Donnersbergkreis Riesenstimmung und jede Menge Tänze
Vor ausverkauftem Haus fand am Samstagabend in der Mauritiushalle in Morschheim die zweite diesjährige Kappensitzung des MCC statt. In der aufwändig dekorierten Halle sorgte ein fünfstündiges abwechslungsreiches Programm für eine tolle, ausgelassene Stimmung.
Mit den Worten: „Gestern hat Kibo den Superfasnachter 2018 gesucht. Mit Fernsehen, Presse und was weiß ich noch alles. Das hätten sie sich sparen können – die Superfasnachter sind doch alle hier bei uns in Morschheim“ eröffnete Sitzungspräsident Patrick Kirchgeßner die Veranstaltung und gab die Bühne frei für die Morschheimer Garde und ihren von Verena Koch einstudierten Tanz. Zu einem Potpourri aktueller Musik zeigten die zwölf Tänzerinnen in ihren adretten, blau-weiß gehaltenen Uniform-Kleidern klassische Gardetanz-Choreografien in Verbindung mit aktuellen Tanzelementen wie zum Beispiel den Gangnam-Style. Überhaupt war es ein stark von den Tanzgruppen geprägter Abend. Den Höhepunkt brachte dabei die Showtanzgruppe „Obsessions“ des MCC unter Leitung von Katja Hoppe, Christina Kotysch und Laura Bumb. Die jungen Damen hatten sich das Thema „Fifty Shades of Grey“ vorgenommen, das sie mit aufwändiger Choreografie in heißen schwarzen Outfits und geheimnisvollen Teilmasken vortrugen. Höhepunkt war eine Pyramide, bei der eine mit winzigen LED-Lämpchen besetzte Peitsche geschwungen wurde. Wie der Sitzungspräsident im Anschluss herausstellte, waren die verführerischen Kostüme alle von den Mädchen selbstgeschneidert worden. Zu heißen Rhythmen der 80er-Jahre begeisterten die 13 „Dancing Queens“, die von Melanie Konzock und Steffie Briedel trainierte Nachwuchs-Showtanzgruppe des MCC, in ihren neonfarbenen Röckchen das Publikum. Von den Stühlen gerissen forderte dieses mehrere Zugaben ein, die es auch mit „We will rock you“ und „Flashdance“ bekam. Die von Jovanna Füller trainierte Showtanzgruppe „Black & White Diamonds“ aus Mauchenheim erzählte später perfekt kostümiert in eindrucksvoller Choreografie, vielen Bildern und Effekten die aus der Gaming-Szene bekannte „Legende von Zelda“ nach. Eine neugegründete Showtanzgruppe des MCC, die von Vera Koch trainierte „Danza Delizia“, zeigte Gardetanz in moderner Form und interpretierte in grün-violetten Tanzkleidern, mit LED versehenen Handschuhen und tollen Effekten das Thema „Monster in der Nacht“. Mit der letzten Tanzeinlage des Abends – den „Magic Toyboys“, einer Männertanzgruppe unter Leitung von Janik Kirchgeßner – kamen auch die Damen im Saal voll auf ihre Kosten. Zuerst in schwarzen Hemden, Hosen und roten Krawatten ganz im Stil einer Boygroup tanzend, boten die jungen Männer im zweite Teil ihrer Vorstellung einen Männerstrip mit erotischen Hüftschwüngen. Ihre knackigen Hintern in pinkfarbenen Badehosen führten zu ekstatischem Mädchengeschrei und „Ausziehn! Ausziehn!“-Rufen, die aber nicht von Erfolg gekrönt waren. Zu einem Stimmungshöhepunkt des Abends kam es, als die zehn „Stubbekrischer“ unter der musikalischen Leitung von Alvina Reiss aus Gauersheim mit ihren Stimmungsliedern den Saal zum Kochen brachten. Mit „Party auf dem Mond“, „Westerland“, „Die kleine Kneipe“ oder „Weiß der Geier oder weiß er nicht“ animierten sie das Publikum zu Beifall im Stehen und Polonaisen – und waren nur mit einem Machtwort des Sitzungspräsidenten wieder von der Bühne zu bringen. Vier Bühnen-Vorträge ergänzten das kurzweilige Programm. Gustav Lotz startete als „Landstreicher“ mit seinem imaginären italienischen Freund „Lambrusco“. Mit dem Spruch „Lieber vom Saufen gezeichnet als von Rembrandt gemalt“ warb er für seinen sparsamen Spritverbrauch: „Ich brauche nur einen Liter auf zehn Kilometer!“ Im zweiten Redebeitrag lernten die Männer im Saal, dass die Frauen immer wieder drei magische Worte hören wollen: „Ich bin schuld!“ Der Frauenversteher Luca Lo Porto war aus Frankenthal nach Morschheim gekommen und heizte mit seinem frei vorgetragenen Beitrag die Stimmung im Saal gewaltig an. Steffi Bredel und Frank Koch berichteten dann als „Elsje unn Kurt“ von ihrer verspäteten Hochzeitsreise, bei der er vor ihr zu fliehen und sie ihn einzuholen versuchte. Dabei berichteten sie von allerlei erotischen Erlebnissen, denen der Saal nur zu gerne folgte. Auch bei Steffie Kuschel alias „Kättel vun de Palz“ stand das Schlafzimmer im Mittelpunkt ihrer Pro-blembewältigungstherapie, die sie mit allerlei Körpereinsatz und gymnastischen Verrenkungen vortrug. Die „Dunnerschbejer Wildsaufetzer“ aus Dannenfels setzten den Schlusspunkt unter das fünfstündige Programm und brachten die verdunkelte Halle mit ihrer Guggemusik in ohrenbetäubender Lautstärke auf mit LED beleuchteten Instrumenten wahrhaftig zum Beben. Das Publikum hielt es nicht mehr auf den Sitzen. Wie schon bei den Stubbekrischern schien es so, als ob die Akteure vom begeisterten Publikum nicht mehr losgelassen werden sollten. So wurde es Mitternacht, bis der stimmungsvolle Kappenabend endete und in die noch lange andauernde Party überging.