuerwehr Rockenhausen.

Silbernes Ehrenabzeichen kommt hinzu

„Das goldene Ehrenzeichen ist eine Besonderheit, es wird maximal einmal im Jahr verliehen“, fügte Hermann Jung, Kreisjugendfeuerwehrwart, beim Überreichen seiner Glückwünsche hinzu. Für seine besonderen Dienste im Feuerwehrwesen überreichte Verbandsbürgermeister Michael Cullmann Harald Gauch außerdem das Silberne Ehrenabzeichen am Bande. Für 45 Jahre im Dienst der Feuerwehr Rockenhausen wurde Stefan Müller gewürdigt.

Cullmann betonte, wie wichtig die Kameradschaft und die Vorbildfunktion der Feuerwehr sei. Gründe, zur Feuerwehr zu gehen und diese zu unterstützen, seien zum Beispiel die Anerkennung, anderen helfen zu können oder auch die Technik der Feuerwehr. „Die Ausbildung bei der Feuerwehr, egal ob als Ehrenamtlicher oder bei der Berufsfeuerwehr, ist gleich professionell“, betonte Cullmann.

Dank an die Ehrenamtlichen

Der Verbandsbürgermeister warf auch einen Blick auf das im Jahr 2019 erfolgreich umgesetzte Fahrzeugkonzept. Im kommenden Jahr stehe die Fusion mit einem neuen Konzept auf der Prioritätenliste. Aktuell habe die Feuerwehr einen Personalstand von 68 Aktiven, 13 Jugendlichen, 18 Bambini und 27 Ehrenamtlichen aufzuweisen. Besonders bedanken wolle er sich bei den vielen Ehrenamtlichen aus den umliegenden Gemeinden, die zusätzlich die Rockenhausener Wehr unterstützten.

Wehrleiter Germer wollte auch die vielen Feuerwehrleistungsabzeichen in Bronze und Gold nicht unerwähnt lassen. Und die „Rok-Town-Firefighters“ nahmen demnach an den „Fire-Fit-Championships“ in Rodgau teil, und weitere fünf Kameraden gingen bei der Grenzlandmeisterschaft an den Start.

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